Jurawelt

Artikel 9253
Daniela Ellwanger
31.05.2004

Zivilprozessrecht anschaulich und interessant

Eine Rezension zu:

Hans-Joachim Musielak

Grundkurs ZPO


7. Auflage

C.H. Beck, München 2004, 527 Seiten, 25,- €
ISBN 3-406-51623-8

http://www.beck.de


Der Autor, Hans-Joachim Musielak, ist den Studierenden vor allem durch sein Werk "Grundkurs BGB" ein Begriff. Mit dem vorliegenden Buch zum Zivilprozessrecht vermittelt der Autor in gewohnter Weise einen Einstieg und Überblick über das Thema des Zivilverfahrens. Im Studium wird das Thema ZPO oft vernachlässigt. Nichts desto trotz ist es relevanter Stoff für das erste und noch viel mehr natürlich für das zweite Staatsexamen.

Behandelt werden wie schon in den vorigen Auflagen sowohl das Erkenntnis- wie auch das Zwangsvollstreckungsverfahren. Erleichtert wird das Verstehen durch zahlreiche Fälle sowie Fragen zur Kontrolle des Verständnisses und des Lernerfolges am Ende eines jeden größeren Themenabschnitts.

Die neubearbeitete, siebte, Auflage enthält insbesondere auch die vielen Neuregelungen im Zivilprozessrecht. Allem voran die ZPO-Reform, das Zustellrechtsreformgesetz sowie die Neuregelungen zum elektronischen Geschäftsverkehr. Außerdem wurde schon das kurz vor seiner Verabschiedung stehende Justizmodernisierungsgesetz berücksichtigt.

Das Buch beginnt mit einer Einführung in die Methode der Lösung zivilprozessrechtlicher Fälle. Der zweite Paragraph befasst sich mit dem Beginn des Zivilprozesses. Dort wird die Sicht der Parteien und des Rechtsanwaltes dargestellt. Ein interessanter Exkurs über Beratungs- und Prozesskostenhilfe findet sich in ersterem Abschnitt. Gemäß der Relevanz für einen Studenten der Rechtswissenschaften, ist der Teil über die Sicht des Rechtsanwaltes erheblich ausführlicher gestaltet. Den Abschluss dieses Paragraphen bildet die Sicht des Richters, bevor die "Fälle und Fragen" den Lernerfolg und das Verständnis kontrollieren.

Danach folgt ein Überblick über das weitere Verfahren. Hier zunächst Gestaltung und Ablauf des Termins zur mündlichen Verhandlung, dann eine Darstellung der Verfahrensgrundsätze und die Voraussetzungen für die Zulässigkeit der Klage. Letzteres wird druch ein Prüfungsschema zusammengefasst. Am Ende dieses Paragraphen findet sich ein Anhang über den Streitgegenstand.

Der vierte Abschnitt ist dem Parteiverhalten im Prozess gewidmet. Es wird deutlich gemacht, inwiefern die Parteien Einfluss auf den Gang des Verfahrens nehmen können und was ein Nichterscheinen oder Nichtverhandeln bedeutet und zur Folge hat. Nachdem die Möglichkeit einer Änderung der Klage besprochen wurde, folgt ein Abschnitt über Parteiwechsel und Parteibeitritt. Den Schluss bilden die Ausführungen zum Anerkenntnis und Verzicht.

Als nächstes gibt der Autor Einblick in weitere Möglichkeiten für die Prozessführung der Partei. Zu nennen sind hier vor allem die Klagerücknahme, der Prozessvergleich und die Widerklage. Als Anhang wird hier die Beteiligug Dritter am Rechtsstreit behandelt.

Den sechsten Teil bilden die Ausführungen über Tatsachenvortrag und Beweis. So werden die Zurückweisung eines verspäteten Vorbringens und die Folgen beleuchtet sowie die Bewertung des Tatsachenvortrages der Parteien durch den Richter besprochen. Bevor die einzelnen Beweismittel ausführlich diskutiert werden, gibt der Autor einen kurzen Überblick über das Beweisverfahren. Nach Ausführungen zu Beweiswürdigung und Beweislast erläutert der Autor kurz das selbstständige Beweisverfahren und stellt neben den üblichen "Fällen und Fragen" auch eine erste Übungsklausur.

Der nächste Paragraph befasst sich mit der gerichtlichen Entscheidung, womit das Urteil erläutert, die Rechtsmittel ausführlich aufgezeigt und die Rechtskraft besprochen werden. Im Anhang erläutert der Autor besondere Verfahrensarten, insbesondere das Mahnverfahren, bevor die zweite Übungsklausur und die "Fälle und Fragen" das Kapitel abschließen.

Der achte Paragraph hat die Zwangsvollstreckung zum Inhalt und bildet mit über 100 Seiten ca. 1/3 des Buches. Geklärt werden unter anderem die Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung, die Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen bzw. anderer Ansprüche sowie die Rechtsbehelfe in der Zwangsvollstreckung.

Schön ist, dass innerhalb des Textes wichtige Passagen fett gedruckt sind. So fällt die Übersicht leichter. Auch finden sich an wichtigen Stellen Grafiken, die zum Einen den Text auflockern und zum Anderen das Verständnis und Lernen erleichtern. Wie schon aus den Vorauflagen und auch dem "Grundkurs BGB" bekannt, sind Kurz-Zusammenfassungen als Prüfungsschema in Kästchen dargestellt. Für die 143 Punkte der "Fälle und Fragen" finden sich 30 Seiten Lösungshinweise. Für die insgesamt drei Übungsklausuren sind im Anschluss an sie Lösungshinweise jeweils Lösungsskizzen abgedruckt.

Gesamteindruck:
Das Buch besticht durch seine Übersichtlichkeit. Es bietet als Grundkurs einen doch recht umfangreichen Einblick in das Zivilprozessrecht und ist damit ideal für das Einarbeiten oder Wiederholen sowohl für das erste, als auch für das zweite Examen.





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