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Artikel 8023
Jochen Barchewitz

Für Anfänger geeigneter Basics Kurs
auf dem Gebiet der Methodenlehre im Strafrecht


Eine Rezension zu:

Christian Scholz / Wolfgang Wohlers

Klausuren und Hausarbeiten im Strafrecht


3. Auflage

Nomos, Baden-Baden 2003, 125 Seiten, 15,- €
ISBN 3-7890-8372-0

http://www.nomos.de


Dieses 125 Seiten umfassende Buch ist in den Bereich der Methodenlehre einzuordnen. Es ist in 6 Teilabschnitte und 3 Anhänge untergliedert. Hier soll nun zunächst auf die einzelnen Teilabschnitte kurz eingegangen werden, bevor dann in einem zweiten Schritt der Gesamteindruck wiedergegeben wird. Der erste Teil befasst sich mit der für jede juristische Klausur oder Hausarbeit elementaren Gutachtentechnik. Bereits hier – so wie es sich auch insgesamt wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht – beschränken sich die Autoren nicht darauf die Theorie dieses methodischen Basiswissens darzustellen, sondern veranschaulichen diese anhand ausformulierter Bausteine einer möglichen Falllösung. Im zweiten Teil werden die bei der Aufarbeitung eines strafrechtlich relevanten Sachverhaltes zu beachtenden Grundsätze, wie zum Beispiel das Verbot der Sachverhaltsergänzung dargestellt. In einem kleinen Exkurs wird dabei noch mal separat auf das Problem der Feststellung innerer Tatsachen eingegangen. Im folgenden dritten Teil wird der Aufbau des strafrechtlichen Gutachtens erläutert. Hier werden die wohl jedem schon allzu häufig in Klausuren begegneten Fragen beantwortet, in welcher Reihenfolge die Personen zu prüfen sind oder was nun in dem speziellen Fall überhaupt prüfungsrelevant ist. Der vierte Teil beschäftigt sich mit der Frage, wie man Literatur und Rechtsprechung in Hausarbeiten richtig verarbeitet und was beim Zitieren beachtet werden muss. Der vorletzte und fünfte Teil geht auf das Problem ein, wie Meinungsstände in Hausarbeiten dargestellt werden sollten. Hier sind Hinweise zu finden, wie zum Beispiel, dass Meinungen, die auf das gleiche Ergebnis hinauslaufen und insofern für die Lösung irrelevant sind, zwar dargestellt werden können, aber nicht entschieden werden müssen. Schließlich behandelt der sechste Teil noch die in Hausarbeiten üblichen Formalien wie Deckblattgestaltung, Aufbau der Gliederung, Inhalt des Literaturverzeichnisses etc., bevor dann noch in drei umfangreichen Anhängen neben einer Musterklausur und Muterhausarbeit noch ein Abriss über die Grundlagen juristischer Argumentation zu finden ist.

Kann auch der fortgeschrittene Student bei der Lektüre dieses Buches noch auf so manche ihm bisher unbekannte Methodenregel stoßen oder seine durch die ersten Strafrechtssemester möglicherweise unreflektiert eingeschleifte Fallbearbeitungsmethodik noch mal im Überblick nachlesen und auf solide Grundlagen stellen, so richtet sich dieses Buch nach meinem Eindruck vor allem an Studenten der ersten beiden Semester. Erwartet man zum Beispiel im Teilabschnitt über die Verarbeitung von Literatur und Rechtsprechung einen umfassenden Katalog aller Zitierregeln zu finden, so wird man in dieser Erwartung enttäuscht werden, denn die Autoren beschränken sich auch hier auf die Darstellung der elementaren Grundkenntnisse. Allerdings war es wohl angesichts des handlichen Umfangs des Buches auch nicht die Absicht der Autoren ein Großwerk über die Methodenlehre im Strafrecht herauszugeben. Diese Annahme bestätigt sich beim Blick ins Vorwort, in dem die Autoren klarstellend darauf hinweisen, dass der Sinn und Zweck dieses Buches darin liegt, das lückenhafte Angebot an Lehr- und Lernmitteln hierdurch zu ergänzen. Außerdem heben sie hervor, dass sie allein didaktische Ziele bei der Konzeption des Buches verfolgt haben und keinen wissenschaftlichen Anspruch erheben. Auf einen wissenschaftlichen Fußnotenapparat ist deshalb auch bewusst verzichtet worden. Die wohl charakteristischste Besonderheit dieses Buches besteht meiner Ansicht nach in der konsequent durchgehaltenen Darstellung der Theorie anhand praktischer Falllösungsbeispiele. Ob einem diese Art der Aufbereitung der Materie liegt, kann nur jeder durch den Griff ins Buchhandlungsregal selber für sich herausfinden.

Gesamteindruck:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Autoren mit diesem Buch einen speziell für Anfänger geeigneten Basics Kurs auf dem Gebiet der Methodenlehre im Strafrecht geschaffen haben, der allein schon aufgrund des eingeschlagenen neuen didaktischen Weges Aufmerksamkeit verdient. Gerade für Studenten, die ihrer ersten Klausur oder Hausarbeit im Strafrecht entgegensehen und sich die Frage stellen, wie sie ihr materielles Wissen in der Klausurlösung ordnen sollen, werden hierin eine große Hilfe finden.





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