Jurawelt

Artikel 5850
Dr. Martin Bahr

Füllhorn an Informationen zum E-Business

Eine Rezension zu:

Ravi Kalakota/Marcia Robinson

Praxishandbuch E-Business

Der Fahrplan zum vernetzten Zukunftsunternehmen

Financial Times Prentice Hall, München 2001, 664 S., 49,95 €
ISBN 3-8273-1928-5

http://www.ftd.de


Laut Buchumschlag gehört Ravi Kalakota "zu den Vordenkern des E-Business". Ob dies wirklich so ist, mag jeder selbst beurteilen. Unzweifelhaft steht jedenfalls fest, dass sich Kalakota schon seit Anfang der 90er Jahre mit E-Business beschäftigt und hierzu zahlreiche andere Werke publiziert hat. Der vorliegende Band, der im englischen Original "e-Business 2.0" heißt, gehört zu den wohl erfolgsreichsten in diesem Themenbereich. Er hat zahlreiche Nachdrucke erfahren und stellt in den USA längst die Standardlektüre dar.

Schon der Umfang, annähernd 700 Seiten, zeigt, dass es sich hier um keine bloße Vermittlung von Grundlagen handelt, sondern um ein ein breitgefächertes Nachschlagewerk handelt. Das Buch ist von seinem Format ein für die schnelllebige Branche ungewöhnliches Produkt. Anders als manche Konkurrenz setzen die Autoren nur sehr spärlich Grafiken und Abbildungen ein. Der Stil und die Darstellungsweise ist weniger geeignet für Leute, die sich "nur mal eben zwischendurch informieren" wollen. Der Leser muss für dieses Buch Zeit mitbringen, wird aber für diesen Energieaufwand letzten Endes reichhaltig belohnt.

Thematisch deckt der Band sämtliche Bereiche ab, die in diesem Business überhaupt in Frage kommen können: Kunden (erfolgreiches Customer-Relationship-Management), Vertrieb (vom Verkauf zur aktiven Akquise), Einkauf (Lieferketten und elektronische Beschaffung), Wissen (Informationsanalyse und Wissensmanagement) und Planung (Rückgrat des E-Business).

Der Band ist, nicht zuletzt aufgrund seiner Quantität, hervorragend als Nachschlagewerk geeignet, um ein bestimmtes Themengebiet zu vertiefen.

Ein kleines Manko dieses Buches ist seine z.T. mangelnde Aktualität und seine starke Konzentration auf den amerikanischen Wirtschaftsbereich. Die Mehrzahl der weiterführenden Literatur stammt aus den Jahren 1999 und 2000. Es ist damit für heutige Verhältnisse nicht mehr unbedingt taufrisch. Fast sämtliche Beispiele, die Kalakota/Robinson anführen, stammen aus den USA und sind somit für den europäischen Leser nicht immer gewinnbringend. Leser, die Ausführungen zum europäischen oder gar deutschen Markt erwartet haben, werden enttäuscht.

Das Layout ist - wie weiter oben schon dargestellt - sehr eindimensional gehalten. Optische Hervorhebungen oder grafische Auflockerungen finden sich nur sehr selten. Insgesamt führt das zu einem anstrengenden Lesen, das manchen Interessierten von einem ausführlichen Durcharbeiten abschrecken wird. Hier wäre es vorteilhaft gewesen, wenn am Ende der wichtigsten Kapitel jeweils die bedeutendsten Statements und Erkenntnisse noch einmal kurz zusammengefasst worden wären.

Ausdrücklich hervorzuheben ist jedoch der wirklich lockere Sprachstil der beiden Autoren, der das Buch, trotz aller o.g. Kritik, zu einem abwechslungsreichen, interessanten Erlebnis macht.

Gesamteindruck:
Praxishandbuch E-Business gehört unbestritten zu den Standardwerken in diesem Themenbereich. Wer sich insbesondere über den amerikanischen Markt informieren will, dem ist dieser Band dringend ans Herz zu legen. Den europäischen oder gar deutschen Markt sprechen die Autoren dagegen kaum an.

"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Barcelona, Kanzlei VOELKER
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