Stefanie Samland
Griechische Strafrechts-Tagung
Eine Rezension zu:
Ilias G. Anagnostopoulos (Hrsg.)
Internationalisierung des Strafrechts
1. Auflage
Nomos, Baden-Baden 2003, 151 Seiten, 29,- €
ISBN 3-7890-8378-X
http://www.nomos.de
Der vorliegende Band aus der Schriftenreihe Deutsche Strafverteidiger e.V. enthält gibt Referate wieder, die vorwiegend von griechischen Strafrechtstheoretikern und
-praktikern auf Tagungen in Griechenland in den Jahren 1999 und 2000 gehalten wurden. Bis auf einen englischsprachigen wurden alle Beiträge ins Deutsche übersetzt und mit
Fußnoten versehen, um dem Leser zusätzliche Informationen zu bieten.
Die Vortragenden setzen sich mit der Diskussion über eine Internationalisierung des Strafrechts auseinander, untersuchen die Hintergründe und beschreiben den 1999/2000
aktuellen Stand. Der Einfluss der international und regional verankerten Grundrechte auf die nationalen Strafverfahrensrechts-Vorschriften wird ebenso angesprochen wie die
Einhaltung von Grundprinzipien wie das Schuldprinzip oder das Prinzip des Verbots der Doppelbestrafung bei der Harmonisierung des Strafrechts. Außerdem widmen sich die
Referate der internationalen ad hoc Gerichte und damit der internationalen Strafverfolgung, der Rechtshilfe in Strafsachen sowie den Grundlagen zur Strafbarkeit von
Vermögensdelikten zu Lasten der Europäischen Union und hierbei auch der Kompetenz der EU zum Erlass solcher Vorschriften, gerade hinsichtlich eines fahrlässigen
Subventionsbetrugs. Hierzu sind sehr kritische Stimmen zu vernehmen, auch in diesem Buch. Einer der konkreten Anwendungsbereiche der Diskussion über ein transnationales
Strafrecht ist das Internet, auch dazu gibt es einen Beitrag.
Obgleich die Vorträge allesamt schon ca. 3 Jahre alt sind, so ist zu merken, dass bis heute noch die gleichen Diskussionen über ein internationales Strafrecht geführt
werden. Jedoch ist anzumerken, dass bei einer Veröffentlichungszeit von 3 Jahren die Übersetzungen der Referate etwas gründlicher hätten erfolgen können. Grammatikfehler
finden sich des öfteren und hätten durch einen weiteren Korrekturlesegang leicht eliminiert werden können. Auch fällt zum Lesefluss negativ auf, dass teilweise sätzelang nur
Substantivierungen verwendet werden.
|