Jurawelt

Artikel 170

Ralf Hansen

Privatrecht - eine Materie nicht nur für Juristen!

Claus Belling / Heinz Layher

Privatrecht für Betriebswirte

Eine praxisorientierte Einführung mit Fallbeispielen
Campus-Verlag, Frankfurt/Main, 1999

Der vorliegende Text versucht Studenten, die Recht als Nebenfach belegen müssen, insbesondere künftigen Betriebswirten, die schwierige Materie des Bürgerlichen Rechts näher zu bringen. Gegenstand des ersten Kapitels sind die Einordnung des bürgerlichen Rechts in das deutsche Rechtsystem, die Rechtsquellenlehre, Entstehungsgeschichte und Struktur des BGB sowie die Grundlagen der gutachterlichen Fallbearbeitungsmethode. Die dargelegte Methode orientiert sich an der Anspruchsmethode, die Medicus in seinem "Bürgerlichen Recht" zur höchsten Entfaltung gebracht hat. Prägnant erklärt werden im anschließenden Kapitel zunächst die Grundbegriffe des bürgerlichen Rechts: Willenserklärung, Rechtsgeschäft, Vertrag, Nichtigkeit von Rechtsgeschäften, Stellvertretung und Allgemeine Geschäftsbedingungen, deren Inhaltskontrolle Ausdruck der Grenzen der Vertragsfreiheit ist. Teil C behandelt die Kernprinzipien des Leistungstörungsrechts, dessen Konstruktion in Deutschland von der Kategorie der Unmöglichkeit her erfolgt. Die Darlegungen beschränken sich auf die Ausprägungen der herrschenden Auffassung im Leistungsstörungsrecht. Im Anschluß werden als wichtigste Vertragstypen Kauf, Miete, Dienstvertrag, Werkvertrag sowie Leasing und Bürgschaft kurz, aber strukturiert behandelt. Besonders gelungen ist die sich anschließende Darstellung des Deliktsrechts, dem sich Darlegungen zu den grundlegenden sachenrechtlichen Prinzipien anschließen. Das Erbrecht wird kurz in seinen wesentlichen Grundzügen behandelt. Auf die Behandlung des verzweigten Familienrechts wird angesichts der Zielgruppe verzichtet. Begrüßenswert ist die knappe Darstellung des Zivilprozeßrechts unter Einschluß von Mahnverfahren und Kostenrecht. Die Darstellung konzentriert sich ausschließlich auf die Strukturen, ihre Zusammenhänge und die innere Systematik dieses Rechtsgebiets, bietet aber auch in den Endnoten Hinweise zur Vertiefung. Wer dieses Buch konzentriert durcharbeitet, hat über die tragenden Grundlagen des deutsches Zivilrechts sicher einiges gelernt. In jedem Fall schafft das Buch Orientierung. Es ist im übrigen auch Abiturienten zu empfehlen, die sich für ein Studium der Rechte interessieren und einen ersten Überblick, eine gestraffe Darstellung und eine erste systematische Grundlegung suchen.

"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Barcelona, Kanzlei VOELKER
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