Jurawelt

Artikel 10541
Stefanie Samland
19.09.2005

Erstes Lehrbuch zum internationalen Strafrecht

Eine Rezension zu:

Helmut Satzger

Internationales und Europäisches Strafrecht


1. Auflage

NomosLehrbuch

Nomos, Baden-Baden 2005, 245 Seiten, 24,- €
ISBN 3-8329-0841-2

http://www.nomos.de


Mit den neuen NomosLehrbüchern hat der Nomos-Verlag in den letzten Monaten fast zeitgleich eine komplette Lehrbuchreihe zum Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichen Recht eröffnet. So kommen zahlreiche neue Werke auf den Markt, größtenteils zu bekannten Rechtsgebieten, teilweise aber auch – wie im vorliegenden Fall – zu Gebieten, die bisher noch nicht Gegenstand ganzer Lehrbücher waren. Das Buch zum Internationalen und Europäischen Strafrecht wurde von Satzger, Professor an der Universität Augsburg, verfasst und enthält auf gut 200 Seiten Wissenswertes zum Strafanwendungsrecht, zum entstehenden Europäischen Strafrecht sowie zum Völkerstrafrecht. Die Inhaltsübersicht kann ebenso wie eine dreiseitige Leseprobe auf der Homepage des Verlags eingesehen werden.

Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit den §§ 3 ff. StGB, die die Anwendung deutschen Strafrechts auf Inlands- und Auslandstaten regeln. Der Mittelteil behandelt die europäischen Einflüsse auf das deutsche Strafrecht sowie die Ansätze europäischer Rechtsharmonisierung im Bereich des Strafrechts. Dabei beschränkt sich das Werk nicht auf das materielle Strafrecht, auch prozessuale Themen wie der Europäische Haftbefehl, die Europäische Beweisanordnung oder auch die Justizrechte aus der Europäischen Menschenrechtskonvention sind erläutert. Die internationalen Strafgerichtshöfe bzw. Tribunale sowie der allgemeine und besondere Teil des Völkerstrafrechts sind Gegenstände des dritten Teils des Buches.

Das Layout orientiert sich an den Verlagsvorgaben für die neue Reihe. Das Cover ist in edlem dunkelblau gehalten. Das Buch selbst enthält neben zweiseitigen Kopfzeilen und Randnummern kleiner gedruckte Fußnoten, die sich vom Umfang her im Rahmen halten. Etwas befremdlich wirkt die Verwendung zweier Schriftarten und diverser Unterschiede in Schriftbild und -größe. Ansonsten ist das Buch aber übersichtlich aufgebaut – Überschriften heben sich gut hervor, es finden sich Grafiken, Aufzählungen und gut sichtbar gekennzeichnete Beispiele. Dem Verständnis dienen zudem Wiederholungs- und Vertiefungsfragen am Ende jedes Kapitels. Außerdem bietet Satzger zu jedem Thema vertiefende Literaturhinweise an.

Gesamteindruck:
Wer sich für die grenzüberschreitende Dimension des Strafrechts interessiert, die bei zunehmender Mobilität immer relevanter wird, sollte dieses Buch lesen. Es ist das erste Lehrbuch, welches sich ausschließlich dieser Thematik widmet und alle bisherigen Diskussionen um europäische und internationale Aspekte des Straf- und Strafverfahrensrechts zusammenstellt. Lesenswert!





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