Stefanie Kleinmanns
28.11.2007
Ein Muss für die Rechtsmittel-Praxis
Eine Rezension zu:
Claus-Dieter Schumann / Wolfgang Kramer
Die Berufung in Zivilsachen
7. Auflage
Vahlen, München 2007, 314 Seiten, 29,- €
ISBN 978-3-8006-3384-5
http://www.vahlen.de
Zivilrechtliche Berufungen sind kaum Gegenstand der Referendarausbildung. Im Examen dürfte eine derartige Aufgabe dem Kandidaten nicht begegnen, in der Anwaltsstation wird
der eine oder andere Referendar jedoch mit diesem Thema befasst werden. Spätestens in der Praxis aber wird sich der zivilrechtlich tätige Anwalt oder Richter ernsthaft in
die Behandlung des Rechtsmittels der Berufung einarbeiten müssen. Für diese Zielgruppe ist das 1971 von Schumann begründete und von Kramer fortgeführte
Buch "Die Berufung in Zivilsachen" geschrieben.
Das Buch behandelt zunächst Zuständigkeitsfragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Kammer für Handelssachen, und anschließend die Zulässigkeit der Berufung,
Anschlussberufung und Rücknahme, das Verfahren auf zulässige Berufung sowie Versäumnisverfahren, Nebenverfahren und Nebenentscheidungen im zweiten Rechtszug. Das letzte
Kapitel befasst sich sehr ausführlich mit Aufbau und Abfassung des Berufungsurteils und ist daher für den jungen Richter ein sehr hilfreiches Arbeitsmittel. Der Anwalt
erhält eine beispielhafte Berufungsbegründung an die Hand.
Durch einen durchdachten Aufbau sowie wenige Fußnoten nebst zahlreichen Musterformulierungen lässt sich das vorliegende Buch flüssig lesen und verstehen. Es ist absolut an
den Bedürfnissen der Praxis orientiert. Auf der einen Seite werden die theoretischen Grundlagen, z.B. die Gründe, auf die eine Berufung gestützt werden kann, übersichtsartig
präsentiert, auf der anderen Seite helfen die vielen Muster-Textbausteine bei der praktischen Umsetzung des gelernten Wissens. Wer zum ersten Mal eine Berufung zu bearbeiten
hat, sollte sich Schritt für Schritt parallel durch das Buch und die entsprechende Akte arbeiten.
Auch die Formalien werden gebührend behandelt. Hierbei wird – wie auch in den anderen Kapiteln – auf typische Fehler hingewiesen, so dass dem Leser direkt klar
wird, womit er sofort die Gunst des Gerichts verliert bzw. worauf er besonders achten muss. Gegenüber der Vorauflage waren die gesetzgeberischen Änderungen der letzten fünf
Jahre einzuarbeiten, u.a. das neue Kostenrecht und das Erste und Zweite Justizmodernisierungsgesetz.
Gesamteindruck:
Wer mit zivilrechtlichen Berufungen zu tun hat, sollte das Werk von Schumann/Kramer unbedingt auf dem Schreibtisch haben.
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