Jurawelt

Artikel 10241
RA Cornelius Maria Thora
20.05.2005

Kombination von Themenvielfalt und Kürze der Darstellung

Eine Rezension zu:

Matthias Schneider / Michael Waschk

Das Unternehmen zwischen Krise und Insolvenz


1. Auflage

Deutscher Anwaltverlag, Bonn 2003, 179 Seiten, 36,- €
ISBN 3-8240-0612-X

http://www.anwaltverlag.de


Mit dem vorliegenden Werk geben dessen Autoren – Fachanwälte für Insolvenz- bzw. für Strafrecht – dem Rechtsanwalt, der seine unternehmerische Mandantschaft in Zusammenhang mit deren Krisen- und Insolvenzsituationen zu beraten hat, einen durchaus wertvollen Leitfaden an die Hand, der die verschiedenen zu berücksichtigenden rechtlichen Aspekte, die mit solchen Mandaten einhergehen, behandelt.

Dem entsprechend erörtern die Autoren das Thema Krise und Insolvenz von den Anhaltspunkten einer Krise bis zu deren Ende – sei es durch Sanierung, sei es durch Liquidation. Nach den ersten beiden Kapiteln, die die Krise unter betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkten behandeln, folgt ein Kapitel zu der Grundsatzfrage "Sanierung oder Liquidation". Danach schließt sich eine Darstellung des Insolvenzeröffnungs- und des Insolvenzverfahrens an. Die weiteren Kapitel behandeln die steuer- und arbeitsrechtlichen sowie strafrechtlichen Aspekte der Insolvenzsituation. Das Werk schließt mit einem Kapitel zur straf- und zivilrechtlichen Verantwortlichkeit des Beraters. Interessant und in vergleichbaren Werken eher ungewöhnlich ist dieses letzte Kapitel, das allerdings deutlich aufzeigt, daß der ursprüngliche Adressatenkreis dieses Werkes die steuerberatende Zunft ist. In diesem Kapitel – im Gegensatz zu den übrigen – erscheint dies als Mangel, da lediglich die berufsrechtlichen Vorschriften des StBerG und des RBerG herangezogen werden. Ob Haftungsmaßstäbe im Rahmen "originär rechtlicher Beratung" möglicherweise anders zu bewerten wären, erscheint einerseits denkbar, hätte andererseits aber wenigstens Erwähnung finden können, zumal das Buch im Deutschen Anwaltverlag erschienen ist.

Die Breite des Themenspektrums macht das Werk interessant, während die Kürze von lediglich 151 Textseiten durchaus ansprechend ist. Andererseits liegt in dieser Kombination – je nach Erwartungshaltung des Lesers – ein Schwachpunkt des Buches, da die einzelnen Themen (naturgemäß) stets an der Oberfläche bleiben. Dieses Manko mag sich allerdings für denjenigen als Vorteil entpuppen, der sich nur einen schnellen Überblick über dieses Beratungsfeld verschaffen will. Die Darstellung der rechtlichen Aspekte ist fachlich – durchaus erwartungsgemäß – über jeden Zweifel erhaben. Die Art der Darstellung ist allerdings insoweit ungewöhnlich, als maßgebende Normen im laufenden Text abgedruckt sind. Dies hat für den im "Großraum" des Insolvenzrechts noch nicht völlig versierten Leser durchaus den praktischen Vorteil, nicht auf die parallele Lektüre der Gesetzessammlung angewiesen zu sein. Ob dies gefällt, ist jedoch letztlich Geschmackssache.

Gesamteindruck:
Insgesamt läßt sich feststellen, daß die Autoren Schneider und Waschk ein interessantes, fachlich fundiertes und angesichts der Kombination von Themenvielfalt und Kürze der Darstellung wohl seltenes – wenn nicht einmaliges – Werk vorgelegt haben. Dessen Anschaffung kann jedem an der Insolvenzberatung interessierten Berufsanfänger, aber auch demjenigen Rechtsanwalt empfohlen werden, der auf diesem Gebiet nicht schwerpunktmäßig, sondern eher gelegentlich berät.
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