Jurawelt

"Fälle zum Besonderen Schuldrecht" von Hans Josef Wieling / Thomas Finkenauer
Stefanie Samland
30.06.2005

Fallsammlung zu den vertraglichen und gesetzlichen Schuldverhältnissen

Eine Rezension zu:

Hans Josef Wieling / Thomas Finkenauer

Fälle zum Besonderen Schuldrecht


JuS-Schriftenreihe Band 69

5. Auflage

C.H. Beck, München 2004, 248 Seiten, 17,50 €
ISBN 3-406-52233-5

http://www.beck.de


Die vorliegende Fallsammlung, die 1979 von Heinrich Honsell und Hans Josef Wieling begründet wurde, richtet sich seit Beginn vordergründig an Examenskandidaten. Die in der 5. Auflage enthaltenen 20 Fälle sind in 9 Fälle zum Vertragsrecht und 11 Fälle zu den gesetzlichen Schuldverhältnissen unterteilt. Bei den behandelten Schwerpunkten richten sich die Autoren – inzwischen ersetzt Thomas Finkenauer den Erstverfasser Honsell – nach der Klausurrelevanz, so werden nicht alle Vertragsarten in den Fällen verarbeitet.

Die Sachverhalte umfassen meist ca. eine halbe Seite. Darunter beginnt sogleich die Musterlösung. Zur eigenen Motivation, tatsächlich erst den Fall zu lösen und dann die Lösung zu lesen, aber auch zum Kopieren der Fälle für Lern-Arbeitsgemeinschaften, wäre es besser, jeden Fall auf einer eigenen Seite abzudrucken und erst auf der nächsten Seite mit der Lösung zu beginnen.

Die Lösungen sind im Gutachtenstil gehalten, bei unproblematischen Punkten wird das Ergebnis aber auch einfach festgestellt. Zudem ist zu bemerken, dass die Musterlösungen nicht durch Detailfragen aufgebläht werden, sondern recht realistisch wiedergeben, was auch in der Klausur hätte geschrieben werden können – selbstverständlich als Musterlösung, nicht vom durchschnittlichen Bearbeiter. Was allerdings sehr umfangreich ausfällt, sind die Fußnotenverweise. Diese umfassen zum Teil die Hälfte der Seite, was für eine Fallsammlung unnötig ist. Diesen Verweisen wird kaum ein Leser nachgehen, so dass die Arbeit der Verfasser in diesem Punkt rein wissenschaftlichen Charakter hat, jedoch für die Fallsammlung keinen Mehrwert bringt. Einzeln ausgewählte Beiträge zu den angesprochenen Streits am Ende der Fälle wären erheblich hilfreicher gewesen.

Zu den Inhalten der einzelnen Fälle sei auf die Rezension zur Vorauflage verwiesen.

Gesamteindruck:
Mit der Fallsammlung von Wieling/Finkenauer hat der Examenskandidat eine bunte Mischung an Klausuren zur Hand, die in der Vorbereitung auf das Examen eine hervorragende Lernkontrolle ermöglichen. Durch Verzicht auf die umfangreichen Fußnoten könnte allerdings noch einiges an Seiten eingespart werden.
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