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Christoph Menzel

Kapitalmarktkommunikation - oder wie steigert man den Unternehmenswert?

Eine Rezension zu:

Achleitner, Ann-Kristin/ Bassen, Alexander/ Pietzsch, Luisa

Kapitalmarktkommunikation von Wachstumsunternehmen, Kriterien zur effizienten Ansprache von Finanzanalysten


Schäffer-Pöschel-Verlag, Stuttgart 2001, 248 S., 69,95 Euro
ISBN 3-7910-2000-5

http://www.schaeffer-poeschel.de


Das vorliegende Werk von Achleitner, Bassen und Pietzsch ist im Schaeffer Poeschel Verlag in der ersten Auflage im Jahr 2001 erschienen. Das Thema einer geeigneten Kapitalmarktkommunikation, insbesondere von Unternehmen der New Economy, bietet zur Zeit eine Fülle an Diskussionsstoff. Die Autoren gehen in ihrem 248 Seiten umfassenden Werk der Frage nach, wie eine effiziente Kapitalmarktkommunikation (Investor Relations) im Rahmen einer wertorientierten Unternehmenskommunikation geschaffen werden kann. Insbesondere gehen die Autoren auf die Besonderheiten von Wachstumsunternehmen ein. Das Zusammenspiel bzw. die wichtige Interdependenz der Unternehmen mit den Finanzanalysten wird eingehend beleuchtet. Auf die besonderen Informationsbedürfnisse der Finanzanalysten, die hinsichtlich der unternehmerischen Zielerreichung keine unwesentliche Rolle spielen, wird gesondert eingegangen.

Insgesamt also ein überaus vielversprechendes und interessantes Werk, welches nachfolgend näher vorgestellt werden soll.

Es ist schon seit langem in der einschlägigen Literatur einhellige Meinung, daß zur Steigerung des Shareholder Value börsennotierter Unternehmen das Mittel der Kapitalmarktkommunikation Anwendung finden muß. Allerdings ist bei allen bis dato vorliegenden Untersuchungen keine Klärung der Frage, wie eine effiziente Kapitalmarktkommunikation aussehen könnte, erreicht worden. Darüber hinaus wurde in der bisher auf dem Markt befindlichen Literatur ein Problem völlig außer Acht gelassen: das Verhältnis von Wachstumsunternehmen und Finanzanalysten.

Shareholder Value ohne Kapitalmarktkommunikation kann es nicht geben !

So lautet der erste Satz der Einleitung - was sich dahinter verbirgt und inwieweit er sich bewahrheitet ist auf den nachfolgenden Seiten zu lesen.

Ausgehend vom Ziel des Shareholder Value - den Marktwert des Eigenkapitals des jeweiligen Unternehmens zu steigern - ist die Handlungsweise des Managements entsprechend der Informationsbedürfnisse potentieller Investoren auszurichten. Nur über die von den potentiellen Investoren wahrgenommene Kapitalmarktkommunikation kann es zu möglichen Anlageentscheidungen kommen. Grund genug also für das Management, eine optimale Ausgestaltung der Kapitalmarktkommunikation zu finden. An dieser Stelle kommen die Finanzanalysten ins Spiel.

Was die Investoren zu einer Anlageentscheidung gerade bei Unternehmen XYZ bewegt, wird entscheidend durch die Einschätzung der Finanzanalysten geprägt. Dadurch erhalten die Analysten einen nicht unmaßgeblichen Einfluß als Informationsverarbeiter und Meinungsbildner im Hinblick auf den unternehmerischen Erfolg. Dem Management ist an einer intensiven Beziehungspflege mit den Finanzanalysten gelegen. Hier entsteht ein Verhältnis, welches zunehmend in der Kritik steht.

In dem Werk von Achleitner, Bassen und Pietzsch gehören börsenreife bzw. bereits an der Börse gelistete Unternehmen - zumeist nur Unternehmen der New Economy - zu den Untersuchungsgegenständen. Gerade diesen Unternehmen ist an einer effektiven Kapitalmarktkommunikation gelegen, da sie zum einen über geringe Ressourcen verfügen und deshalb besondere Anstrengungen unternehmen müssen, um von den Finanzanalysten erkannt bzw. potentiellen Investoren empfohlen zu werden.

Verschiedene Aspekte einer effizienten Kapitalmarktkommunikation werden im einzelnen vorgestellt und beleuchtet. Es wird z. B. der Frage nachgegangen, wie eine zeitnahe und kontinuierliche Informationsversorgung des Marktes mit unternehmerischen Daten gewährleistet werden kann. Wie ein Unternehmen Informationen an verschiedene Adressaten im Hinblick auf deren unterschiedlichen Bedürfnisse herausgeben kann und soll ? Wichtig auch die Klärung der Frage nach der Quantität der herauszugebenden Menge (optimale Bereitstellung der Informationsmenge). Alles Fragen also, die Einfluß auf den gewünschten Erfolg - einer effizienten Kapitalmarktkommunikation - besitzen.

Das Werk umfaßt insgesamt sieben Kapitel. Zunächst werden Grundlagen der Kapitalmarktkommunikation dargestellt. Unter besonderer Berücksichtigung von Wachstumsunternehmen werden in den anschließenden Kapiteln die Informationsbedürfnisse der Finanzanalysten herausgearbeitet. Das Buch spricht am Ende Empfehlungen für das Investor Relation Management aus.

Die bisher nur kurz umrissenen Problemkreise werden in dem Werk ausführlich und auf sehr hohem Niveau abgehandelt - keine leichte Kost also für den Leser. Das Werk ist unter Berücksichtigung der Aktualität des Themas höchst interessant. Für Studenten oder Promotionskandidaten, die sich im Rahmen einer Seminar oder aber Doktorarbeit mit diesem Thema auseinandersetzen, ist das Werk vielversprechend. Besonders wertvoll dürfte das Buch für das Management geplanter bzw. bereits börsennotierter Unternehmen sein.
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