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Praktikum bei der Merck KGaA


Praktikum bei der Merck KGaA


Nachdem ich im Rahmen des Studiums bereits das Pflichtpraktikum am Landgericht Darmstadt absolviert hatte, entschloss ich mich, ein Praktikum in einer Rechtsabteilung eines Konzerns zu machen, um mir einen besseren Überblick über das Berufsbild des „RA in einer Rechtsabteilung“ verschaffen zu können. Ich bewarb mich also bei der in meinem Heimatort ansässigen Merck KGaA, die weltweit ca. 33.000 Mitarbeiter beschäftigt und sich im Bereich des Pharma- und Chemiewesens einen internationalen Namen gemacht hat. Die Tätigkeitsbereiche der Merck KgaA reichen von Medikamentenentwicklung über klinische Studien im Pharmabereich, sowie Nahrungsmittelforschung, Kosmetik, Kunststofftechnik und Photovoltaic im Chemischen Bereich.

Ich bewarb mich bei der Rechtsabteilung des Standorts Darmstadt und bekam nach einem Vorstellungsgespräch eine Zusage für ein 4wöchiges Praktikum. Betreut wurde ich von zwei Mitarbeitern der Rechtsabteilung die auch bei meinem Vorstellungsgespräch anwesend waren und auch für die Referendare zuständig waren, die bei Merck ihre Wahlstation ablegten.

Ich bekam einen Arbeitsplatz in einem Büro, welches ich mir mit einer Referendarin teilte und konnte mir erstmal einen Überblick über den Tätigkeitsbereich der Anwälte verschaffen. Die ersten 10 Tage waren für mich reine Einarbeitungszeit, erst bei diesem Praktikum wurde mir die Kluft zwischen Studium und Arbeitswelt im juristischen Bereich bewusst. Auch wenn ich mir meine Aufgaben zunächst frei wählen durfte, kam ich anfangs immer wieder an einen Punkt, in dem ich nicht wirklich weiter wusste, da das juristische Arbeiten im realen Leben einfach ganz anders ist als an der Universität.

Ich wurde jedoch sehr gut von allen betreut, konnte jederzeit Fragen stellen und suchte mir Arbeiten raus, die ich gut bewältigen konnte. Nachdem dann die erste Hürde genommen war, bearbeitete ich Mailanfragen von den Anwälten (Bsp: „Wer hat Zeit um sich Problem xy anzunehmen?“) und suchte mir so meine Aufgaben zusammen. Ich bearbeitete die Anfragen nach Dringlichkeit und merkte schnell, dass sobald ich zwei Aufgaben erledigt hatte, bereits 4 neue Anfragen warteten. Über einen Mangel an Arbeit konnte ich mich also wirklich nicht beklagen.

So verbrachte ich die meiste Zeit damit, Recherche für die Anwälte zu betreiben, Literatur zu suchen und Verträge sowie AGBs zu überprüfen. Dazu standen mir die einschlägigen Datenbanken und Kommentare zur Verfügung, ich recherchierte im Internet und in Fachzeitschriften und übermittelte meine Ergebnisse den Rechtsanwälten.

Fazit:
Wenn ich mir vor dem Praktikum nicht richtig vorstellen konnte, wie es ist in der Rechtsabteilung eines Konzerns zu arbeiten, wurde diese Frage durch das Praktikum definitiv beantwortet. Ich habe einen sehr großen Einblick bekommen, der Praxisbezug war enorm und ich konnte, was mir sehr wichtig war, reale Fälle bearbeiten und auch Erfolge in deren Fortgang sehen.

Das Praktikum war sehr zeitintensiv, an manchen Tagen war ich bis zu 10 Stunden vor Ort um die ganzen Aufgaben zu bewältigen. Ich bin sehr froh darüber, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, wirklich selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Dieses Praktikum hat mir gezeigt, wie der Beruf als Anwalt in einer Rechtsabteilung ansatzweise aussieht. Ich habe für mich festgestellt, dass dieser Berufszweig für mich nicht in Frage kommt, was ich ohne dieses Praktikum wohl nicht herausgefunden hätte. Darüber bin ich sehr froh und kann nur jedem Studenten empfehlen, in den verschiedensten Bereichen ein Praktikum zu absolvieren um für sich herauszufinden, was man sich für seine Zukunft vorstellen kann.
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