Florian Kleinmanns
Recht so, Laudatoren!
Eine Rezension zu:
Uta Fölster, Christina Stresemann (Hrsg.)
Recht so, Jutta Limbach!
Zum Abschied verfasst für die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts
1. Auflage
Nomos, Baden-Baden 2002, 187 Seiten, 9,80 €
ISBN 3-7890-7982-0
http://www.nomos.de
Eine höchst ungewöhnliche Laudatio ist es, die für Jutta Limbach zum 68. Geburtstag vorliegt. Ganz anders als andere Festschriften: Eine Vielzahl von Autoren aus den
unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens trägt zu diesem handlich dünnen und amüsant zu lesenden Taschenbuch bei.
Nach einem gezeichneten (!) Beitrag von Loriot (!) und dem Vorwort der Herausgeberinnen (!) beginnt der Text mit einem Beschluss (!) des zweiten Senates, zu dem
darauf folgend der erste Senat Stellung nimmt. Wer die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes in den letzten Jahren verfolgt hat, wird die Parallelen zur Entscheidung
BVerfGE 96, 375 und der viel kritisierten Stellungnahme BVerfGE 96, 409, an der Limbach selbst mitgewirkt hat, bemerken und feststellen, dass die Richterinnen und Richter
mit Humor auf ihre eigenen Beschlüsse zurückblicken können.
Es folgt ein Beitrag der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, der – wie die meisten der Texte – offensichtlich mit dem Gedanken im Kopf geschrieben
wurde, wie bewundernswert es ist, dass Jutta Limbach als Frau ein so hohes Amt bekleidet hat, dass sie "bewusst Macht als Verantwortungsmacht [wahrgenommen] und als
positives Mittel der Gestaltung [genutzt hat]" (Rita Süssmuth, S. 33). Über Frauen und Macht schreibt auch Hannelore Kaub, handschriftlich, beinahe lyrisch. Es folgen noch
viele kurze Artikel von gut 20 verschiedenen Autorinnen und Autoren, mehr abstrakte Essays, mehr handschriftliche Lyrik, mehr Zeichnungen, ein Interview, persönliche
Erinnerungen und zwischendurch auch mal eine Eloge. Gemeinsam ist ihnen, dass keiner Langeweile beim Leser erzeugt – und falls doch, dann beginnt spätestens fünf
Blätter weiter der nächste Text.
Angesichts der Erfahrungen, die Deutschland mit Limbach als Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts gemacht hat, ist kaum verwunderlich, dass sie von den Autorinnen und
Autoren in vielen Facetten gewürdigt wird, und ebenso wenig verwunderlich ist der Ruf bei der Nachfolgersuche: "Was nun? Soll die Nachfolgerin ein Mann sein? Muss er wieder
eine Frau sein? Frau und aus dem Osten und katholisch? [...] Muss es wirklich mit dem 68. schon sein?" (Dieter Hildebrandt, S. 184)
Gesamteindruck:
Es gibt wenige Festschriften, die man als Referendar, Anwalt oder Otto Normalbürger lesen und sich ins Regal stellen kann. Die vorliegende ist sicher eine davon. Und bei dem
Preis kann sich das sogar ein Student leisten.
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