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Artikel 6130
Dipl.-Kfm. Christoph Menzel

Die Einkommensteuer der Körperschaften!

Eine Rezension zu:

Seemann, Curt H.

Körperschaftsteuer, Steuer Seminar, 49 praktische Fälle


Seemann, Curt H., 9. Auflage 2000, Achim 2000, 30,17 Euro
ISBN 3-8168-3059-5

http://www.efv-online.de


Band 5 aus der Reihe Steuer Seminar des Erich Fleischer Verlages hat die Steuerart Körperschaftsteuer zum Gegenstand. In 49 Fällen geht der Autor Seemann auf diese für Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen wichtige Steuerart ein. Die Körperschaftsteuer hat in den Bereichen der Finanzverwaltung und den steuerberatenden Berufen erheblich an Bedeutung gewonnen. Dabei kommt den Kapitalgesellschaften als der bedeutendsten Gruppe eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung zu. Dies findet ihren Niederschlag in der Höhe des Steueraufkommens. Die Körperschaftsteuer wird auch als die Einkommensteuer der Körperschaften bezeichnet. Es bestehen daher viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Steuerarten. Mit dem Wegfall des Anrechnungsverfahrens durch die Unternehmenssteuerreform 2001 ist die Körperschaftsteuer wie die Einkommensteuer zur Definitivbesteuerung bei allen Körperschaften zurückgekehrt.

Die Körperschaftsteuer unterscheidet zwischen Einzelunternehmer/ Personengesellschaft und Kapitalgesellschaften und sonstige Körperschaften und führt dadurch zu dem im Steuerrecht bestehenden Dualismus der Unternehmensbesteuerung. Während man ab dem Jahre 1920 (mit Verabschiedung eines reichseinheitlichen Körperschaftsteuergesetzes vom 30.03.1920, RGBl. 1920, 393 wurde die Besteuerung der Körperschaften aus dem Einkommensteuergesetz herausgelöst) das bis vor kurzem noch geltende Anrechnungsverfahren anwenden mußte, gilt mit Verabschiedung der Steuerreform 2001 nunmehr das sog. Halbeinkünfteverfahren. Alle Ausschüttungen werden einem einheitlichen Steuersatz (25 % - bzw. bedingt durch die Verschiebung der Steuerreform um ein Jahr 26,5 %) unterworfen.

Teil 1 der Fallsammlung beschäftigt sich mit der grundsätzlichen Frage, wer überhaupt von der Körperschaftsteuer erfaßt wird (die Frage nach dem sog. Steuersubjekt wird hier thematisiert) und wie ganz generell die Einkommensermittlung (das sog. Steuerobjekt) nach dem Körperschaftsteuergesetz erfolgt. Diese Grundlagen werden in den ersten, sehr anschaulich gehaltenen 14 Fällen, dargestellt. Wer Steuersubjekt ist, wird im § 1 KStG geklärt. Der Aufbau der Fälle folgt einem didaktisch gelungenen Konzept - nach Darstellung des Sachverhaltes, einer sich daran anschließenden Fallfrage bekommt der Lernende eine in jeder Hinsicht ausreichende Antwort als Lösung geboten. Positiv fällt auf, dass der Autor wenig Wert auf die Angabe von umfangreichen Literaturhinweisen legt. Stattdessen orientiert sich die Fallösung konsequent an der für die Praxis wichtigen Inhalten.

Teil 2 der Fallsammlung ist mit dem mittlerweile durch die Steuerreform 2001 abgeschafften Anrechnungsverfahren überschrieben. Insgesamt werden 35 Fälle behandelt, die nach Umsetzung der Unternehmenssteuerreform für die zukünftige praktische Tätigkeit wenig bis gar keine Bedeutung mehr haben. Das Anrechnungsverfahren ist durch das sog. Halbeinkünfteverfahren ersetzt worden, mit der Folge, dass nicht mehr wie bisher ein gespaltener Körperschaftsteuersatz auf einbehaltene bzw. ausgeschüttete Gewinne angewendet wird, sondern nur noch ein einheitlicher in Höhe von 25 %, § 23 Abs. 1 KStG.

Glücklicherweise hat sich der Erich Fleischer Verlag zu einem Sonderdruck, in dem drei komplexe Fälle unter Berücksichtigung des neuen Rechts abgehandelt werden, entschieden. Somit hat der Lernende gleich in praxi die Unterschiede zwischen altem und neuem Recht vor Augen. Die im zweiten Teil nach alter Gesetzeslage abgehandelten Fälle können gut für Konstellationen, die noch unter Berücksichtigung des alten Systems beurteilt/ behandelt werden müssen, angewendet werden.

Klasse Fallsammlung, auch wenn man jetzt die Fälle nach den Regeln des Halbeinkünfteverfahrens beurteilen muß. Auf die Neuauflage darf man gespannt sein.
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