Stefanie Kleinmanns
16.07.2008
Fallorientierte Einstiegslektüre
Eine Rezension zu:
Dirk Lehr
Wettbewerbsrecht
3. Auflage
C.F. Müller, Heidelberg 2007, 192 Seiten, 32,- €
ISBN 978-3-8114-3903-0
http://www.cfmueller-verlag.de
In schickem Gewand, übersichtlichem Umfang und lesefreundlichem Layout präsentiert Dirk Lehr sein Werk zum Wettbewerbsrecht in der an Praktiker gerichteten Reihe
Tipps und Taktik. Das vorliegende Buch soll laut Verfasser "einen Ein- und Überblick über die wettbewerbsrechtlich besonders praxisrelevanten Sachverhalte
ermöglichen und dem Ratsuchenden einen Einstieg in die Falllösung geben". Damit ist es besonders für Einsteiger in das Gebiet des Wettbewerbsrechts, z.B. Referendare oder
Berufsanfänger, aber auch für denjenigen Praktiker interessant, der nur ab und an wettbewerbsrechtliche Mandate zu bearbeiten hat.
Mit Blick auf die Zielgruppe hat der Autor ein untypisches, aber überaus praktisches Herangehen an die wettbewerbsrechtlichen Fallgestaltungen gewählt. Der Leser erfährt
nicht systematisch anhand der Prüfungsreihenfolge, worauf es bei den UWG-Ansprüchen ankommt, sondern bekommt anhand von Fallgruppen das nötige Wissen präsentiert. So finden
sich im Kapitel "UWG und Werbung" zahlreiche Unterpunkte zu Themen wie "Telefonwerbung", "Preisrätsel und Gewinnspiele" oder "Irreführung über Preise". Dies kommt vor allem
dem Leser zugute, der das Buch in die Hand nimmt, um schnell herauszufinden, ob eine bestimmte Werbemaßnahme wettbewerbsrechtlich zulässig ist oder nicht. Das Buch von
Dirk Lehr gibt ihm eine schnelle überblicksartige Antwort und anhand der Fußnoten Gelegenheit, diese zu vertiefen.
Zahlreiche Beispielsfälle aus der Rechtsprechung, die in grauen Kästen hervorgehoben sind, verdeutlichen die Theorie sehr anschaulich. Musterformulierungen im Kapitel zur
Durchsetzung wettbewerbsrechtlicher Ansprüche runden das Angebot ab.
Die aktuelle Auflage deckt die Rechtslage seit der UWG-Reform 2004 ab. Sie ist auf dem Stand Juli 2007 und so zeigt sich schon jetzt, dass sich inzwischen in der
Rechtsprechung wieder neue Probleme aufgetan haben, die die Auflage noch nicht berücksichtigen konnte. So könnte im Kapitel über die Impressumspflicht auch über weitere
Informationspflichten, z.B. zur Widerrufsbelehrung und hier zur längeren Frist bei ebay-Verkäufen, informiert werden. Auch die Google AdWords, die derzeit die Gerichte
beschäftigen, haben in das Buch von Lehr bisher noch keinen Eintritt gefunden. All dies – und noch viel mehr aktuellere Probleme – wird aber sicherlich
in der kommenden Auflage berücksichtigt.
Gesamteindruck:
Ein sehr guter Einstieg für alle, die sich in die Praxis des Wettbewerbsrechts einarbeiten wollen, sowie aufgrund der hervorragenden Lesbarkeit auch für Händler, die sich
über die Zulässigkeit bestimmter Maßnahmen informieren möchten.
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