Jurawelt

"Das neue Schuldrecht - Fälle und Lösungen" von Barbara Dauner-Lieb (Hrsg.)
Martin Bahr

Learning by doing – oder: Lernen am konkreten Fall

Eine Rezension zu:

Barbara Dauner-Lieb (Hrsg.)

Das neue Schuldrecht

Fälle und Lösungen

Deutscher AnwaltVerlag, Bonn 2002, 275 S., 29,- €
ISBN 3-8240-0514-X


Das Buch besteht aus 172 Fällen, die zuerst nach alter und dann nach neuer Rechtslage gelöst werden. Die Beschreibungen zur alten Rechtslage sind bewusst knapp gehalten, oftmals nur wenige Sätze lang. Jedoch sind diese Anmerkungen sinnvoll und notwendig, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Lage nach der Schuldrechtsreform aufzeigen zu können. Die Lösungen nach neuem Recht sind fundiert.

Schon allein die Anzahl der Fälle zeigt, dass die Autoren mit diesem Werk nicht nur die Grundzüge vermitteln, sondern in die Tiefe gehen.

Teil I setzt sich mit der Unmöglichkeit auseinander und umfasst 34 Fälle. Teil II ist den Neuheiten im Bereich des Verzugsrechts gewidmet (18 Fälle). Es schließt sich Teil III mit den Ausführungen zum Kaufvertragsrecht an (35 Fälle). Der Werkvertrag ist Teil IV (10 Fälle), die bisher nur gewohnheitsrechtlich anerkannten Rechtsinstitute (pVV, cic, WGG) Teil V – VII (24 Fälle). Rücktritt und Rücktrittsfolgen finden sich in Teil VIII wieder (14 Fälle), Verbraucherschutz und E-Commerce in Teil IX (5 Fälle). Der Band endet mit Teil X, den Erläuterungen zur Verjährung (32 Fälle).

Das Werk ist – soweit ersichtlich – das erste seiner Art. Durch das Konzept - Lernen anhand konkreter Fälle - werden die Neuerungen der Schuldrechtsreform anschaulich dargestellt und das eigene Wissen vertieft. Mag man auch noch so viel ausgezeichnete Lehrbücher durchgearbeitet haben – die eigentlichen Probleme stellen sich erst am konkreten Fall. Erst aufgrund der speziellen Umstände des Einzelfalls werden einem die Reichweite und die Konsequenzen dieser Reform klar.

Dabei weisen die Autoren erfreulicherweise darauf hin, dass die Lösungen oftmals sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss sind, denn dafür ist die Reform noch zu jung und es fehlt jede Rechtsprechung. Die einzelnen Lösungen werden jedoch anhand der einschlägigen Gesetzesdokumente (Gesetzesbegründung, Referentenentwurf, BR-Stellungnahme) erarbeitet und auch überzeugend begründet.

Die Sprache ist flüssig, der Stil ist sachlich. Erfreulicherweise sind die Lösungen in überschaubarem Rahmen gehaltenen. Diese knappe und dennoch fundierte Beschreibung ermöglicht ein schnelles und dennoch lehrreiches Durcharbeiten.

Gesamteindruck:
Ein gelungenes Buch. Sowohl die konzeptionelle Idee als auch die konkrete Umsetzung überzeugt. Es wird jedoch nicht ausreichen, sich die Neuerungen alleine anhand dieses Werkes zu erarbeiten. Dazu ist die Reform einfach viel zu umfangreich und weitreichend. Es bietet sich jedoch an, diesen Band als Check für das bisher gelernte Wissen zu benutzen - und als Vertiefung.
Bochum
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Normentheorie, Strafrechtsdogmatik und der Tatbestand des § 142 StGB
Schemata Schuldrecht AT von Pieter Schleiter





Copyright © 2000-2008 Jurawelt