Jurawelt

Artikel 9105
Alexander Otto
23.04.2004

Begrüßenswerte Bereicherung der strafrechtlichen Literatur

Eine Rezension zu:

Katja Mestek-Schmülling

Mittelbare Straftatfolgen und ihre Berücksichtigung bei der Strafzumessung


Reihe Kölner Kriminalwissenschaftliche Schriften Band 45

Duncker & Humblot, Berlin 2004, 167 Seiten, 50,80 €
ISBN 3-428-11023-4

http://www.duncker-humblot.de


Mestek-Schmülling bereichert mit ihrer Dissertationsarbeit an der Universität zu Köln die Reihe der Kölner Kriminalwissenschaftlichen Schriften. Sie greift ein Thema auf, das in der Literatur vieldiskutiert und für die Praxis in vielerlei Hinsicht wichtig ist.

In vier Kapiteln und auf insgesamt 167 Seiten werden die mittelbaren Straftatfolgen und ihre Berücksichtigung bei der Strafzumessung eingehend untersucht. Zunächst erfolgt durch Mestek-Schmülling eine Bestandsaufnahme der wichtigsten mittelbaren Straftatfolgen. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den wohl bedeutendsten und in der Praxis am häufigsten zu beachtenden mittelbaren Straftatfolgen, nämlich solche beruflicher und ausländerrechtlicher Art. Dann folgt eine Analyse der Berücksichtigung mittelbarer Straftatfolgen in Rechtsprechung und Schrifttum. Neben der Darstellung der höchstrichterlichen Rechtsprechung skizziert Mestek-Schmülling auch die Bedeutung der Rechtsprechung für den tatrichterlichen "Alltag". An dieser Stelle wird deutlich, dass dieses Werk nicht "nur" eine wissenschaftliche Arbeit ist, sondern sich für alle im strafrechtlichen Bereich tätigen Juristen zur Lektüre empfiehlt.

Im 3. Kapitel nimmt Mestek-Schmülling Schrifttum und Rechtsprechung kritisch unter die Lupe. Sie unterlässt es bei der eigenen Kritik nicht, auch einen ausführlichen Blick auf kritische Stimmen in der Literatur zu werfen. Der Entwicklung eines systematischen Konzepts zur Berücksichtigung mittelbarer Straftatfolgen bei der Strafzumessung in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Auffassungen und Kritikpunkten wird der größte Teil der Dissertation gewidmet. Abschließend wir das Werk mit einer kurzen Zusammenfassung der gesamten Thematik abgerundet.

Die Dissertationsarbeit ist insgesamt sehr lesenswert und interessant. Mestek-Schmülling versteht es die Thematik in einer verständlichen und gut lesbaren Sprache darzustellen. Begrüßenswert ist es, dass Rechtsprechung und Literatur nicht nur losgelöst voneinander dargestellt werden, sondern immer in Gegenüberstellung Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden. Dies zieht sich durch das gesamte Werk, so dass an allen wichtigen Stellen ausreichender Bezug zu Literatur uns Rechtsprechung genommen wird.

Das Werk eignet sich nicht nur für Juristen, die ausschließlich im wissenschaftlichen Bereich tätig sind, sondern auch für alle Praktiker. So kann sowohl der Student der Rechtswissenschaften dieses Buch gut als ausführlichen Einstieg in die Thematik nutzen, als auch der Tatrichter als Nachschlagewerk oder der Rechtsanwalt der bspw. mit einer Revision beschäftigt ist.

Insgesamt betrachtet gehört Band 45 der Kölner Kriminalwissenschaftlichen Schriften in das Regal einer jeden gut sortierten Bibliothek. In den Regalen von Jura-Studenten wird dieses Buch aber wohl leider auf Grund des recht hohen Preises von 50,80 € eher selten zu finden sein. Bei diesem Preis dürfte man allerdings, wie bei anderen Beiträgen in dieser Reihe auch, eine etwas ansprechendere Gestaltung erwarten. Der Inhalt und die Art der Darstellung rechtfertigen den Preis allerdings allemal, so dass man, wenn möglich, über diesen Preis hinwegsehen sollte.

Gesamteindruck:
Bis auf die Kritik am Preis, kann man dieses Werk als eine begrüßenswerte und für einen breit gefächerten Leserkreis geeignete Bereicherung der strafrechtlichen Literatur bezeichnen. Der Umfang dieser Arbeit wird der Bedeutung der mittelbaren Straftatfolgen gerecht, ohne zu kurz oder zu ausführlich zu werden. Die Darstellung ist trennscharf, verständlich und angenehm zu lesen.





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