Mit dem Status als Volljurist eröffnen sich, um nur einige von vielen zu nennen, unter anderem folgende berufliche Möglichkeiten:
- Richter an ordentlichen Gerichten, an Arbeits-, Verwaltungs-, Sozial- und Finanzgerichten sowie an Verfassungsgerichten (zur Einstellung ist ein Prädikatsexamen
erforderlich, das etwa 10 % aller Absolventen schaffen)
- Staatsanwalt (aber ebenfalls mit der Notwendigkeit eines Prädikatsexamens)
- Jurist im Strafvollzugsdienst
- Jurist in der Verwaltung (Auswärtiger Dienst, Allgemeiner Verwaltungsdienst, Bundesanstalt für Arbeit, Bundesbank, Zolldienst des Bundes u.v.a.m.)
- Jurist in der Wirtschaft
- Rechtsanwalt (in Großkanzleien und kleineren Kanzleien)
- Notar
- Steuerberater
- Wirtschaftsprüfer
Nicht zu vergessen ist aber auch, dass aufgrund der umfassenden juristischen Ausbildung und der logischen und analytischen Fähigkeiten, die dort vermittelt werden, auch der
Einstieg in gänzlich andere Bereiche offen steht: Sowohl in den Personalabteilungen von Unternehmen wie auch beispielsweise in der Werbung (Marketing / Vertrieb) oder auch
in Unternehmensberatungen werden Juristen gerne gesehen und eingestellt. Allerdings muss man sich immer vor Augen halten, dass hier Konkurrenz der Betriebswirtschaftler
besteht, die die entsprechenden Fächer ausführlich studiert haben. Daher hat man als "Exot" in diesen anderen Bereichen sicherlich immer passable Chancen, aber diese sind
natürlich geringer als die von "echten" Betriebswirtschaftlern.
Die schwierige wirtschaftliche Lage der letzten Jahre hat auch ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt für Juristen hinterlassen. Ältere Juristen und solche mit einem Abschluss
einer ausländischen Hochschule sowie Absolventen mit schwächeren Noten sind nach wie vor nur sehr schwer zu vermitteln. Eine Trendwende auf dem Berufsmarkt ist derzeit nicht
in Sicht. Allerdings kann keiner sagen, wie die Situation in 6 Jahren aussehen wird. Die Zahl der arbeitslosen Juristen ist angestiegen. Absolventen mit guten Abschlussnoten
oder wirtschaftsbezogenen Zusatzkenntnissen sind schneller zu vermitteln und nur kurze Zeit ohne Arbeit. Damit ein völlig problemloser Berufseinstieg möglich ist, muss der
Absolvent mit der Note "vollbefriedigend" in beiden juristischen Examina aufwarten können – das sind wie gesagt die oberen 10 %. Wenngleich man auch sonst nicht
chancenlos ist heißt es also: Lernen, lernen, lernen.
Angemerkt sei aber, dass diese extreme Verschiebung nach oben sich auch in anderen Studienrichtungen findet – den Biologen oder Betriebswirtschaftlern geht es nicht
besser.
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