Jurawelt

Artikel 10634
Stefanie Samland
25.10.2005

Klagearten vor dem BVerfG in der Fallbearbeitung

Eine Rezension zu:

Hubertus Gersdorf

Verfassungsprozessrecht und Verfassungsmäßigkeitsprüfung


2. Auflage

Grundversorgung im Öffentlichen Recht

C.F. Müller, Heidelberg 2005, 89 Seiten, 12,50 €
ISBN 3-8114-9035-4

http://www.cfmueller-verlag.de


5 Jahre nach der Erstauflage erschien nun die 2. Auflage des kleinen Büchleins zum Verfassungsprozessrecht von Gersdorf, der an der Universität Rostock lehrt. Das Buch ist ebenso wie das Werk zum Verwaltungsprozessrecht, das schon 2003 in 2. Auflage auf den Markt kam, Teil der im Aufbau befindlichen Reihe Grundversorgung im Öffentlichen Recht. Mit dieser Reihe möchte der Autor dem Trend entgegen wirken, dass juristische Examensvorbereitung üblicherweise beim Repetitor stattfindet.

Mit nicht einmal 90 Seiten schreckt das Büchlein den Leser keinesfalls ab – im Gegenteil: Umfang und optische Gestaltung machen Mut, dass die Klagearten vor dem Bundesverfassungsgericht kein "Buch mit 7 Siegeln" sind. Gersdorf gelingt es, auf zunächst 50 Seiten die Verfahren anhand der jeweiligen Prüfungsreihenfolge darzustellen – angefangen von der Verfassungsbeschwerde bis hin zu den Normenkontrollverfahren. Hierbei sind die vielen Aufbauhinweise in den aus der schwerpunkte-Reihe bekannten grau hinterlegten Kästen sowie zahlreiche Formulierungsvorschläge im Kursivdruck hervorzuheben. Der Student erfährt also nicht nur, was bei den einzelnen Verfahren zu beachten ist und welche Voraussetzungen an die Zulässigkeit eines Antrags an das Bundesverfassungsgericht gestellt werden, sondern auch, wie die Prüfung in der Klausur konkret auszusehen hat und wie schwierige Stellen formuliert werden können. Die zweite Hälfte des Buches beschäftigt sich sodann mit der Verfassungsmäßigkeitsprüfung (Begründetheit) von Bundesgesetzen, Rechtsverordnungen und Grundrechten.

Da der Verfasser mit seinem Buch den examensrelevanten Stoff auf den Punkt bringen und den Umfang des Buches gering halten will, werden Verfahren wie die Kommunalverfassungsbeschwerde oder der einstweilige Rechtsschutz vor dem Bundesverfassungsgericht ausgespart. Dies schmälert den Wert des Buches aber keinesfalls, sondern signalisiert lediglich, wo die Schwerpunkte in der Examensvorbereitung liegen sollten.

Gesamteindruck:
Mit den vielen fallbezogenen Hinweisen und Formulierungsvorschlägen ist das Buch von Gersdorf zum Verfassungsprozessrecht ein Juwel zur Klausur- und Examensvorbereitung, aber auch während des Verfassens von Hausarbeiten im Staatsrecht. Zudem ist der Preis sehr studentenfreundlich – für 12,50 € bekommt man derartiges sonst kaum geboten.





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