Jurawelt

Artikel 11446
Stefanie Kleinmanns
10.06.2007

Praxis des Strafverfahrens für Referendare, Strafverteidiger und Justiz

Eine Rezension zu:

Klaus Haller / Klaus Conzen

Das Strafverfahren

Eine systematische Darstellung mit Originalakte und Fallbeispielen

4. Auflage

Reihe Jurathek Praxis

C.F. Müller, Heidelberg 2006, 533 Seiten, 33,- €
ISBN 978-3-8114-3277-2

http://www.cfmueller-verlag.de

Rezension zur 3. Auflage


Drei Jahre nach der Vorauflage haben die Autoren das vorliegende umfassende Werk zum Ablauf des Strafverfahrens auf den neuesten Stand gebracht. Der Umfang hat ca. 40 Seiten zugenommen. Enthalten sind nun z.B. die BVerfG-Entscheidung zum "Großen Lauschangriff" oder das Gesetz zur Novellierung der forensischen DNA-Analyse.

Hinsichtlich Konzept, Zielgruppe und Aufbau des Buches soll auf die Rezension zur 3. Auflage verwiesen werden. Ergänzend sei festgestellt, dass das Buch für die doch recht kurze Zeit der Strafrechts-Station im Referendariat sicher eine zu kostspielige Investition darstellt. Die Lektüre allerdings ist mehr als gewinnbringend, sowohl für die praktische Station als auch für die Vorbereitung auf das Assessorexamen. Durch die anschauliche Darstellung mit vielen Mustern und Beispielsfällen wird der Referendar erstklassig auf die Praxis eingestimmt und kann jederzeit auftretende Fragen nachschlagen. Lediglich einzelne – durchaus praxisrelevante – Aspekte bleiben offen, so z.B. erfährt der Leser nicht, wie ein Nichteröffnungsbeschluss im Zwischenverfahren konkret aussieht und begründet wird.

Besonders lohnenswert ist das Kapitel zur Revision – stellen doch Revisionsklausuren mittlerweile einen beliebten Klausurtyp im Examen dar. Mit knapp 80 Seiten ist dieser Teil des Buches recht ausführlich ausgefallen. Dargestellt werden anhand von Beispielsfällen die Zulässigkeitsvoraussetzungen einschließlich eines Exkurses zu Einzelfragen der Zustellung sowie die Begründetheit der Revision. Die Revisionsgründe werden eingängig erläutert, insbesondere die Ablehnung einer Gerichtsperson wegen der Besorgnis der Befangenheit wird lang thematisiert. Schließlich folgt ein Abschnitt zum Gang des Revisionsverfahrens, bis der Leser zum Abschluss des Kapitels einen Revisionsbeschluss als Muster vorfindet.

Gesamteindruck:
Das Fazit der Rezension zur 3. Auflage kann beibehalten werden: Ein Werk, das sich dank der "Originalakte" und damit des hohen Praxisbezugs wohltuend abhebt von Lehrbüchern klassischen Stils, ohne dass die Qualität darunter leidet.





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