Jurawelt

Artikel 4657
Stefanie Samland

Mut zum Umgang mit Konflikten

Eine Rezension zu:

Susanne Jalka

Konstruktiv streiten

Das Einmaleins der Konfliktintelligenz

Eichborn, Frankfurt 2001, 172 S., 14,90 €
ISBN 3-8218-3811-6

http://www.eichborn.de


“Vorwort – Alle Menschen streiten“ So startet die Autorin Susanne Jalka ihr Buch über Konfliktmanagement. Mit ihren Anregungen möchte die Psychologin Angst vor Streit - einem Verhalten, das in unserer Gesellschaft überall vorkommt, im privaten wie im beruflichen Bereich - nehmen, Streitstrategien entwickeln und vor allem den Leser auffordern, Streit zu üben. In acht Kapiteln geht sie auf Einstellung zu Konflikten und typischen Streitsituationen ein und bringt den Leser durch zahlreiche Übungen zum Nachdenken und Austesten.

Obgleich Streit die Basis der Arbeit der meisten Juristen ist, wendet sich das vorliegende Werk nicht speziell an eine juristische Zielgruppe, sondern an jedermann, der sein eigenes Verhalten in Konfliktsituationen überprüfen oder ändern möchte.

Im ersten Kapitel versucht Susanne Jalka, dem Leser eine offene Einstellung zu Konflikten zu vermitteln. Viele Fragen regen dazu an, das negativ belastete Wort „Streit“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Autorin verlangt „Konfliktkultur“ statt „Konfliktlösung“ und macht deutlich, daß es nicht vordergründig auf eine Lösung des Problems ankommt: “Konflikte werden nicht gelöst, wenn wir anders damit umgehen. Konflikte beinhalten etwas, was wir noch nicht wissen. Es geht darum, dieses Wissen zu entdecken.“ Zum Ende dieses Kapitels werden 20 Konfliktsituationen dargestellt, über die der Leser nachdenken soll und anhand einer Skala angeben, wie er in diesen Situationen reagieren würde. Dieser Test ist auch auf der Homepage des Verlags als Buchauszug abrufbar.

Ähnlich sind auch die anderen Abschnitte aufgebaut. Das Buch zahlt sich durch ungewöhnlich viele Fragen aus. Jetzt ist es sicher verwunderlich, wie ein „Einmaleins der Konfliktintelligenz“ zu großen Teilen aus Fragen aufgebaut sein kann. Nun: Gerade diese Fragen, Fallbeispiele und Übungen führen dazu, daß der Leser für sich selbst einen Nutzen aus dem Buch ziehen kann. Es ist natürlich nicht der Fall – worauf die Autorin warnend hinweist –, daß man nach Lesen des Buches jede Konfliktsituation ab sofort automatisch meistert. Vielmehr dient es dazu, zu erfahren, warum Gesagtes auf diese oder jene Art beim Gegenüber ankommt, welche Rolle man selbst in Konflikten für sich einnimmt, wie wichtig Ich-Botschaften und gegenseitiges Zuhören sind oder worin der Unterschied zwischen Mißverständnis und Meinungsverschiedenheit liegt.

Schließlich werden verschiedene Streitformen entwickelt und Eskalationsstufen beschrieben. Hier fließt die Erfahrung der Psychologin ein. Sie beschreibt, wie Konflikte ablaufen und worauf es in der „Konfliktkultur“ ankommt. Die von ihr herausgearbeiteten Schlüsselqualifikationen werden am Ende des Buches noch einmal zusammengefaßt. Das vorliegende Buch beschreibt einfach verständlich, mit welcher Haltung Konflikte angegangen werden sollten und worin oft Angst vor Streit begründet liegt. Anhand der Tests und Übungen kann der Leser selbst an sich arbeiten. Einmal angefangen zu lesen, bleibt man eine ganze Weile interessiert hängen. Für alle, die sich mit Streitumgang beschäftigen wollen oder schon lange das Gefühl haben, nie das gesagt zu haben, was ihnen eigentlich wichtig war, sollten dieses Buch lesen.
CareerVenture jura spring am 27. April 2009 in Frankfurt
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Wahlstation in Singapore
Nachrichten zum Internetrecht





Copyright © 2000-2008 Jurawelt