Hannover
Die ersten Siedlungen am „hohen Ufer“ der Leine gehen bis in das Jahr 950 zurück. 1241 erhielt Hannover das Stadtrecht und 1438 das eigene Münzrecht. 1526 wurde
hier das helle Bier erfunden und der Grundstein für die Gilde-Brauerei gelegt. Mit dem Aufstieg zur Residenzstadt 1636 wuchs die Bedeutung der Stadt auch überregional. In
den 123 Jahren zwischen 1714 und 1837 befand sich Hannover in Personalunion mit England; die hannoverschen Könige waren gleichzeitig die Könige von England. 1866 wurde
Hannover durch Preußen annektiert und zur Provinzhauptstadt degradiert. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Zerstörungen: im Zentrum zu etwa 85 %. Seit 1946 ist
Hannover Hauptstadt des Landes Niedersachsen. Heute hat Hannover etwa 515.000 Einwohner; in der Region leben gut 1,1 Mio. Menschen. Die Stadt ist Standort mehrerer
Hochschulen (Leibniz Universität, Medizinische Hochschule, Tierärztliche Hochschule, Hochschule für Musik und Theater, Fachhochschule, Evangelische Fachhochschule,
Fachhochschule für die Wirtschaft FHDW, GISMA Business School), Sitz der Evangelischen Kirche Deutschland, mit den Messen CeBIT und Industrie größte Messestadt auf dem
Erdenrund und durch die Weltausstellung 2000 auch EXPO-Stadt. Außerdem haben Unternehmen wie Continental, VW-Nutzfahrzeuge, Varta, Bahlsen, TUI und HLX hier ihren Sitz. Im
Jahr 1982 wurden die weltweit ersten CDs in Hannover produziert. Zu den berühmtesten Kindern der Stadt zählen ohne Zweifel das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz, der
Erfinder des „binären Zahlensystems“, das die Grundlagen für die heutigen Computer bildete, und Adolph Freiherr Knigge, Schriftsteller und Herausgeber des
„Knigge“. Nicht minder bekannt sind die Schriftsteller und Literaturwissenschaftler August Wilhelm Schlegel und Karl Wilhelm Friedrich Schlegel, die Philosophin
und Soziologin Hannah Ahrendt, der Politiker Kurt Schumacher, der Künstler Kurt Schwitters und der Philosoph Theodor Lessing. Cord Broyhan erfand seinerzeit das
Broyhan-Bier, Vorläufer aller Weizenbiere, und Emil Berliner die Schallplatte und das Grammophon.
http://www.hannover.de
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Die Wurzeln der Leibniz Universität gehen in das Jahr 1831 zurück, als die Höhere Gewerbeschule gegründet wurde. 1879 bezog sie das Welfen-Schloss, erbaut als Sitz der
hannoverschen Könige, doch fertig gestellt erst nach der Niederlage gegen Preußen 1866 und der damit einhergehenden Entmachtung der Welfen. Aus anfangs 64 Schülern der
Gewerbeschule sind inzwischen etwa 22.000 Studierende geworden, davon 4.000 aus dem Ausland. Gut 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten an den ehemals 17
Fachbereichen, die 2005 in neun Fakultäten zusammengefasst wurden. Die Uni ist keine klassische Campus-Universität. Sie verteilt sich auf zahlreiche Standorte in Hannover
und dem angrenzenden Garbsen. Einige Fakultäten sind dadurch stark zersplittert. Am 30. Juni 2006 konnte ein lange schwelender Konflikt um die Namensgebung der Uni beigelegt
werden, sodass sie anlässlich des 360. Geburtstages von Leibniz seit dem 1. Juli 2006 den Namen Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover trägt. Firmieren wird sie als
Leibniz Universität Hannover.
http://www.uni-hannover.de
Jura in Hannover
Seit 1973 bietet die Leibniz Universität Hannover eine juristische Ausbildung an. Die Fakultät befindet sich neben anderen Studiengängen auf dem ehemaligen Gelände der
Continental AG am Königsworther Platz. Die Verwaltung der Fakultät ist untergebracht in den Stockwerken 8 bis 13 des Conti-Hochhauses sowie einem Verbindungstrakt zu einem
anderen Gebäude. Etwa 2.400 Studenten sind in Jura eingeschrieben. Derzeit gehören 22 Professoren zum festen Personal; weitere 22 Honorar- und außerplanmäßige Professoren
sowie Emeriti nehmen ebenfalls Lehr- und Prüfungsaufgaben wahr. Alle Räumlichkeiten auf dem Campus sind mit Rollstuhl problemlos zu erreichen.
http://www.jura.uni-hannover.de
Studienaufbau
Der Studienaufbau entspricht dem bundesweit mehr oder weniger einheitlichen System. Es besteht aus einem Pflichtfachstudium und einem Schwerpunktstudium, wobei die
Pflichtfachprüfung vom Landesjustizprüfungsamt und die Schwerpunktbereichsprüfung von der Universität abgenommen werden. Beide Prüfungen bildet zusammen die Erste
Juristische Prüfung. Mit bestandenem Examen kann die Verleihung des Titels „Dipl.-Jur.“ beantragt werden.
Studienergänzungen
Mit dem Ergänzungsstudium "Europäische Rechtspraxis" kann nach drei Semestern der Titel „Magister legum Europae (MLE)“ erworben werden. Hierfür werden zwei
Semester an einer der 32 europäischen Partneruniversitäten verbracht, im dritten Semester ist eine Magisterarbeit anzufertigen. Der Studiengang richtet sich an Studierende,
die ein juristisches Grundstudium von mindestens zwei Jahren ordnungsgemäß abgeschlossen haben. Im Rahmen des „SOKRATES-Förderungsprogramms“ der EU-Kommission
kann eine finanzielle Unterstützung zur Deckung der Mobilitätskosten beantragt werden.
http://www.elpis-eu.org (ELPIS I)
Als Joint Degree der juristischen Fakultäten der Universitäten Hannover, Le Havre, Lissabon und Rouen kann seit 2004 in Hannover ein „Master der Europäischen
Rechtspraxis“ (LL.M. Eur.) erworben werden. Voraussetzung ist ein zweijähriger Aufbaustudiengang, der teilweise im Ausland abzuleisten ist. Mit Hilfe der Unterstützung
durch das Erasmus-Mundus-Programm der EU-Kommission können Stipendien in Höhe von monatlich 1.600 € beantragt werden.
http://www.elpis-eu.org (ELPIS II)
Seit 1999 gibt es an der Fakultät den Ergänzungsstudiengang Rechtsinformatik (European Legal Informatics Study Programme (EULISP)). Dies ist ein einjähriges postgraduales
Studienprogramm, das eine Spezialisierung im IT-Recht bietet und mit dem Titel „Master of Laws“ (LL.M.) abschließt. In das Studienjahr integriert ist ein
Auslandsaufenthalt an einer von zehn europäischen Partneruniversitäten des EULISP-Verbundes.
http://www.eulisp.uni-hannover.de
Die Fakultät bietet den Studierenden seit 2003 die Gelegenheit, sich in verstärktem Umfang begleitend zu dem regulären Studium auf den anwaltlichen Beruf vorzubereiten und die
hierbei erworbenen Kenntnisse durch das ADVO-Zertifikat bestätigen zu lassen. Das ADVO-Zertifikat wird zusammen mit der Rechtsanwaltskammer Celle und dem Verein zur Förderung
der anwaltsbezogenen Juristenausbildung im Fachbereich Rechtswissenschaften in Hannover e.V. vergeben.
http://www.jura.uni-hannover.de/advoz
Sonderstudiengang" Informationstechnologierecht und Recht des
geistigen Eigentums" (LL.B.)
Zum Wintersemester 2011/2012 startet an der Leibniz Universität Hannover der neue Studiengang "Informationstechnologierecht und Recht des geistigen
Eigentums. Dieser neue Studiengang richtet sich zuvörderst an Abiturienten, die sich für Medien und Technologie sowie deren Verknüpfung mit den
juristischen
Feldern interessieren. Das Besondere an dem LL.B. ist, dass sich die Studierenden gleichzeitig für den regulären Studiengang Rechtswissenschaften mit Abschluss "Erste Prüfung"
und für den im IT-Recht
und geistigen Eigentum spezialisierten Bachelor-Studiengang einschreiben können, so dass sie am Ende des Studiums die Möglichkeit haben, mit einem geringen Mehraufwand zwei
Abschlüsse zu erhalten: den
berufsqualifizierenden Grad des Bachelor of Laws (LL.B.) und die Erste Prüfung (ehem. Staatsexamen).
http://www.uni-hannover.de/de/studium/studienfuehrer/it-recht/
Repetitorien
Von den kommerziellen Repetitorien sind Hemmer, Alpmann Schmidt und Jura Intensiv vertreten. Die Räume befinden sich jeweils in unmittelbarer Nähe zum Campus.
Gegenanstrengungen der Fakultät konnten bisher leider noch keine wirkliche Alternative schaffen. Allerdings gibt es einen kostenlosen Klausurenkurs, der jeweils Mittwochs
und Samstags angeboten wird, sowie zahlreiche Examinatorien, die durchaus auf Examensniveau arbeiten.
Bibliothek
Die Bibliothek auf dem Campus bildete bis Ende 2002 einen Teil der Niedersächsischen Landesbibliothek, wurde aber dann in die Unibibliothek integriert. Mit 130.000
juristischen Bänden ist die Campus-Bibliothek nicht gerade üppig bestückt, sodass gerade in der vorlesungsfreien Zeit viele Titel vergriffen sind. Durch eine kürzlich
erfolgte umfangreiche Budgeterweiterung soll dieser Umstand zumindest in Bezug auf die Ausbildungsliteratur kurzfristig abgestellt werden. Ein erwähnenswerter juristischer
Bestand findet sich auch in der Hauptstelle der Niedersächsischen Landesbibliothek, die zahlreiche sehr ruhige Arbeitsplätze anbietet. Dank umfangreicher
Kooperationsverträge der Bibliothek ist der Onlinezugriff auf eine bemerkenswerte Fülle von juristischen Zeitschriften und Datenbanken möglich.
http://www.tib.uni-hannover.de http://www.hobsy.de
Studentische Einrichtungen
Fachschaft: http://www.jura.uni-hannover.de/fachschaft
ELSA: http://hannover.elsa-deutschland.org/de
ELPIS: http://www.iri.uni-hannover.de/elpis-ev
hanOMacke: http://www.hanomacke.org
Internetzugänge
Im Conti-Gebäude gibt es ein zentrales EDV-Labor, das von der Philosophischen Fakultät betrieben wird und deren 50 Rechner in Sachen Performance keine Wünsche offen lassen.
In der Bibliothek stehen ebenfalls Internetrechner zur Verfügung, die aber in quantitativer Hinsicht hinter dem Bedarf zurückbleiben, sodass in der Regel mit Wartezeiten zu
rechnen ist. WLAN ist mit Ausnahme der oberen Stockwerke des Conti-Hochhauses auf dem gesamten Campus verfügbar.
Mensa
Die Mensa auf dem Campus war schon mal besser. Noch vor einigen Jahren stellen sich gelegentlich Sterne-Köche aus Hannoverschen Hotels an den Herd, doch da diese die
monatlichen Budgets oft schon in der ersten Woche verbrauchten, ist es damit vorerst vorbei. Verkochte und versalzene Gerichte sind folglich wieder möglich... Im Ganzen kann
man aber zu günstigen Preisen durchschnittlich essen. Wer Wert auf Qualität legt, sollte zur Hauptmensa fahren (zwei Stationen mit der Straßenbahn). Vor einem Jahr wurde das
Cafe im 14. Stock des Conti-Hochhauses von Grund auf saniert. Neben einem schönen Blick über die Stadt kann man dort kleinere Gerichte sowie Cocktails und gelegentlich
Fußballspiele auf Großbildleinwand genießen. In der Bibliothek gibt es einen Bereich mit Automaten und im Vorlesungsgebäude eine Mokkabar. Außerdem existiert mit der
hanOMacke auch eine studentische Cafeteria.
Wohnungsmarkt
Der Wohnungsmarkt in Hannover kann als entspannt bezeichnet werden. 1-Zimmer-Wohnungen sind allerdings rar und teuer. In WGs müssen für 20 m² etwa 250 Euro kalt berappt
werden. Die bei Studenten beliebtesten Viertel sind die Nordstadt, wo sich auch die meisten Uni-Institute befinden, der Schmelztiegel Linden sowie die gutbürgerliche List.
Studentenwohnheime sind wie immer heiß begehrt und knapp. Ab 150 Euro gibt es für die glücklichen Gewinner 9 m² Wohnfläche und einem DSL-Anschluss. Anträge sollten
mindestens ein Jahr im Voraus gestellt werden. Größtes Wohnheim mit Platz für 500 Studenten ist das zu Recht so genannte „Silo“.
Verkehrsanbindung
Das öffentliche Nahverkehrssystem kann als vorbildlich bezeichnet werden. In der Stadt verkehren zahlreiche Straßenbahnen, in der Innenstadt meist als U-Bahn. Ein neues
S-Bahn-Netz bindet weite Teile der Region an. Alle Netze sind sehr übersichtlich. In den Nachtstunden unter der Woche ist der Takt manchmal etwas stiefmütterlich, aber
Hannover ist ja auch nicht New York. Direkt vor dem Campus verkehren zwei U-Bahn-Linien; bis in die Innenstadt sind es nur drei Minuten Fahrtzeit.
Freizeitmöglichkeiten
Wie mittlerweile fast alle Städte der Republik bewirbt sich Hannover als „Stadt im Grünen“. Zu den großen Parkanlagen gehören der barocke Herrenhäuser Garten,
der Berggarten und der Georgengarten; sie liegen unmittelbar beieinander und bieten gerade den Studenten Erholung direkt vor der Haustür des Welfenschlosses. Im Sommer
sollte man sich schon vor den Vorlesungen mit einem Badetuch einen Platz reservieren. Das Revier der Jogger ist die Eilenriede, mit 650 ha eine der größten innerstädtischen
Parkanlagen Europas. Überregional etabliert hat sich der Internationale Feuerwerkswettbewerb, der über mehrere Wochen im Sommer verteilt im Herrenhäuser Garten stattfindet.
Wer den Eintrittspreis scheut, muss zwar auf das Bodenfeuerwerk verzichten, wird aber mit einem kostenlosen Höhenfeuerwerk beglückt, das bei schönem Wetter über 10.000
Zuschauer anlockt. Neben den üblichen Multiplex-Kinos gibt es in Hannover einige Programmkinos, die pädagogisch wertvolle Filme zeigen. Auch im Audimax der Hauptuni finden
regelmäßig Vorführungen statt. Die Zahl der Theaterbühnen ist erdrückend; hier kann jeder Theaterfreund fast täglich auf seine Kosten kommen.
http://www.hannover.de/de/kultur_freizeit/index.html
http://stadtkind-hannover.de/index.php
http://www.filmdb.de/kinoprogramm.php?stadt=Hannover
UniSport
Die Uni bietet ein umfangreiches Angebot. Möglich sind nahezu alle denkbaren Sportarten. Achtung: kein Paragliding!
http://www.hochschulsport-hannover.de
Autor/Ansprechpartner Henning Blatt, H.Blatt (at) web.de
Stand: Juli 2006
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