Jurawelt

Artikel 11362
Ass. iur. Elke Sassenberg
21.02.2007

Straßenmaut

Eine Rezension zu:

Andrea Schrage

Straßenmaut und Verkehrsstaus


Mohr Siebeck, Tübingen 2005, 243 Seiten, 79,- €
ISBN 3-16-148683-8

http://www.mohr.de


"Straßenmaut und Verkehrsstaus" ist ein Werk aus den Beiträgen zur Finanzwirtschaft des Mohr Siebeck Verlages und basiert auf den Untersuchungen zur Dissertationsschrift der Volkswirtschaftlerin Andrea Schrage. Demzufolge legt die Autorin einen deutlichen Schwerpunkt des Buches auf volkswirtschaftliche Elemente. Nachdem Andrea Schrage die externen Kosten der Straßennutzung aufgezeigt hat, beschreibt sie verschiedene Modelle, anhand derer die Ursachen von Staus erklärt werden können. Entscheidend ist dabei ihrer Meinung nach, zwischen verschieden stark belasteten Strecken und verschieden starken Stoßzeiten zu differenzieren und durch eine gezielte lokale und quantitative Anpassung der Mautgebühren das optimale Ergebnis zu erzielen. Dieser theoretische Teil wird dargestellt anhand von vielen Abbildungen und Gleichungen.

Anschließend diskutiert Andrea Schrage die praktischen Möglichkeiten des Straßengebührensystems anhand international bereits bestehender Mautsysteme. So wird das Korridor-Schema der Express Lanes in Südkalifornien beschrieben, das Zonen-Schema des Congestion Charging in London sowie das landesweite LKW-Maut-Schema in der Schweiz. Auch die verschiedenen Technologien der Gebührenerhebungen werden kurz aufgezeigt.

Sodann erläutert die Autorin die Möglichkeiten, die in Deutschland zur Einführung von Staugebühren bestehen. Dabei geht sie auf die vorhandenen Rahmenbedingungen ebenso ein wie auf mögliche Umsetzungen. Andrea Schrage sieht erheblichen Spielraum zur Realisierung von Straßennutzungsgebühren in Deutschland und schlägt vor, sofort, in kleinen Schritten und zunächst anhand von empirischen Untersuchungen den Anfang zu machen.

Einen kurzen Anriss über die rechtlichen Rahmenbedingungen gibt die Autorin ebenso, wobei sich dieser auf wenige, eher oberflächliche Hinweise beschränkt.

Das Buch ist ausführlich und informativ geschrieben. Die Inhalte wurden gut und verständlich aufgearbeitet. Die Autorin nimmt Bezug auf die tatsächliche Lage, und unterbreitet verschiedene für Deutschland mögliche Lösungsansätze. Die einzelnen Kapitel sind zwar losgelöst voneinander zu lesen, bauen jedoch aufeinander auf. Quellangaben ermöglichen eine vertiefte Beschäftigung mit der Materie.

Gesamteindruck:
Das Buch eignet sich für all diejenigen, die sich vertieft mit der Thematik der Straßennutzungsgebühren beschäftigen. Für Nicht-Volkswirtschaftler sind dabei zwar eher die aus den Gleichungen gezogenen Schlußfolgerungen interessant als die Gleichungen als solche. Doch gibt Andrea Schrage auch der fachfremden Leserschaft einen gut strukturierten Einblick in volkswirtschaftliche Belange.





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