07.01.2004
Eine Fachhochschule ist laut Lexikon eine „praxisnahe Hochschuleinrichtung“. Professor Wörlen ist Professor an einer Fachhochschule – und sein Lehrbuch
Sachenrecht könnte praxisnäher nicht sein: Anhand von Übungsfällen, Verständnisfragen vor und nach einem Kapitel, Schemata sowie weiterführenden Literaturverweisen
werden dem Leser die rechtlichen Beziehungen zwischen Person und Sache nähergebracht.
Inhaltlich befaßt sich das Buch mit den allgemeinen Grundsätzen des Sachenrechts, dem Eigentumserwerb, den Eigentumsstörungen, sowie Grundstücks- und Kreditsicherungsrecht.
Es deckt damit den kompletten Stoff der oftmals in 2 Semester getrennten sachenrechtlichen Vorlesung ab. Im einführenden Kapitel wird viel Bekanntes aus BGB AT und
Schuldrecht wiederholt; die eigentliche Einführung in das Sachenrecht beginnt mit der Erläuterung von Besitz und Eigentum.
Als einziger Kritikpunkt bleibt der Lösungsansatz der zahlreichen Übungsfälle, der teilweise in Textblöcken versteckt ist und z.B. zur schnellen Wiederholung nur bedingt
tauglich ist. Lediglich in diesem einzigen Punkt bleibt sich der Autor selbst nicht treu und verzichtet auf seinen ansonsten sehr schmatischen und „aufgeräumten“
Stil.
Besonders ausführlich wird das Werk im Grundstücksrecht, wo neben den rechtlichen Grundlagen z.B. auch Aufbau und Aussehen eines Grundbuches erläutert werden. In diesem
Kapitel vermittelt der Autor vermehrt Wissen, das bei Verwendung anderer Lehrbücher dem Rechtspfleger im Grundbuchamt vorbehalten bliebe. Selbst in diesem Bereich, am Schema
des Grundbuches, wird mit Übungsfragen gearbeitet.
Gesamteindruck:
Verglichen mit anderen Lehrbüchern desselben Sachgebiets kommt Wörlens Werk vom Umfang etwas knapp daher: Insgesamt eignet es sich als schematischer Überblick in Ergänzung
zu einem Kommentar oder einem ausführlichen Skript. Idealerweise vermittelt Wörlen an fast jedem Kapitelende selbst die weiterführenden Literaturhinweise zum Lernen.
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