Stefanie Kleinmanns
13.01.2008
Zwangsvollstreckungsrecht für Referendare
Eine Rezension zu:
Walter Möbius / Ludwig Kroiß
Zwangsvollstreckung
Examenskurs für Rechtsreferendare
5. Auflage
C.H. Beck, München 2007, 115 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-406-56352-2
http://www.beck.de
In den letzten Jahren hat sich in der ZPO einiges getan. Insbesondere die Kostengesetze haben sich auch auf das Zwangsvollstreckungsrecht ausgewirkt. Diese sowie das
Justizmodernisierungsgesetz oder die Anpassung der Pfändungsfreigrenzen haben die Autoren des Referendar-Skripts zur Zwangsvollstreckung in der Neuauflage umgesetzt, die
fünf Jahre nach der vorherigen Auflage erschien. Selbstredend wurde auch aktuelle Rechtsprechung eingebaut, so z.B. im Bereich der Pfändung eine neue BGH-Entscheidung zur
Nichtanwendung der Gewahrsamsvermutung nach § 793 ZPO auf Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft.
Das Buch ist grob in die folgenden Teile gegliedert: die Vollstreckungsvoraussetzungen, insbesondere die examensrelevanten Aspekte zu Titel, Klausel, Zustellung nebst
Rechtsbehelfen im Klauselverfahren; die einzelnen Vollstreckungsarten (Mobiliarvollstreckung, Vollstreckung in Forderungen und Arbeitseinkommen etc.); Rechtsbehelfe im
Vollstreckungsverfahren sowie die Immobiliarvollstreckung. Zum Inhalt im Einzelnen kann auf die dahingehend sehr ausführliche Rezension zur Vorauflage verwiesen werden.
Das Buch ist in Skriptform gestaltet: im Format A4 mit überschaubarer Buchdicke und mit zahlreichen Beispielen und Übersichten versehen. Dies kommt dem Referendar entgegen,
der sich umfassend, aber nicht zu detailreich durch das Zwangsvollstreckungsrecht durcharbeiten möchte, ohne von den dickeren Lehrbüchern abgeschreckt zu werden. Doch eins
sei auch gesagt: Leichte Kost ist auch der Möbius/Kroiß nicht, das liegt einfach an der Materie. Auch die Verfasser des vorliegenden Skripts gehen auf alle
einschlägigen Klausurprobleme ein, exemplarisch genannt sei hier die Frage, ob § 407 Absatz 1 BGB eine Einwendung darstellt, mit der der Schuldner im Rahmen von § 767 ZPO
Erfolg haben kann. Gerade die Beispiele enthalten die kniffligen Probleme, die dem Leser in Übungsklausur und Examen begegnen können, diese sollten daher unbedingt
durchgearbeitet und nicht einfach überlesen werden.
Einzig störend fallen hin und wieder Tipp-Fehler auf. Besonders auffällig ist, dass im Abschnitt über die Vollstreckungsabwehrklage wiederholt das "g" fehlt und der auf
Rechtschreibung achtende Leser mehrfach durch das Wort "Vollstreckunsabwehrklage" abgelenkt wird.
Hilfreich wären bei den einzelnen Rechtsbehelfen noch Ausführungen zur Art der Entscheidung und zum Rubrum. Bisher gibt es nur Hinweise zum Tenor der einzelnen
Entscheidungen. Auch eine Musterentscheidung, z.B. für die Vollstreckungsabwehrklage oder die Erinnerung, wäre noch eine Überlegung für die nächste Auflage wert.
Gesamteindruck:
Ein hervorragendes Werk für Referendare, die das examensrelevante Wissen zum Zwangsvollstreckungsrecht erlernen oder zum Examen hin wiederholen möchten.
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