Jurawelt

Artikel 8158
Hannes Münchinger

Anschauliche Einführung anhand von Fällen

Eine Rezension zu:

Susanne Roßmann-Gläser

Das familiengerichtliche Verfahren

Eine Einführung in die Praxis

JuS Schriftenreihe Referendarpraxis

C.H. Beck, München 2002, 207 Seiten, 16,50 €
ISBN 3-406-48746-7

http://www.beck.de


Das Buch zum Verfahren in Familiensachen ist eine Neuerscheinung in der Abteilung Referendarpraxis der JuS Schriftenreihe. Es richtet sich gleichermaßen an Referendare und Anwälte, die im Familienrecht tätig sind. Schon auf der ersten Seite wird erkennbar, dass das Familienrecht bei weitem nicht im 4. Buch des BGB abschließend behandelt wird. Bereits hier werden die Verknüpfungen mit Normen aus der ZPO, dem GVG, FGG sowie der HausratsVO aufgezeigt. Diese Zusammenhänge zu entwirren ist ein Hauptziel der Autorin.

Sie untersucht im ersten Teil des Buches die Zuständigkeit in Familiensachen und geht hierfür die einzelnen Unterpunkte des § 621 I ZPO durch. Auch der Scheidungsverbund wird auf drei Seiten angesprochen. Im zweiten Teil werden dann einzelne Familiensachen näher behandelt, angeführt von der Scheidung, die das Hauptanliegen familiengerichtlicher Verfahren darstellt und die anderen Familiensachen mit sich zieht. Ein Schwerpunkt liegt in den materiellen Voraussetzungen für eine Ehescheidung. Anschließend geht Roßmann-Gläser auf Kindes- und Ehegattenunterhalt, eheliches Güterrecht, elterliche Sorge sowie den Hausrat ein, alles Dinge, die im Rahmen einer Scheidung geklärt werden müssen. Es werden jeweils prozessuale und materielle Fragestellungen erörtert. Gerade die Unterhaltsforderungen sind oftmals sehr komplex gestaltet, um die wichtigsten Fragen zu verdeutlichen, nutzt die Autorin typische Fälle, die von ihr ausführlich gelöst werden. Der dritte Teil des Buches ist dem einstweiligen Rechtsschutz gewidmet. In diesem Bereich sind vor allem die einstweilige Anordnung zur Zahlung von Unterhalt oder der Arrest praxisrelevant. Im letzten Teil des Buches, der aber mit 74 Seiten sehr umfangreich ausfällt, wiederholt die Verfasserin den behandelten Stoff anhand dreier Aktenfälle.

Gesamteindruck:
Der Autorin gelingt es, die in der Praxis wichtigen Probleme des familiengerichtlichen Verfahrens übersichtlich und anschaulich darzustellen. Die neun Beispielfälle mit Lösungen im Erläuterungsteil sowie die drei Aktenfälle, die sehr ausführlich mit Schriftsätzen abgedruckt sind, tragen erheblich dazu bei, dass die Materie dem Leser praxisnah vermittelt wird. In diesem Buch sollten Referendare und junge Anwälte für ihre ersten Familienrechtsfälle alle nötigen Fragestellungen erklärt und mit Normen versehen bekommen, für Detailkenntnisse muss später auf ein tiefergehenderes Handbuch zurückgegriffen werden.





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