Alexander Otto
11.07.2004
Gutes vom Steuerstrafverteidiger
Eine Rezension zu:
Christian Pelz
Strafrecht in Krise und Insolvenz
Reihe Strafverteidigerpraxis, Band 2
C.H. Beck, München 2004, 277 Seiten, 30,- €
ISBN 3-406-51693-9
http://www.beck.de
Mit Band 2 der neuen Reihe Strafverteidigerpraxis aus dem C.H. Beck-Verlag hat Christian Pelz, Fachanwalt für Strafrecht und Steuerrecht in München, ein Buch
veröffentlicht, das dem Namen dieser Reihe absolut gerecht wird. Mehr als das. Dieses Buch ist nicht nur für reine Strafverteidiger eine lohnenswerte Anschaffung, sondern
auch gerade für diejenigen, die nicht täglich mit der Strafverteidigung zu tun haben.
Pelz greift ein Thema auf, das leider auf Grund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre hochaktuell ist und in der strafrechtlichen Praxis verstärkt
seinen Niederschlag findet.
Das nicht nur für Verteidiger, sondern auch für alle anderen Vertreter der strafrechtlichen Praxis interessante Buch gliedert sich in 10 große Abschnitte.
Im ersten Teil gibt Pelz eine gute Einführung in die Thematik. Neben Allgemeinem zu Unternehmenskrisen und deren Bedeutung in strafrechtlicher Hinsicht werden in diesem
Abschnitt die Grundlagen des Insolvenzrechts und des Insolvenzverfahrens eingehend erläutert. Diese sehr wichtige Einführung in die Thematik ist wirklich gut verständlich.
Damit eignet sich das Buch gerade auch für Juristen, die bisher noch nicht oder nur in geringem Umfang mit dem Insolvenzrecht in Berührung gekommen sind. So stellt Pelz
beispielsweise die verschiedenen Rechnungsmethoden für den im Insolvenzrecht bedeutsamen Überschuldungsstatus dar.
Gerade an diesen wichtigen Stellen, aber auch im Verlauf des gesamten Buchs gibt Pelz viele wichtige Hinweise, was zu beachten ist und wo Schwierigkeiten lauern. Diese
Hinweise und Tipps beziehen sich nicht nur auf rechtliche Probleme, sondern auch auf die Vorgehensweise.
Im zweiten Teil beschäftigt sich Christian Pelz dann mit den Grundlagen des Insolvenzstrafrechts. Themen sind dabei u.a. die Feststellung der Krisensituation im
Insolvenzstrafverfahren oder aber der taugliche Täterkreis. Dabei wird auch ein Blick auf das internationale Insolvenzstrafrecht geworfen.
Im sich anschließenden dritten Teil geht es dann um Antrags- und Anzeigepflichtverletzungen. Der vierte Teil, der sehr umfangreich ist, hat dann die Bankrottdelikte des §
283 StGB zum Thema. Diesen Delikten des § 283 StGB widmet Pelz aus gegebenem Anlass besondere Bedeutung. Um die Verletzung der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht
außerhalb der Krise eines Unternehmens und Begünstigungshandlungen geht es im fünften und sechsten Teil. Im Anschluss daran nimmt sich Pelz im siebten Teil anderer Delikte
im Zusammenhang mit Insolvenzen an, um dann im achten Teil Straftaten bei der Sanierung zu beleuchten.
Gerade Berufstätige, die täglich mit Krise und Insolvenz konfrontiert sind, sind besonderen Risiken ausgesetzt. Mit den strafrechtlichen Risiken von Beratern und
Insolvenzverwaltern beschäftigt sich der neunte Teil. Im zehnten und abschließenden Teil geht es dann um das Insolvenzstrafverfahren.
Mit diesem sehr breiten Themenspektrum deckt Band 2 der Reihe Strafverteidigerpraxis alle strafrechtlichen, wichtigen Grundlagen und Probleme rund um Krise und
Insolvenz ab.
Layout und Aufbau des Buches sind sehr gelungen und überzeugen. In etlichen Schaubildern werden wichtige Punkte gut veranschaulicht. Darüber hinaus sind viele Checklisten
enthalten, die die wichtigsten Probleme zusammenfassen und dem Leser aus dem Kreise der Strafverteidigung gute Kontrolllisten bieten. Das Werk eignet sich sowohl als
umfassender Einstieg in die Thematik, als auch als Nachschlagewerk in der alltäglichen Praxis. Der (recht hohe) Preis von 30 € ist absolut angemessen und der Käufer
wird mit Inhalt, ansprechendem Aufbau und Übersichtlichkeit entschädigt.
Gesamteindruck:
Ein guter und wichtiger Band, der in keiner Bibliothek und bei keinem Strafverteidiger im Regal fehlen sollte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist absolut in Ordnung.
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