Jurawelt

Artikel 10205
RA Cornelius Maria Thora
09.05.2005

Hervorragende Einführungslektüre

Eine Rezension zu:

Peter Schimikowski

Versicherungsvertragsrecht


3. Auflage

C.H. Beck, München 2004, 278 Seiten, 27,- €
ISBN 3-406-52358-7

http://www.beck.de


Das Versicherungsrecht ist in seinem Kernbereich im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) normiert, das neben dem allgemeinen Zivilrecht den wesentlichen Teil dieses Rechtsgebiet bestimmt. Zu den klassischen Ausbildungsschwerpunkten oder auch nur -themen gehört das VVG aber sicherlich kaum. Dies ist angesichts der enormen wirtschaftlichen Bedeutung des Versicherungsrechts – auch in der Praxis des sog. Allgemeinanwalts – bedauerlich, so daß sich im beruflichen Alltag des jungen Anwalts schnell Lücken auftun werden, die, wie so oft, lediglich mit einem Kommentar nicht so einfach geschlossen werden können.

Wer sich rechtzeitig einen systematischen Überblick über das Versicherungsvertragsrecht verschaffen will, dem sei dieses inzwischen seit 1999 in dritter Auflage erschienene Werk des Kölner Fachhochschulprofessors Schimikowski ans Herz gelegt. In der bewährten Weise der im Verlag C.H. Beck verlegten Grundrisse des Rechts, in deren Reihe dieses Buch erschienen ist, stellt der Autor dieses wahrscheinlich trocken anmutende Rechtsgebiet zwar ausführlich und umfassend, nicht zuletzt aber auch übersichtlich dar. Das Werk ist in neun Teile untergliedert, deren erster sich den Grundlagen des Versicherungsvertragsrechts widmet. Allein diese auf 20 Seiten komprimierte Darstellung lohnt fast die Anschaffung, da Schimikowski bspw. sowohl die Verzahnung der maßgebenden Normen und Gesetze, aber auch die grundlegende Bedeutung der AVB (Allgemeinen Versicherungsbedingungen) in Windeseile aufzeigt.

In den folgenden Teilen befaßt sich der Autor mit Begründung und Beginn des Versicherungsverhältnisses, der Versicherungsvermittlung sowie der Prämienzahlungspflicht des Versicherungsnehmers. Der umfangreichste 5. Teil des Buches widmet sich den in Streitfall oftmals bedeutenden, wenn nicht gar streitentscheidenden Obliegenheit des Versicherungsnehmers sowie den Risikoausschlüssen. Hierbei wird zunächst die Rechtsnatur der Obliegenheit erläutert, um anschließend die einzelnen Obliegenheiten samt Rechtsfolgen bei Verstoß gegen jene darzulegen. Dabei vergißt der Autor selbstverständlich nicht, etwa auch die korrespondierende Rückfrageobliegenheit des Versicherers zu erwähnen etc. Die folgende Darstellung der Risikoausschlüsse sowie der Kenntnis- und Verhaltenszurechnung werden (angemessen) kurz abgehandelt.

Nach Erläuterung der Art und des Umfanges der Leistungspflicht des Versicherers im 6. Teil des Buches folgen im 7. Teil Ausführungen zu Verjährung und Verwirkung von Ansprüchen gegen den Versicherer (von besonderer Bedeutung wegen § 12 VVG!). Der 8. Teil befaßt sich schließlich mit der Kontrolle der AVB unter Aspekten des AGB-Rechts. Das Buch schließt mit einem kurzen Teil zum internationalen Versicherungsvertragsrecht, das in der Praxis angesichts des durch das Internet faktisch erweiterten Anbietermarktes in diesem Bereich von zunehmender Bedeutung sein wird.

Die Darstellung ist durchweg eingängig, wobei die Verwendung von Beispielen nicht übertrieben häufig, sondern in angemessenem Umfang stattfindet. Ein jedem einzelnen Kapitel vorangestelltes allgemeines Schrifttumsverzeichnis rundet die Themendarstellung ab.

Gesamteindruck:
Als Gesamteindruck läßt sich festhalten, daß dieses Buch nicht nur als einführende Lektüre sehr empfohlen werden kann. Wegen des durchaus brauchbaren Sachverzeichnisses kann das Buch auch zur nochmaligen Befassung mit Einzelaspekten herangezogen werden, wenn es dann gängige Kommentare oder vertiefende Werke naturgemäß nicht mehr zu ersetzen vermag.
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