Jurawelt

Artikel 9226
Stefanie Samland
25.05.2004

Statt großem Bücherregal

Eine Rezension zu:

Mohr Siebeck Redaktion

Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

Die amtliche Sammlung auf CD-ROM

Mohr Siebeck, Tübingen 2004, Bände 1-107 auf CD-ROM, 398,- €
ISBN 3-16-148102-X

http://www.mohr.de


Nicht nur in der Grundrechtsvorlesung werden laufend Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zitiert, auch für die Veranstaltungen im Staatsorganisationsrecht, Polizeirecht oder gar Deliktsrecht sind Kenntnisse der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts unentbehrlich. Meist enthalten die Hinweise des Professors oder Verweise in Lehrbüchern sogar die genaue Seite der Fundstelle, was ein Nachschlagen besonders einfach macht. Der Weg führt dann normalerweise in die Bibliothek zum Regal mit der amtlichen Sammlung, die inzwischen im 108. Band angelangt ist. Für den studentischen Arbeitsplatz zu Hause ist diese Sammlung selbstredend unerschwinglich, kostet doch das gedruckte Kompendium knapp 4.000,- €.

Als Alternative bietet Mohr Siebeck die amtliche Sammlung auf CD-ROM an. Bestellt man diese, so erhält man derzeit eine Schachtel mit zwei CD-ROMs. Die eine enthält die Bände 1-105, die zweite ein Update mit den Bänden 106 und 107. Die Systemvoraussetzungen sind gering, ab Windows 9x wird das Programm von allen Windows-Betriebssystemen unterstützt, es wird ein Pentium-Rechner mit mindestens 32 MB Arbeitsspeicher benötigt. Bei der Installation kann man wählen, ob man die Sammlung später von CD oder von der Festplatte laden möchte, so dass auch bei geringem Speicherplatz auf der Festplatte kein Problem entsteht.

Vor dem ersten Start jedoch wird der Nutzer zunächst einmal aufgefordert, das Produkt zu lizensieren. Hierzu muss die beigelegte Registrierungsnummer online angegeben und mit diversen Daten versehen werden, bevor der Nutzer dann per Post in Genuss der Lizensierungsdaten kommt, die ihm die unbeschränkte Nutzung des Programms ermöglichen. Dieser Weg ist etwas umständlich, aber wohl dem hohen Preis und der Kopiergefahr geschuldet. Es muss auch gesagt werden, dass auch ohne Registrierung das Programm schon 30 Tage lang uneingeschränkt genutzt werden kann.



Die Programmoberfläche ist in drei Fenster aufgeteilt. Die linke Seite des Bildschirms zeigt oben einen Verzeichnisbaum an, in dem die einzelnen Bände aufgelistet werden, unten die Verzeichnisliste, in der die einzelnen Entscheidungen aufgezählt werden, die dann direkt angeklickt werden können. Das große Feld auf der rechten Seite enthält schließlich den Entscheidungstext in recht übersichtlicher Form. Auf der Mohr-Homepage ist ein Beispiel einzusehen.

Die Arbeit mit dem Programm ist sehr benutzerfreundlich. Es gibt eine Markierungsfunktion mit mehreren Farben sowie die Möglichkeit, Notizen hinzuzufügen. Die Suchfunktion ermöglicht einerseits ein Springen auf bekannte Fundstellen, andererseits eine Volltextsuche, die sich bei Bedarf auch auf die eingegebenen Notizen ausweiten lässt. Bei einem schnellen Computer ist so eine effektive und zügige Arbeit möglich. Auch ein Kopieren von Ausschnitten aus den Entscheidungen in andere Programme ist kein Problem.

Gesamteindruck:
Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts beschäftigen den Studenten vom ersten Semester an bis hin zum Examen. Die Entscheidungssammlung von Mohr auf CD-ROM ist ein tolles Programm, welches das Lernen zu Hause sowie das Arbeiten an Hausarbeiten in außergewöhnlichem Maße unterstützen kann. Leider ist der Preis trotz der erheblichen Differenz zum Druckwerk keineswegs studentenfreundlich. Wenn dieser einmal im zweistelligen Bereich liegt, könnte die CD-ROM zur Standardausstattung von Jurastudenten gehören.





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