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Martin Bahr

Interessante Darstellungs-Alternative

Eine Rezension zu:

Walther Heintzmann / Volker Heintzmann

Leitfaden zur Schuldrechtsmodernisierung und Zivilprozessreform


C.F. Müller, Heidelberg 2002, 88 S., 12,- €
ISBN 3-503-06628-4

http://www.cfmueller.de


I. Leitfaden zur Schuldrechtsreform:
Wie viele schon befürchtet haben: Nach etwas mehr als einem halben Jahr füllt die Literatur zur Schuldrechtsreform schon eine ganze Bibliothek. Darunter ist so manches Werk, das vor Quantität nur so strotzt, das qualitativ aber nur sehr eingeschränkt zu empfehlen ist. Was meistens darin liegt, dass die Autoren einfach den neuen Gesetzestext mit anderen Worten wiedergeben, ohne tiefergehend zu reflektieren oder eigene, neue Ansätze einzubringen. Und bei den ganz schlechten Büchern wird noch zusätzlich der gesamte Gesetzestext noch einmal abgedruckt, um den Preis erhöhen zu können.

Der Rezensent, der inzwischen eine Vielzahl von Reform-Büchern gelesen hat, fragt sich, ob es inzwischen noch sinnvoll ist, Grundrisse über die Neuerungen der Schuldrechtsreform herauszubringen. Der Markt dürfte in dieser Hinsicht gesättigt sein. Was spätestens jetzt verlangt wird, sind Bücher zu Detail-Bereichen, z.B. Änderungen im AGB-Recht, Arbeitsrecht usw.

Der Heintzmann / Heintzmann ist in dieser Hinsicht eine erfreuliche Ausnahme. Und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen in preislicher Hinsicht, mit "nur" 12,- € wohl mit eines billigsten Reform-Bücher. Zum anderen in der didaktischen Aufbereitung.

Den Autoren ist an einer schnellen und effektiven Vermittlung des Stoffes, insbesondere für den Praktiker, gelegen. Bei dem Werk handelt es sich - wie auch schon der Name verrät - um kein Lehrbuch im klassischen Sinn. Die Seiten sind vielmehr durchgehend zweispaltig. In der linken Spalte finden sich jeweils die Schlagworte mit Zitierung der einschlägigen Normen. In der rechten Spalte wird das materielle Recht in aufbereiteter Form dargestellt. Häufig finden sich keine durchgehenden Sätze, sondern grafisch aufbereitete und hervorgehobene Gliederungen und Absätze.

Das Werk enthält eine Vielzahl von Schaubildern und Diagrammen und erleichtert somit sowohl dem Anfänger als auch dem Fortgeschrittenen den Einstieg und die Suche nach einer speziellen Frage.

Die Form der Darstellung ist anfänglich ein wenig gewöhnungsbedürftig, überzeugt jedoch nach sehr kurzer Zeit. Sicher kann der Band keine umfassende Darstellung wie Huber / Faust oder Lorenz / Riehm ersetzen, ist aber für gerade für das schnelle Nachschlagen und Suchen eine echte Alternative.

II. Leitfaden zur ZPO-Reform:
Die Art und Weise der bisherigen Darstellung setzt sich auch im ZPO-Teil fort.

Die Erläuterungen umfassen ca. 13 Seiten. Ausführliche Darstellungen gibt es inzwischen - wie schon oben für die Schuldrechtsreform erwähnt - auch für die ZPO-Reform, hier sei nur Schneider erwähnt. Die kompakte und sehr übersichtliche Präsentation ist sowohl für den Studenten und Referendar zur Examensvorbereitung bestens geeignet als auch für den Praktiker, der im Regelfall nur wenig Zeit hat.

III. Allgemein:
Gerade dank der z.T. nur skizzenhaften Aufbereitung bildet der Leitfaden zur Schuldrechtsmodernisierung und Zivilprozessreform eine gute Einführung in die beiden Reformen. Das Werk eignet sich hervorragend als Sprungbrett für eine tiefergehende thematische Auseinandersetzung.

Gesamteindruck:
Ein echter Glücksfall in der Literatur der Schuldrechtsreform. Gerade durch seine besondere Art der stofflichen Darstellung und Präsentation hebt sich der Band von anderen klar hervor.





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