Justus Meyers Buch "Wirtschaftsprivatrecht - Eine Einführung" aus dem Springer-Verlag wurde vorrangig für Studenten der Wirtschaftswissenschaften konzipiert. Es soll aber
laut Verfasser ebenso für diejenigen geeignet sein, die sich einen Überblick über das gesamte Privatrecht mit dem Schwerpunkt der Wirtschaftswissenschaften verschaffen
wollen. Und auch für Jurastudenten der Anfangssemester lohnt es sich, einen Blick in das 318 Seiten starke Buch zu werfen.
Das Buch ist insgesamt in 6 Teile und 15 Unterabschnitte gegliedert. Begonnen wird mit der Einordnung des Wirtschaftsprivatrechts, einer Einführung ist die juristische
Denkweise sowie einer Vorstellung derjenigen Hilfsmittel, derer es bei der Arbeit am konkreten Sachverhalt bedarf. Jeder Unterabschnitt wird mit einem kleinen Fall
eingeleitet, welcher am Ende des gleichen Unterabschnittes gelöst wird. Im weiteren Verlauf seines Buches behandelt der Verfasser insbesondere den wohl bedeutendsten
Vertragstyp des Schuldrechts: den Kaufvertrag. Aber auch die anderen Vertragstypen wie der Werk- und Dienstvertrag werden kurz skizziert. Gegenstand des dritten Teiles ist
die Finanzierung, speziell geht um den Kredit, Personal- und Realsicherheiten, Factoring, Wertpapiere, Bankkonto und Girovertrag. Der vierte Teil hat die sowohl die
Personen- (BGB-Gesellschaft, oHG, KG) als auch die Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, KGaA) zum Inhalt. So werden bei jeder Gesellschaft in Kürze Informationen über
Rechtsnatur und Bedeutung, Entstehung, Kompetenzverteilung im Innenverhältnis, Vermögen und Vermögensbeteiligung, Außenverhältnis, Gesellschafterwechsel als auch die
Beendigung der Gesellschaft beschrieben. Aufgrund dieses stetig wiederkehrenden Aufbaus wird es dem Leser besonderes einfach gemacht Vergleiche zu ziehen und somit
Unterschiede und Gemeinsamkeiten der einzelnen Gesellschaften genauer zu überblicken. Teil fünf und sechs des Buches behandeln Markenschutz, Patente, Urheberrechtsschutz das
Wettbewerbsrecht sowie das Kartellrecht. Themen, die insbesondere für Jurastudenten der entsprechenden Wahlfachgruppe interessant sein dürften.
Besonders lobenswert sind die am Ende jedes Unterabschnittes aufgeführten Arbeitshinweise. Dahinter verbirgt sich zum einen eine Wiederholung der wichtigsten Begriffe,
welche im jeweiligen Abschnitt behandelt worden sind, zum anderen werden Übungsaufgaben gestellt, um das gerade Gelesene nochmals zu vertiefen sowie einige weiterführende
Literaturhinweise, welche unbedingt gelesen werden sollten, will man einen tieferen Einblick in den jeweils behandelten Bereichen des Privatrechts erhalten. Abgerundet wird
das Buch mit den Lösungen zu den einzelnen Übungsaufgaben. Ein weiteres großes Plus des Buches sind die Updates, die in unregelmäßigen Abständen ins Internet gestellt
werden, so dass es dem Leser ermöglicht wird, die wichtigsten Weiterentwicklungen und Neuerungen auf dem dynamischen Gebiet des Wirtschaftsprivatrechts zu verfolgen. Zu
finden sind diese Updates unter der Adresse
http://www.tu-dresden.de/jura/Meyer.html. Darüber hinaus
besticht das Buch durch die insgesamt 22 Abbildungen, die den relevanten Lehrstoff nochmals übersichtlich darstellen.
Gesamteindruck:
Alles in allem gelingt es dem Autor, sein Werk auf die Bedürfnisse der Studenten zuzuschneiden; dies zeigt sich vor allem in der didaktischen Aufbereitung des Stoffes in
Form der Übungsaufgaben und Wiederholungen. Für Studenten der Wirtschaftswissenschaften u.a. ähnlich gelagerter Studiengänge kann dieses Buch zur Einführung wärmstens
empfohlen werden. Aufgrund der klaren und leicht verständlichen Wortwahl sowie der zahlreichen Abbildungen dürfte der Einstieg in das Wirtschaftsrecht nicht schwer fallen.
Auch der Student der Rechtswissenschaften kann sich einen schnellen Überblick über das Privatrecht verschaffen. Da der Verfasser aber bewusst auf die für das Jurastudium so
wichtigen Details, die dogmatischen Feinheiten sowie die Streitgegenstände verzichtet, ist das Buch für den weiteren Gebrauch allerdings nicht mehr geeignet. Hierfür sollten
die vom Verfasser angegebenen Literaturhinweise beherzigt werden. Kleine Tippfehler überwiegend auf den ersten 60 Seiten können aber den Gesamteindruck nicht schmälern.