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Artikel 4095
Stefanie Samland

Heitere Lektüre für Sprachinteressierte

Eine Rezension zu:

Georg Fricke

Guter Stil leicht gemacht

Eine Anleitung, die Sprache spielend zu beherrschen und Stilblüten zu vermeiden

Ewald von Kleist Verlag, Berlin 2001, 84 S., 5,- Euro
ISBN 3-87440-184-7

http://www.kleist-verlag.de


Guter Stil - das hört sich für einen Jurastudenten sehr hilfreich an, wenn man bedenkt, daß in Klausuren häufig immer die gleichen Wendungen vorkommen. Schnell gewöhnt man sich ein "Juristendeutsch" an. Das vorliegende Buch "Guter Stil leicht gemacht" wendet sich jedoch nicht vorrangig an Jurastudenten, sondern an alle, die an den Feinheiten der deutschen Sprache Gefallen finden.

Das mit 84 Seiten recht dünne Büchlein ist in drei Teile untergliedert. Zunächst geht Georg Fricke auf einzelne Wörter und Wortgruppen, die häufig falsch verwendet werden, alphabetisch geordnet ein, anschließend zeigt er "Sprachsünden" auf, um zum Ende noch authentische Stilblüten zum Besten zu geben. Bei der Lektüre empfindet man zunächst einen etwas besserwisserischen Ton oder einen erhobenen Zeigefinger, jedoch schlägt dies schnell in amüsiertes Lesen um.

Die einzelnen Sprachgebrauchfehler, auf die der Autor eingeht, werden anhand von Beispielen verdeutlicht. Dabei stellt Georg Fricke stets Fragen, welche die Sinnentstellung durch den falschen Gebrauch der Wendungen aufzeigen. So erläutert er z.B. den Unterschied zwischen haben und besitzen folgendermaßen:
Beispielsatz: "Die Umgebungsluft darf nur wenig Staubgehalt besitzen." Nachfrage des Autors: "und was passiert, wenn die Luft ihren Besitz vergrößert???" An jede Kritik schließt sich der Hinweis, wie das Gemeinte besser ausgedrückt werden kann.

Ebenso kommen Suffixe wie -fähig ins Gespräch. Hier bringt Fricke als Beispiel "Von einem Speisewagen wurde behauptet, er sei fährfähig.". Für weitere solcher Sätze vergibt er sogar ironischerweise das Bundesfähigkeitskreuz in Gold. Überhaupt hat der Autor häufig einen passenden Spruch parat, was das Lesen des Büchleins zur heiteren Lektüre werden läßt. Als er auf den Gebrauch von "rasant" eingeht und den Werbespruch "rasant - markant - extravagant" kritisiert, bietet er folgendes Wortspiel als Konter: "Wir fanden das frappant, waren aber so intolerant und haben wutentbrannt das ganze Blatt verbrannt."

Im zweiten Teil des Buches behandelt Georg Fricke "diverse Sprachsünden" abstrakter. Hervorzuheben ist aus dieser Sammlung die Konstruktion des "fünfköpfigen Familienvaters". In diesem Zusammenhang stellt der Autor mehrere solcher falschen Adjektive vor. Auch den Gebrauch von Relativ- und Schachtelsätzen erläutert er.

Schließlich folgen einzelne Stilblüten, von denen wohl folgende deutlich zeigt, wie sich der unnötige Gebrauch von Substantiven auswirkt: Aus einer Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums: "Die Beampelung einer Stadt ist wichtig für die Abwicklung des Straßenverkehrs. Sie besteht aus einer Lichtsignalanlage, mit der unmittelbar in den Verkehr eingegriffen wird, indem Verkehrsströme mit gemeinsamen Kontaktflächen abwechselnd angehalten oder freigegeben werden."

Das vorliegende Büchlein paßt in jede Tasche und ist mit 5 Euro erschwinglich. Wer sich für Sprache interessiert, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen!
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