Kiyomi von Frankenberg
Alexander Otto
25.02.2005
Einstieg in die strafprozessuale Praxis der Beweisverwertungsverbote
Eine Rezension zu:
Michaela Bürgle / Steffen Cramer
Die strafprozessualen Beweisverwertungsverbote
Systematische Darstellung für die Praxis
2. Auflage
Boorberg, Stuttgart 2004, 128 Seiten, 29,- €
ISBN 3-415-03158-6
http://www.boorberg.de
Zwei Frankfurter Strafverteidiger haben sich ans
Werk gemacht, das verfassungsrechtliche Kernstück der Strafprozessordnung,
die strafprozessualen Beweisverwertungsverbote, für die Praxis
aufzubereiten. Damit führen Bürgle/Cramer das von Raimund Baumann und
Harald Brenner 1991 begründete Werk fort.
Sie gehen vor, indem sie anhand der Verwertungsverbote, die sich aus
rechtlich problematischen Zeugenaussagen, Beschuldigtenäußerungen und
Zwangsmaßnahmen ergeben, alle denkbaren Verfahrensverstöße darstellen.
Ein spezifisches Stichwortverzeichnis ermöglicht ein zielgerichtetes
Nachschlagen. Dank des angenehmen und lebendigen Stils kann man "Die
strafprozessualen Beweisverwertungsverbote" aber auch recht zügig
vollständig durchlesen. Das dürfte insbesondere hilfreich sein für Leser
aus anderen Fachrichtungen, die eine schnelle und zuverlässige Darstellung
der aktuellen starfverfahrensrechtlichen Situation in diesem Bereich
suchen. Erfahrenen Strafjuristen wird der Wissensstand schon weitgehend
bekannt sein. Dennoch dürfte sich dieses Buch auch für diese Lesergruppe
zur Auffrischung eignen.
Zur Recherche wurden offenbar lediglich Standardwerke herangezogen. Das
mag für das schnelle Nachlesen einiger Fundstellen ganz hilfreich sein,
ist insgesamt im Sinne der Vielfalt aber doch eher bedauerlich.
Interessant sind allenfalls die Fußnoten, die auf zahlreiche Fundstellen
in der obergerichtlichen Rechtsprechung verweisen. Hier finden sich viele
Entscheidungen, die einem Strafjuristen gutes Handwerkszeug für einen
Schriftsatz bieten.
Das Layout ist wenig aufwendig und führt, ebenso wie der angenehme
Schreibstil, zu einer guten Leserlichkeit und Übersichtlichkeit. Der Preis von 29,- € ist für dieses 128 Seiten starke Werk recht hoch.
Studenten, für die dieses Buch eine umfassende und gute Einarbeitung in
die strafprozessualen Beweisverwertungsverbote ist, werden bei dieser
Preislage überlegen. In Bibliotheken und bei Strafverteidigern sollten
"Die strafprozessualen Beweisverwertungsverbote" jedoch nicht
fehlen.
Gesamteindruck:
Wer in der Praxis oder auch bei der Bearbeitung von juristischen
Hausarbeiten mit dem strafrechtlichen Verfahrensrecht zu tun bekommt, kann
mit diesem Werk seinen Blick für verfahrensrechtlich bedenkliche
Situationen schärfen. Mit dem hier gebotenen Überblick kann man sich gut
orientiert in die weiterführende Literatur vertiefen. Damit eignet sich
das Buch für Studenten und Praktiker des Strafrechts gleichsam.
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