Stefanie Kleinmanns
22.01.2008
Lernen in Fällen
Eine Rezension zu:
Markus van den Hövel
Die Tenorierung im Zivilurteil
Darstellung anhand praktischer Beispielfälle
4. Auflage
Verlag Vahlen, München 2007, 178 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-8006-3425-5
http://www.beck.de
Rezension zur Vorauflage
Nachdem der Autor des "Tenorierungs-Trainers" in der 3. Auflage das Buch vom Begründer Egon Schneider übernahm, stand in der nun aktuellen 4. Auflage insbesondere
die Einarbeitung der Änderungen im Kostenrecht an. Rechtsanwaltsgebühren und Gerichtskosten haben umfangreiche Änderungen erfahren, all dies schlägt sich auch im Tenor eines
Zivilurteils nieder. Der Verfasser trägt dem zum einen Rechnung durch die Erläuterung der nun aktuellen Regelungen im ersten Teil des Buches, zum anderen durch die
Einbettung in die vielen Fälle im zweiten Teil des Buches.
Zu Aufbau und Konzept kann auf die Rezension zur Vorauflage verwiesen werden. Inzwischen ist das Buch dicker geworden. Es
sind knapp 30 Seiten hinzugekommen und mittlerweile findet der Leser 160 Beispielsfälle. Sie alle enthalten jeweils Ausführungen zu allen drei typischen Bestandteilen eines
Tenors (Hauptentscheidung, Kosten, Vollstreckbarkeit).
Wo es notwendig ist, werden auch konkret die anfallenden Kosten berechnet. So sieht der Leser, wie er vorgehen muss, wenn er z.B. im Bereich des § 708 Nr. 11 ZPO entscheiden
muss, ob Kosten von mehr oder weniger als 1.500 € entstehen. Knifflige Fälle können sich zuweilen auch über mehrere Seiten ziehen, so z.B. Fall 133 zur
übereinstimmenden Teilerledigungserklärung vor der mündlichen Verhandlung. Hier gibt der Verfasser nicht nur zahlreiche Hinweise zur Formulierung und Herangehensweise,
sondern weist auch auf Streitstände und die Behandlung im Referendar-Standardwerk Anders/Gehle hin.
Für den Stationsreferendar besonders hilfreich sind die Fallbeispiele zur Berufung. Dieses Thema wird in der Ausbildung häufig ausgespart. Soll der Referendar aber in der
Station seine erste Berufung schreiben, fällt oft nicht die Begründung schwer, sondern der richtig formulierte Antrag. Hierzu gibt das vorliegende Werk alle erdenklichen
Fallgestaltungen vor.
Gesamteindruck:
Der "Tenorierungs-Trainer" ist auf den aktuellen Stand gebracht worden und vor allem Referendaren, aber auch jungen Richtern oder Anwälten, eine mehr als wertvolle Hilfe bei
der Formulierung von Anträgen und dem Urteils-Tenor.
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