Mascha Berg, Universität Würzburg
Praktikum bei der Wirtschaftskammer Österreich in Wien
Im August/September 2003 absolvierte ich ein vierwöchiges Praktikum bei der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in der Abteilung für Europa. Das Praktikum wurde mir über das
Praktikantenaustauschprogramm STEP (Student Trainee Exchange Programme) der European Law Students' Associaton (ELSA) vermittelt.
Praktikumsvermittlung durch ELSA
ELSA ist die größte europäische Jurastudentenvereinigung für Jurastudenten, Referendare und junge Juristen. ELSA ist in Deutschland an jeder juristischen Fakultät vertreten
und mittlerweile auch an ein paar Fachhochschulen – näheres dazu unter
http://www.elsa-deutschland.org/network. Mit dem Programm STEP vermittelt ELSA seinen Mitgliedern bezahlte Praktika bei Kanzleien, Firmen und anderen
Institutionen. Eine Anmeldung erfolgt unter
http://www.elsa.org. Nähere Informationen zu den (geringen) Kosten und dem Ablauf
kann man
http://www.elsa-deutschland.org/ueber_uns/step entnehmen oder direkt bei seiner
ELSA-Fakultätsgruppe vor Ort erfragen.
Inhalt des Praktikums bei der WKÖ
Ich habe in der Europaabteilung der Wirtschaftskammer Österreich im Euro-Infocenter gearbeitet. Da hier eine Juristin seit längerem abwesend war, wurde ich mit einigen ihrer
Aufgaben betraut. Der zweite Jurist des Euro-Infocenters betreute mich und wies mir die Aufgaben zu, die ich eigenständig bearbeiten durfte.
In erster Linie beantwortete ich laufende Anfragen von österreichischen Unternehmen hinsichtlich europäischer Regelungen. Meine Aufgabe war es, Richtlinien und Verordnungen
bezüglich der Anfragen zu prüfen und die entsprechenden nationalen Vorschriften zu untersuchen. Im Anschluss verfasste ich eine Antwort – mal kürzer, mal auch als eine
Art kleines Gutachten. Zudem führte ich viele Recherchen für laufende internationale Verfahren durch, wonach über eine Stellungnahme Österreichs entschieden wurde. Darüber
hinaus war ich über einen längeren Zeitraum damit betraut, für die einzelnen österreichischen Bundesländer europäische und Landesförderungen für einen bestimmten Bereich
zusammenzustellen. Ich konnte sehr eigenständig arbeiten und habe außerdem einiges im Bereich der praktischen Anwendung europäischen Rechts gelernt.
Vorkenntnisse zum Europäischen Recht sind von Vorteil, um in diesem Bereich eingesetzt zu werden – ich absolviere ein Begleitstudium zum Europäischen Recht, was bei
mir den Ausschlag gegeben hat. Allerdings ist das keine Voraussetzung, ein paar Grundkenntnisse sind wohl ausreichend. Wer in diesem Bereich Praxisluft schnuppern und
eigenständig arbeiten will, ist hier genau richtig aufgehoben. Die Arbeitszeiten sind von 08.00 bis 16.30 Uhr, was auch noch ausreicht, um anschließend das Wiener Leben zu
erkunden.
Leben in Wien
Um eine Wohnmöglichkeit brauchte ich mich nicht zu bemühen, da dies von dem Verantwortlichen für STEP vor Ort im Vorfeld übernommen wird, so dass ich nur noch mein Zimmer
beziehen brauchte.
Das Leben in Wien ist gezeichnet von Kultur (auch über Sissy hinaus), gutem Essen und Lebensfreude. Man kann die Kultur auf verschiedenste Weise genießen – in Form
eines Besuchs eines der zahlreichen Museen, Erholung bei einer Oper oder im Theater, schlendern durch einen der Parks oder wandeln auf den Wegen von Sissy und vieles mehr.
Aber auch die Vielfalt für den kulinarischen Genuss ist wohl grenzenlos – toll ist der Naschmarkt, auf dem man sowohl Zutaten aus der ganzen Welt kaufen kann, als auch
direkt vor Ort schlemmen. Darüber hinaus sind die Heurigen zu empfehlen und gute Restaurants gibt's überall in Wien.
Ein Tipp für abends ist das Museumsquartier: Besonders im Sommer wimmelt es hier von Jugendlichen in den Kneipen. Auf den Freiluft-Sofas auf dem Gelände genießen viele ihren
Abend bei angenehmer Hintergrund-Musik mit eigenen (alkoholischen) Getränken.
Man hat neben dem Praktikum genug Zeit, Wien mit all seinen Facetten zu erkunden - und das sollte man auch tun und genießen!