
Gemäß dem Klappentext wendet sich das vorliegende Lehrbuch zu den Kernbereichen
der Vermögensdelikte an Studenten, die sich profundes Wissen über die klausurrelevantesten Themen von Diebstahl, Betrug und Co. aneignen wollen. Trotz des schon großen
Umfanges des Buches werden z.B. Computerbetrug oder das Erschleichen von Leistungen noch gar nicht behandelt (diese Straftaten finden sich erst im Teilband 2 zum Randbereich
der Vermögensdelikte), vielmehr ist es das Ziel des Autors, sich auf die wichtigsten Paragraphen zu beschränken, diese aber sehr detailliert zu erläutern.
Der Teilband 1 zu den Vermögensdelikten enthält die Darstellung von Diebstahl (inkl. der Regelbeispiele des § 243 StGB und der Qualifikationen der §§ 244, 244a StGB),
Unterschlagung, Raub (inkl. der Qualifikationen der §§ 250, 251 StGB), Räuberischem Diebstahl, Sachbeschädigung (inkl. der Qualifikationen der §§ 305, 305a StGB), Erpressung
und Räuberischer Erpressung, Betrug, Untreue, Begünstigung sowie Hehlerei.
Alle genannten Delikte werden sehr ausführlich behandelt. So finden sich im Rahmen des Diebstahls umfangreiche Erläuterungen zum tatbestandsausschließenden Einverständnis
oder zur Enteignungskomponente im subjektiven Tatbestand, wenn der Täter die weggenommene Sache später dem ehemaligen Gewahrsamsinhaber wieder zukommen lassen will (furtum
usus). Die jeweils denkbaren Fallkonstruktionen werden anhand von zahlreichen Beispielsfällen aufgezeigt und gelöst. Neben den sehr vertieften Inhalten, die zum Examensstoff
gehören, kann der Leser auch etwas zur Entstehungsgeschichte oder zum Strafzweck der einzelnen Normen erfahren.
Auf den ersten Blick muß der Student schon eine Hemmschwelle überwinden, mit diesem Buch zu arbeiten, denn er hat nicht etwa die Hälfte des Stoffes zum Besonderen Teil des
StGB vor sich, wie das bei den meisten BT-Lehrbüchern der Fall ist, sondern erst die Hälfte von der Hälfte, da es ja auch noch den Teilband 2 gibt. Dennoch nimmt die
Gliederung und die Gestaltung des Buches die Furcht vor den über 600 Seiten. Neben dem allgemeinen Inhaltsverzeichnis vorn enthält jedes Kapitel ein detaillierteres
Verzeichnis mit den Verweisen zu den Randnummern in diesem Kapitel. Die Randnummern fangen bei jedem Kapitel wieder neu bei 1 an zu zählen, was für das Zitieren in
Hausarbeiten zwar die Mitzitierung der Kapitelnummer erfordert, aber aufgrund des Buchumfanges einer unpraktikabel großen Randnummernzahl vorbeugt. Desweiteren arbeitet der
Autor mit unterschiedlichen Schriftgrößen für Lehrbuchtext und Beispielsfälle sowie Hervorhebungen. So wird den Lesern der Überblick erleichtert und ihm die Möglichkeit
gegeben, den Text auch erst einmal oder zur Wiederholung ohne die Fälle flüssig zu lesen.
Ein weiterer Pluspunkt des Buches, welcher der Zielsetzung des Autors, profundes Wissen darzustellen, gerecht wird, ist die Angabe von Literatur. Zu Beginn des Buches findet
sich wie gewohnt ein allgemeines Literaturverzeichnis mit Lehrbüchern, Kommentaren und Dissertationen, welches schon relativ ausführlich ausfällt. Zudem enthalten die
Fußnoten zahlreiche Nachweise zum Weiterlesen. Schließlich wird jedes Kapitel mit einer Reihe von speziellen Aufsatzfundstellen beendet. Wer also nach der Lektüre des
vorliegenden Buches immer noch nicht genug hat, wird dank der Nachweise weiter fündig.
Gesamteindruck:
Für den Studenten, der über den Stoff der Strafrechtsvorlesung hinaus die bedeutendsten Vermögensdelikte in allen Facetten kennenlernen möchte, ein sehr lesenswertes Buch,
welches durch Wiederholungsfragen nach jedem Kapitel noch abgerundet wird. Der Beschreibung auf dem Klappentext, dem Leser "reichlich Material und Anregungen für kleine
gedankliche Forschungsexpeditionen in die an Rätseln reiche Welt der Vermögensdelikte" zu bieten, wird das vorliegende Lehrbuch gerecht. Auch für kompliziertere
Hausarbeitsfälle finden sich hier erste Anregungen. Der Preis von 27 € ist sehr angemessen.