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Artikel 5771
Dr. Martin Bahr

Das Kaleidoskop des M-Commerce

Eine Rezension zu:

Günter Silberer/Jens Wohlfahrt/Thorsten Wilhelm (Hrsg.)

Mobile Commerce

Grundlagen, Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren

Gabler Verlag, Wiesbaden 2002, 401 S., 49,90 €
ISBN 3-409-11905-1

http://www.gabler.de



Innerhalb des letzten Jahres sind zahlreiche Bände zum Bereich des M-Commerce erschienen: Zobel: Mobile Business und M-Commerce (Carl Hanser Verlag, 2001), Nicolai/Petersmann: Strategien im M-Commerce (Schäffer-Poeschel, 2001), Geer/Gross: M-Commerce (Verlag Moderne Industrie, 2001). Michelsen/Schaale: Handy Business (Financial Times Prentice Hall, 2002).

Nun legt auch der Gabler Verlag einen aktuellen Band zu diesem Themengebiet vor. Das Werk ist in vier große Teile untergliedert.

Teil 1 beschäftigt sich mit den strategischen Aspekten. Bliemel/Fassott widmen sich der Kundenfokussierung ("Kundenfokus im Mobile Commerce: Anforderungen der Kunden und Anforderungen an die Kunden"). Hier liegt, genauso wie für den Bereich des Internets, ein nach wie vor von vielen Firmen unterschätztes Problem. Der Kunde kauft längst keine Produkte mehr, weil sie "hype" sind, bunt aussehen, ein wenig piepsen können und "Teil einer neuen, weltweiten drahtlosen Kommunikation" sein sollen. Als guten theoretischen Einstieg in die ökonomische Dimension dieser neuen Technologie ist die Abhandlung von Clement "Geschäftsmodelle im Mobile Commerce" anzusehen. Außerordentlich interessant sind im weiteren die Erwägungen von Gerpott ("Wettbewerbsstrategische Positionierung von Mobilfunknetzbetreibern im Mobile Business"). Hier erfährt gerade der Endkunde vieles von der jeweiligen unternehmerischen Strategie der Anbieter und erhält einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Möhlenbruch/Schmieder beschäftigen sich mit dem "Mobile Marketing als Schlüsselgröße für Multichannel-Commerce" und Scheer/Feld/Göbl/Hoffmann zeigen die Risiken und Chancen des "Mobilen Unternehmens" auf (Unternehmenskonzentration, Transformation).

Teil 2 ist überschrieben mit "Informationsgrundlagen". Interessant, aber leider viele Fragen offenlassend ist "Der rechtliche Rahmen des Mobile Commerce" von Heuer. Hier wäre eine (tiefergehende) Auseinandersetzung vor allem mit den wettbewerbs- und urheberrechtlichen Problemen wünschenswert gewesen. Link/Schmidt setzen sich mit der "Erfolgsplanung und -kontrolle im Mobile Commerce" auseinander. Bensberg beschäftigt sich mit einem bislang noch kaum beachteten Hilfsmittel: "WAP Log Mining als Instrument der Marketingforschung für den Mobile Commerce." Die Erörterungen werden anhand einer praktischen deutschen Fallstudie (www.nightzap.de) verdeutlicht. Abschließend diskutiert Yom die "Utility und Usability im Mobile Commerce", ein Gebiet, das sich gerade erst zu entwickeln beginnt. Und Mielke stellt die technischen Grundlagen, insb. die "Übertragungsstandards und -bandbreiten in der Mobilkommunikation" dar.

In Teil 3 geht es um die absatzpolitischen Instrumente. Nachdem Böcker/Quabeck die neuen Dienstleistungen vorgestellt haben, kozentrieren sich Albers/Schäfers auf die Preispolitik und die Besonderheiten in diesem Marktsegment. Die drei weiteren Aufsätze beschäftigen sich mit dem großen Gebiet des Marketings ("Wireless Advertising" von Wohlfahrt, "Kosten und Wirkungen mobiler Werbung" von Hinrichs/Lippert, "Wireless Sponsoring - Formen und Ansätze einer Erfolgskontrolle" von Wilhelm/Wohlfahrt und "Permission Marketing" von Schwarz). Hier zeigt sich schnell, welches enorme Potential insbesondere für die Kommunikationsmittel in diesem neuen Geschäftszweig steckt. Zuletzt erörtern Silberer/MagerhansWohlfahrt die "Kundenzufriedenheit und Kundenbindung im Mobile Commerce". Diese Abhandlung ist ein wenig zu theoretisch geraten, der Leser hätte hier mehr empirische Daten und evtl. eine Darstellung von schon vorgenommenen Untersuchungen erwartet, wird diesbzgl. aber enttäuscht. Die Verfasser konzentrieren sich (fast) ausschließlich auf die Vermittlung der theoretischen Grundlagen.

Der Teil 4 dieses Buches zeigt anhand von vier Praxisbeispielen, welche Probleme und Besonderheiten bei der konkreten Umsetzung zu erwarten sind. Neben dem "Mobile Payment" (Henkel) und dem "Mobile Banking" (Mustafa/Oberweis/Schnurr) liegt der Betrachtungsfokus interessanterweise auf dem Gebiet der Automobilwirtschaft. Tegtmeier//Löser versuchen die Ansätze des "One-to-One-Marketing für Autofahrer" zu präsentieren und Frühauf/Oberbauer beschäftigen sich mit "Web in the car - Mobile Commerce als Herausforderung für Automobilhersteller".

Sämtliche Abhandlungen sind reich bebildert und mit einem jeweils umfangreichen Literaturverzeichnis versehen. Vorteilhaft ist auch, dass die einzelnen Aufsätze mit jeweils etwa 20 Seiten relativ kurz gehalten sind und damit als gute, kurze Einführung in das jeweilige spezielle Themengebiet dienen können. Aufgrund der zahlreichen Autoren bekommt der Leser auch die facettenreichen Möglichkeiten in diesem neuen Wirtschaftszweig anschaulich vermittelt.
"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Barcelona, Kanzlei VOELKER
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