Jurawelt

"Strafprozessrecht" von Werner Beulke
Stefanie Kleinmanns
22.07.2008

Topaktuell mit Stand März 2008

Eine Rezension zu:

Werner Beulke

Strafprozessrecht


10. Auflage

schwerpunkte-Reihe

C.F. Müller, Heidelberg 2008, 386 Seiten, 21,- €
ISBN 978-3-8114-8101-5

http://www.cfmueller-verlag.de


Pünktlich vor der Klausurenphase legte Beulke die 10. Auflage seines beliebten Buchs zum Strafprozessrecht aus der schwerpunkte-Reihe vor. Schwerpunkt dieser Neuauflage waren die gesetzlichen Neuregelungen zur Telekommunikationsüberwachung. Ebenfalls einzuarbeiten war aber auch eine Fülle neuer höchstrichterlicher Entscheidungen.

Mit seinem Lehrbuch gelingt dem Verfasser eine Gratwanderung zwischen der Beschränkung auf das Kernwissen und der Darstellung aller examensrelevanten Probleme aus dem Strafprozessrecht. Dabei hat er stets seine Zielgruppe im Auge und bettet in die lehrbuchartige Darstellung insgesamt 72 Fälle, die allesamt gelöst werden und das Gelehrte verdeutlichen, ein. Überdies erhält der Leser Verweise auf den Klausurenkurs des Verfassers sowie weitere Übungsfälle in der Literatur. Für den eiligen Leser werden verschiedene Schriftgrößen vorgehalten. Wer das Kleingedruckte auslässt, erhält immer noch einen Überblick über die Standard-Examensprobleme.

Die 10. Auflage überzeugt wie gewohnt durch hohe Aktualität und dadurch, dass Beulke immer wieder Stellung bezieht und nicht nur die Rechtslage nebst Ansichten darstellt. In einem Punkt musste er nun aber klein beigeben: Seine bisher vertretene Meinung zur Frage der Zulässigkeit von Beschlagnahmen von Briefen zwischen dem Beschuldigten und seinem Verteidiger, wenn Letzterer einer Teilnahme oder Begünstigung, Strafvereitelung oder Hehlerei verdächtig ist, hat der Gesetzgeber durch die Neuregelung in § 160a StPO obsolet werden lassen. Jedoch nutzt der Autor gleich die Gelegenheit, weitere Fallgestaltungen darzustellen, auf die § 160a StPO nicht anwendbar ist.

Besonders aktuell sind die Ausführungen zur Telefonüberwachung, zur Online-Überwachung oder auch zur Erhebung von Verkehrsdaten. Eingearbeitet wurden nicht nur die gesetzlichen Neuregelungen, sondern auch schon das BVerfG-Urteil vom 19. März 2008 (Herausgabe von Daten an die Strafverfolgungsbehörden durch Telekommunikationsanbieter) sowie zahlreiche Fundstellen aus der Literatur aus 2007 und 2008.

Gesamteindruck:
Auch diese Neuauflage überzeugt wiederum durch aktuellste Aufbereitung von Gesetzgebung, Literatur und Rechtsprechung und wird dem Anspruch, sich an Einsteiger wie Examenskandidaten gleichermaßen zu richten, voll gerecht.





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