Jurawelt

Praktikum bei der Polizei Trier
Michael Ludwig


Praktikum bei der Polizei Trier


Zunächst wurden die vier Praktikanten, worunter auch ich mich befand, von einer Verwaltungsangestellten kurz in die Polizei eingewiesen. Sie gab uns einen groben Überblick über unsere Zeit bei der Polizei, den Aufbau der Polizei. Anschließend verpflichtete sie uns, wie üblich, zur Verschwiegenheit über alle Details, die wir während unserer Zeit dort erfahren sollten. Außerdem wurde uns angeboten, an einem Nachtdienst bei der Polizeiinspektion teilzunehmen, was wir alle machen wollten. Während wir vier über die ganze Praktikumszeit gemeinsam in alle Abteilungen gingen, konnte jeweils nur einer an dem Nachtdienst teilnehmen, da dort auch die Möglichkeit bestand, auf Einsätze mit raus zu fahren.

Die Polizei ist unterteilt in zwei Bereiche. Zum einen die Polizeiverwaltung, zum anderen die Abteilung Polizeieinsatz, wozu die Polizeidirektionen und die Kriminaldirektion gehört. In alle diese Bereiche konnten wir während des Praktikums einen Einblick erhalten.

Anschließend kam der Polizeipräsident von Trier hinzu, und unterhielt sich etwa eine halbe Stunde mit uns. Er erklärte uns nochmal etwas umfassender, wie die Polizei aufgebaut ist, wie sie organisatorisch arbeitet. Außerdem machte er noch einen Termin zum Ende unserer Praktikumszeit mit uns, um sich dann nochmal mit über das vergangene Praktikum zu unterhalten.

Schließlich verließen uns die Verwaltungsangestellte und der Präsident und eine Dame von der Presseabteilung kam zu uns. Diese erzählte uns kurz über ihren durchaus interessanten Werdegang bei der Polizei, über ihre Ausbildung, ihre Tätigkeit bei Anti-Stress-Seminaren und schließlich ihre Arbeit bei der Presseabteilung. Dabei konnten wir jederzeit fragen stellen, und sie bot sich auch an, während der gesamten Praktikumszeit für unsere Fragen bereit zu stehen. Das war es dann schon für unseren ersten tag. Insgesamt waren wir von 9 bis 11:30 Uhr da. Weiter ging es am nächsten Tag mit dem Sachgebiet PV(Polizeiverwaltung) 1 (Recht).

Für den zweiten und dritten Tag war die Rechtsabteilung vorgesehen. Diese ist für Rechtsberatungen innerhalb der Polizei zuständig, Dienstaufsichtsbeschwerden und Anzeigen gegen Polizeibeamte, Eintreiben von Gebühren von Polizeieinsätzen, und viele weiter Zuständigkeiten. Wiederum nahm sich ein Mitarbeiter viel Zeit für uns und erläuterte uns seine Arbeit dort. Anschließend gab er uns mehrere Akten von abgeschlossenen Fällen, die wir uns dann ansehen konnten.

Für die Tage 4, 5 und 6 stand die Liegenschaftsverwaltung auf dem Plan. Hier werden alle Gebäude der Polizei verwaltet. Schließlich waren wir auch nicht in der Abteilung Haushalt und Finanzen.

Anschließend waren wir im Herzen des Polizeipräsidiums: Der Abteilung Polizeieinsatz. Hier laufen alle Notrufe ein, hier kommen bei Krisen alle wichtigen Menschen zusammen, alle Einsätze werden von hier gesteuert... Uns wurde erklärt wie das im einzelnen Abläuft wenn etwas passiert (beispielsweise ein Banküberfall).

Der letzte Tag in der Polizeiverwaltung galt der Bußgeldstelle. Hier werden, wie schon der Name verrät alle Bußgeldsachen der Polizei verwaltet. Bußgelder gibt es zum Beispiel bei Verkehrskontrollen der Polizei.

In der dritten Woche kamen wir zur Polizeidirektion, das heißt zur Schutzpolizei (die in der grünen Uniform). Hier erfuhren wir einiges über die Arbeit dort. Zudem fiel "mein Nachtdienst" in diese. Dies war eine überaus interessante Erfahrung. Sonst hat man ja eher selten Gelegenheit mit Blaulicht durch die Nacht zu rasen. In meiner Nacht hatte ich gleich mehrfach Gelegenheit dazu (Natürlich saß ich nur hinten drin und bin nicht selbst gefahren...). Gleichwohl nichts wirklich Gravierendes passierte, war das doch eine aufregende Nacht. Ich hatte die Möglichkeit, viele Fragen an die beiden Polizisten zu stellen, die ich begleitete. Wirklich gefährlich wurde es nicht, aber Trier ist nun auch kein so heißes Pflaster...

Innerhalb dieser Woche waren wir auch einen Tag bei der ehemaligen Ermittlungsgruppe Asylbetrug (die neue Bezeichnung hab ich leider vergessen). Hier lernten wir auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kennen, das sich um die Anerkennung von Asylanträgen bemüht. Da die Ermittlungsgruppe innerhalb einer Wohnsiedlung für Asylanten untergebracht ist, konnten wir uns auch ein Bild der Situation dort machen.

Die letzte Woche galt schließlich der Kriminalpolizei. Hier konnten wir nahezu zu allen Kommissariaten (bis auf wenige Ausnahmen, da dort gerade größere Ermittlungen liefen), wenn auch manchmal nur für eine Stunde oder zwei. Dennoch gab es dort viele Interessante Fakten aus der Polizeiarbeit.

Am letzten Tag empfing uns noch einmal der Polizeipräsident in seinem Büro. Wir konnten uns noch ein Weilchen mit ihm unterhalten.

Gesamteindruck: Wenn es auch für Juristen nur einen begrenzten Einsatzraum gibt, so ist eine Einblick in diese Institution doch äußerst interessant. Die Polizei Trier kann ich als Praktikumsplatz dabei besonders empfehlen. Obwohl eine immense Arbeitsmenge zu bewältigen ist, schaffte man es, sich Zeit für uns zu nehmen und geduldig alle möglichen Fragen zu beantworten. Besser habe ich bisher keine Praktikumstelle kennengelernt. Ob im Einzelnen ein Praktikum bei der Polizei anerkannt wird, ist beim jeweiligen Justizprüfungsamt zu erfragen. In Rheinland-Pfalz gilt dies als Verwaltungspraktikum.
Bochum
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Normentheorie, Strafrechtsdogmatik und der Tatbestand des § 142 StGB
Schemata Schuldrecht AT von Pieter Schleiter





Copyright © 2000-2008 Jurawelt