Jurawelt

Hamburg (Bucerius Law School)
Name der Uni
Bucerius Law School (BLS)

Homepage
http://www.law-school.de

Universität
Die Bucerius Law School in Hamburg ist Deutschlands erste private Hochschule. Sie wurde am 2. Oktober 2000 von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gegründet, der die Universität auch den Namen zu verdanken hat. Die Stiftung wollte einen Beitrag zur notwendigen Reform der Ausbildung von deutschen Juristen leisten und damit eine private, international ausgerichtete Alternative zur bestehenden Juristenausbildung anbieten. Die BLS ist als gemeinnützige GmbH organisiert und wird von einem Geschäftsführer, dem Vizepräsidenten und dem Präsidenten (zur Zeit Prof. Dr. Dres. h.c. Karsten Schmidt) geleitet.

Lage
Die Bucerius Law School verfügt in ihrem zentral am Alten Botanischen Garten in unmittelbarer Nähe der Hamburger Gerichtsgebäude gelegenen Campus über alle Einrichtungen, die ein konzentriertes Studium und die Kommunikation untereinander fördern. Neben Vortrags- und Arbeitsräumen gibt es Gemeinschaftsräume.

Studenten
Ca. 400 Studenten insgesamt
Studienanfänger: 100 pro Jahr

Renommierte und bekannte Professoren
  • Prof.Dr.Dres.h.c.Karsten Schmidt: Forschungsschwerpunkte: Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, deutsches und europäisches Kartellrecht, Insolvenzrecht und Zivilprozessrecht

  • Prof.Dr.Meinhard Hilf: Vorsitzender des Fachbeirats des Max-Planck- Instituts, Mitherausgeber der juristischen Fachzeitschrift "Europarecht"

  • Prof. Dr. Erich Samson: Strafrecht I und II - Wiederholungs- und Vertiefungskurs, Mitherausgeber der Schriftenreihe "Schriften zum gesamten Wirtschaftsstrafrecht" sowie der Schriftenreihe "Kieler Schriften zum Strafrecht"


  • Studium
    Um an der BLS zugelassen zu werden, muss man eine mehrteilige Aufnahmeprüfung bestehen. Das Studium dauert insgesamt vier Jahre und ist in 12 Trimester unterteilt. Im 7.Trimester ist meist ein Auslandsaufenthalt bei einer der ca. 70 ausländischen Partneruniversitäten vorgesehen. Besonderen Wert wird auf eine fremdsprachliche und wirtschaftwissenschaftliche Ausbildung gelegt.

    Besonderheit
  • Zusätzlicher Abschluss: Baccalaureus Legum (LL.B.) - meist nach 10 Trimestern


  • MLB
    Die Weiterentwicklung der Hochschule schreitet stetig voran: Im Jahr 2004 hat die Bucerius Law School die Bucerius Education GmbH als Tochter-GmbH gegründet, unter deren Dach Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und Politik durchgeführt wird.
    Im Jahr 2006 startet der einjährige weiterbildende Graduiertenstudiengang "Master of Law and Business" (M.L.B.), den die Bucerius Law School gemeinsam mit der WHU - Otto Beisheim School of Management anbietet. Die Lehrveranstaltungen finden an der Bucerius Law School in Hamburg statt. Die beiden privaten Hochschulen reagieren mit dem M.L.B.-Studium auf den stetig wachsenden Bedarf an Führungskräften in der internationalen Wirtschaft, die sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Fragestellungen beherrschen.
    Die Bucerius Education GmbH ist unter der URL http://www.law-school.de/bucerius-education erreichen.
    Über den M.L.B. finden Interessenten auf der Website http://www.bucerius.whu.edu alle wichtigen Informationen.

    Bewerbung
    Bei der Auswahl zählt nur eines: die bestmögliche Eignung für das Studium der Rechtswissenschaft und die kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Bewerber. Ein Auswahlverfahren mit einem schriftlichen und mündlichen Teil stellt dies sicher. Finanzielle Leistungsfähigkeit spielt bei der Auswahl der Studierenden keine Rolle. Für die Zulassung zum schriftlichen Auswahltest müssen die Bewerber das Zeugnis des ersten Halbjahres der 13. Klasse einreichen (ein N.C. besteht nicht) und hervorragende Englischkenntnisse nachweisen. Die 216 besten Kandidaten im schriftlichen Teil des Auswahlverfahrens werden zum mündlichen Teil eingeladen. In Gesprächen, als Zuhörer bei Kurzvorträgen und als Beobachter von Gruppendiskussionen bewerten Professoren und Praktiker, inwieweit die Bewerber in persönlicher Hinsicht den besonderen Anforderungen der Bucerius Law School entsprechen. Kriterien sind insbesondere Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, intellektuelle und soziale Kompetenz und Eigeninitiative.
    Studienbeginn an der Bucerius Law School ist jährlich der 1. Oktober. Bewerbungsschluss hierfür ist jährlich der 31. März. Ausführliche Informationen über die Bewerbung und das Bewerbungsverfahren finden Sie unter http://www.law-school.de. Dort können sich Interessenten auch online bewerben.

    Klausuren
    Nach jedem Trimester werden in allen Veranstaltungen Klausuren geschrieben. In den ersten Trimestern gibt es in der Mitte des Trimesters Übungsklausuren. Die Klausuren nach dem ersten Trimester werden nur als Übungsklausuren gewertet. Allerdings umfassen die Klausuren im zweiten Trimester dann den Stoff beider Trimester und zählen.
    Während dem Trimester gibt es, primär zum Lösen von Fällen, Arbeitsgemeinschaften. Eine Gruppe umfasst zwischen 15 und 20 Studenten. Geleitet werden die Arbeitsgemeinschaften von wissenschaftlichen Mitarbeitern oder Assistenten

    Examensvorbereitungsprogramm
    Im 8. und 9. Trimester gibt es sog. Brückenkurse, in denen - neben dem normalen Studienplans - bereits die Grundlagen der ersten Trimester erneut vertieft und wiederholt werden.
    Das eigentliche Examensvorbereitungsprogramm während dem 10. und 11. Semesters ist in Blöcke á vier Wochen unterteilt, jeweils drei mit Unterricht und eine zum Selbststudium.
    Ein Vorbereitungstag sieht folgendermaßen aus:
  • 8.30 - 12.45: Plenarveranstaltung (interaktive Vorlesung) mit dem ganzen Jahrgang (ca. 100 Leute)

  • Nach der Mittagspause: eine 4-Mann-Gruppe löst jeweils einen Fall selbstständig. Anschließend Treffen mit einem Kleingruppenleiter und drei anderen 4-Mann-Gruppen, um den Fall zu besprechen. Es gibt zwei unterschiedliche Fälle, so dass je Kleingruppe jeweils zwei 4-Mann-Gruppen einen Fall vorbereitet haben.

  • Ende: ca. 17.00

  • Der Samstag ist für Klausuren freigehalten. Morgens findet eine fünfstündige Klausur statt. Nachmittags wird sie besprochen. Die korrigierte Klausur wird nach einigen Wochen zurückgegeben.

    Bibliothek
    Die Bibliothek wurde im September 2000 gegründet und war anfangs in einem spartanischen Pavillon im Hof der Hochschule untergebracht, wechselte allerdings Mitte August 2002 in das renovierte Hauptgebäude. Wegen wachsender Bestandsgröße wurden die Räume der Bibliothek Mitte 2003 vergrößert.
    Die Bibliothek ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche zugänglich. Für die Online-Recherche stehen fünf PCs zur Verfügung. Durch WLAN haben die Studenten zusätzlich auf dem ganzen Campus Zugang zum Internet und können zudem auch das hochschuleigene Intranet, diverse Bibliothekskataloge und die wichtigsten juristischen Datenbanken (BeckOnline, Juris, LexSoft/LexOnline, Westlaw International, etc.) nutzen.
    Die Bibliothek ist ausschließlich für die Informationsversorgung der eigenen Studenten, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Professoren gedacht. Für externe Interessenten ist eine Nutzung der Bibliotheksräume oder ihrer Bestände nicht möglich.

    Finanzierung
    Der Etat belief sich im Jahr 2004 auf ca. 9,5 Mio. Euro und finanziert sich aus Studiengebühren (3300 Euro pro Trimester) und Zuwendungen Dritter (v.a. der Zeit-Stiftung). Eine Nutzung der staatlichen Ausbildungsförderung (BAföG) ist möglich. Mit einem BAföG-Bezug halbieren sich die Studiengebühren auf 1650 Euro. Alternativ dazu gibt es die Möglichkeit des umgekehrten Generationenvertrages. Hierbei wird den Studierenden die Chance gegeben zunächst ohne finanzielle Belastung zu studieren. Nach Eintritt in das Berufsleben ist man dann allerdings verpflichtet 15 Jahre lang jährlich 8% des Einkommens an die Bucerius Law School zu zahlen (max. 75.000 Euro). Darüber hinaus können sich die Studierenden natürlich auch für externe Stipendien bewerben, etwa bei Stiftungen. Die Vodafone Stiftung bietet beispielweise unter anderen für Studierende der Bucerius Law School, die einen Migrationshintergrund haben, ein Vollstipendium, das die Übernahme der Studiengebühren und der Lebenshaltungskosten umfasst.


    Stand: 19. September 2006
Bochum
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