Jurawelt

"Die Kostenverteilung im Zivilurteil" von Carl-Theodor Olivet
Stefanie Kleinmanns
20.10.2007

Für den Schreibtisch des jungen Richters

Eine Rezension zu:

Carl-Theoder Olivet

Die Kostenverteilung im Zivilurteil


4. Auflage

C.F. Müller, Heidelberg 2006, 204 Seiten, 18,- €
ISBN 978-3-8114-3279-6

http://www.cfmueller-verlag.de


Eines der für den angehenden Referendar neuen Themengebieten ist das Kostenrecht, welches in der Uni ausgespart wird. Vor allem in den zivilrechtlichen Klausuren wird es von den Referendaren aber verlangt, das Kostenrecht zu beherrschen und eine Kostenentscheidung zu formulieren. In den meisten Fällen wird die Schwierigkeit überschaubar sein, es kann mitunter aber auch dazu kommen, dass auf der Kostenentscheidung einer der Schwerpunkte der Klausur liegt. Spannend wird es z.B. wenn es mehr als zwei Beteiligte oder aber eine Widerklage gibt.

Das in der 4. Auflage erschienene Buch "Die Kostenverteilung im Zivilurteil" von Olivet nimmt sich diesem Thema an. Der Buchumfang macht Mut, man kann eher von einem Büchlein als einem Lehrbuch sprechen. Außerdem zeigt das erste Durchblättern, dass es vordergründig aus Beispieltabellen besteht, anhand derer die Kostenverteilung in den Standardfällen erläutert wird.

Zunächst einmal stellt der Verfasser die Grundsätze der Kostenverteilung, insbesondere die einzelnen Kostenarten sowie die einzelnen Normen, die sich zur Verteilung der Kosten im Rechtsstreit äußern, vor. Anschließend werden die gängigen Methoden zur Kostenverteilung, u.a. die Baumbach'sche Formel, erläutert. Den größten Teil des Buches macht anschließend das Tabellensystem aus, welches der Autor anhand zahlreicher Beispiele verständlich macht. Besondere Verfahrenssituationen wie Anerkenntnis, Aufrechnung oder Erledigung werden ebenfalls thematisiert. Ein kleines Kapitel zur Vollstreckbarkeit rundet das Buch ab. Ganz hinten findet sich noch eine Übersicht über Gebührenstreitwerte für bestimmte Klägerbegehren.

Gesamteindruck:
Für den Referendar ist das Buch bei Zweifelsfällen in praktischen Entscheidungsentwürfen in der Zivilstation ein hilfreiches Nachschlagewerk. Als Lernbuch für zu Hause ist es schon zu detailliert, hier sind ggf. Skripte mit kurzen Abschnitten zur Kostenentscheidung ausreichend. Der junge Praktiker, insb. Richter, wird jedoch sehr dankbar über dieses Werk sein, wenn er z.B. einmal eine "Klage eines K gegen zwei B in getrennten Prozessen mit Beweisaufnahme zum Anspruch des K gegen den einen B, nachfolgender Prozessverbindung und Beweisaufnahme zum Anspruch des K gegen den andern B" auf dem Tisch hat.





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