Jurawelt

"ZPO-Fallrepetitorium" von Walter Zimmermann
Stefanie Kleinmanns
05.10.2008

900 Grundlagen- bis komplizierte Fälle

Eine Rezension zu:

Walter Zimmermann

ZPO-Fallrepetitorium

Für Studium und Vorbereitungsdienst

7. Auflage

Jurathek Referendariat

C.F. Müller, Heidelberg 2008, 437 Seiten, 30,- €
ISBN 978-3-8114-3371-7

http://www.cfmueller-verlag.de


Fallsammlungen, die sich auf das Zivilprozessrecht spezialisieren, sind auf dem juristischen Büchermarkt kaum zu finden. Dies liegt daran, dass zivilprozessuale Fragen nie Schwerpunkt von Übungs- und Examensklausuren sind, sondern eher als Zusatzfragen in einen Sachverhalt eingebaut werden. Das etablierte Fallrepetitorium von Zimmermann schließt diese Lücke und präsentiert auf gut 400 Seiten etwa 900 Einzelfragen und Fallgestaltungen, die sich mit Problemen des Zivilprozessrechts befassen. Die Fragen/Fälle sind dementsprechend kurz; die Antworten umfassen manchmal nur wenige Zeilen, zuweilen aber auch mehr als eine Buchseite.

Neben jedem Fall sind Sternchen abgedruckt, die den Schwierigkeitsgrad angeben. Dabei unterscheidet der Verfasser Grundlagen, etwas schwierigere Fälle für Studierende, Fälle für Referendare und kompliziertere, entlegenere Probleme für die Prozesspraxis. Das Buch richtet sich konsequenterweise sowohl an Studenten (vor allem mit Wahlfach Zivilrechtspflege) als auch an Referendare und junge Praktiker.

Der inhaltliche Umfang des Buches erstreckt sich von Einstiegsfragen zum Rechtsweg und zur Zuständigkeit über Fälle zum Streitgegenstand, zur Klageänderung oder zum Parteiwechsel sowie zum Beweisverfahren bis hin zu Fragen zu Berufung und Revision, besonderen Verfahrensarten und die Zwangsvollstreckung. Somit werden alle denkbaren Fragen, die in der mündlichen Prüfung oder als Zusatzaspekte in Klausuren auf den Studenten oder Referendar zukommen können, abgehandelt, selbst das Schiedsgerichtsverfahren wurde mit abgedeckt.

Der Verfasser beschränkt sich aber nicht nur auf prüfungsfallrelevante Fragestellungen, sondern überprüft den Leser auch dahingehend, ob dieser die praktische Relevanz des Gelernten verstanden hat. So ist z.B. der Vollzug einer einstweiligen Verfügung kaum klausurträchtig, jedoch werden dem Leser hier die Zusammenhänge der zwangsvollstreckungsrechtlichen Vorschriften deutlich. Auch gebührenrechtliche Fragen, wie z.B. die Zusammensetzung der anfallenden Gebühren bei einem gerichtlichen Vergleich (Fall 255), werden eher die Praxis als die Klausurersteller interessieren.

Eingearbeitet wurden wiederum neue Gesetzesänderungen und Rechtsprechung. So wurden z.B. die Lösungen der Fälle 440 ff. zum Kindesunterhalt an die neue Gesetzeslage angepasst.

Gesamteindruck:
Wer das Zivilprozessrecht nicht nur aus einem "trockenen" Lehrbuch, sondern an Fällen üben möchte, wird um dieses Buch fast nicht herumkommen. Zimmermann bietet zu allen Problemen aus Wissenschaft und Praxis die relevanten Fragestellungen mit knappen Lösungen zu einem moderaten Preis.





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