Patrick Mensel
29.04.2008
Didaktisch gut
Eine Rezension zu:
Thomas Würtenberger
Prüfe dein Wissen: Verwaltungsprozessrecht
3. Auflage
C.H. Beck, München 2008, 406 Seiten, 22,50 €
ISBN 978-3-406-54299-2
http://www.beck.de
Das Verwaltungsrecht stellt den Studenten vor eine große Stofffülle, die es nicht nur abstrakt zu lernen, sondern auch fallbezogen zu verstehen gilt. Insofern ist das Buch
"Verwaltungsprozessrecht" aus der Reihe Prüfe dein Wissen von Thomas Würtenberger, Professor an der Universität Freiburg, eine große Hilfe. Das Werk ist in
dritter, völlig neu bearbeiteter Auflage erschienen und gliedert sich in 11 Kapitel.
Beginnend mit den Aufgaben und der Entwicklung der Verwaltungsgerichtsbarkeit wird z. B. auf die Entstehung und Unabhängigkeit der Verwaltungsgerichte oder auf die
verwaltungsgerichtliche Kontrolldichte eingegangen. Im zweiten Kapitel der Gerichtsverfassung werden Instanzenzug, die neben der allgemeinen Verwaltungsgerichtsbarkeit
bestehenden besonderen Verwaltungsgerichte und die Besetzung und Geschäftsverteilung der einzelnen Kammern besprochen. Der nächste Abschnitt widmet sich den gemeinsamen
Sachurteilsvoraussetzungen aller Klagearten. Besonders der Prüfungspunkt der Sonderzuweisung bei der Zulässigkeit des Verwaltungsrechtsweges ist mit seinen Fällen sehr
anschaulich geworden.
Das nächste Kapitel über die besonderen Sachurteilsvoraussetzungen ist selbstverständlich das längste. Die Anfechtungs-, Verpflichtungs-, allgemeine Leistungs-,
Feststellungsklage sowie das Normenkontrollverfahren werden nach ihren einzelnen Voraussetzungen geordnet und übersichtlich besprochen. Zudem ist ein ausführlicher Exkurs
über das Widerspruchsverfahren eingefügt, nach dessen Lektüre diesbezüglich keine Fragen mehr offen bleiben sollten. Die Unterscheidung zwischen vorbeugendem und vorläufigem
Rechtsschutz wird einleuchtend erörtert. Im Abschnitt des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sind besonders die Ausführungen zur Klageänderung hervorzuheben, die man sich
gut anhand von kleinen Fällen und Fragen vergegenwärtigen kann. Die Beendigung des Verfahrens ist nach den drei Möglichkeiten Urteil, streitentscheidender Beschluss oder
Beendigung ohne Sachentscheidung gegliedert. Im Kapitel ‚Sonderprobleme’ ist vor allem die Fortsetzungsfeststellungsklage zu nennen. Die Abschnitte über
Rechtsmittel, Vollstreckung und die europarechtlichen Bezüge des deutschen Verwaltungsprozessrechts bilden den Schluss des Buches.
Vom didaktischen Gesichtspunkt her betrachtet, ist der Band gut durchdacht. In den einzelnen Themenbereichen werden zunächst die Grundprinzipien herausgearbeitet und deren
Sinn und Funktion vorgestellt, um anschließend daraus entstehende Probleme aufzuzeigen. Die Verbindung mit dem materiellem Recht wird anhand des Allgemeinen
Verwaltungsrechts, des Polizei- und Ordnungsrechts, des Baurechts und des Kommunalrechts hergestellt. Der Problembereich schließt dann mit Wiederholung und Vertiefung.
Gesamteindruck:
Das Buch deckt umfassend den examensrelevanten Teil des Verwaltungsprozessrechts ab, ohne unnötigen Lernstoff zu beinhalten. Auf konzentrierte Weise werden die Grundsätze
und systematischen Zusammenhänge beigebracht und die methodische Fallbearbeitung geschult. Dieser didaktisch gut aufgebaute Band erweitert das Verständnis des Lesers zum
Verwaltungsrecht beträchtlich und ist sowohl für Studenten als auch für Referendare interessant. Für die Erste Juristische Staatsprüfung sind vor allem die ersten acht
Abschnitte maßgebend. Der Lernstoff des Assessorexamens ist noch um die Kapitel der Rechtsmittel und Vollstreckung erweitert.
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