Patrick Mensel
02.08.2012
Ruhe und Entspannung: Mehr Energie im Alltag
Eine Rezension zu:
Siegbert Engel
Qi Gong: Innere Ruhe und Energie für den Alltag
3. Auflage
BLV Buchverlag, München 2012, 127 Seiten, 14,95 €
ISBN-13: 978-3835409231
http://www.blv.de
Wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) chronischen Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit deklariert, sollte man das Massenleiden des 21.
Jahrhunderts nicht unterschätzen. Erst in letzter Zeit hat die Schulmedizin den Stressmechanismus genau aufschlüsseln können. Dabei haben Neurowissenschaftler die Erkenntnis
gewonnen, dass Stress mehr Auswirkungen auf Körper und Geist hat, als bisher festgestellt wurde. Asthma oder Diabetes werden in ihrem Ausbruch und Verlauf begünstigt. Von
den unmittelbaren Folgen für das Gehirn ganz zu schweigen. Große Auswirkungen hat Stress auch auf die Volkswirtschaft. Neusten Untersuchungen zufolge sind 60 % aller
Fehltage am Arbeitsplatz auf Stress zurückzuführen. Auch wirtschaftlich betrachtet, sollte das Thema Stress angegangen werden.
Allerdings sollte man nicht meinen, dass der Mensch Stress hilflos gegenüber steht. Die alte Medizinansicht, dass das menschliche Gehirn im Erwachsenenalter nicht mehr in
der Lage sei neue Nervenzellen zu bilden, ist schlicht und ergreifend falsch. Heute weiß man, dass das Gegenteil wahr ist: Entscheidender Faktor dafür soll der Hippocampus
sein. Stress hat eine unmittelbare Wirkung auf den Hippocampus und hindert ihn daran neue Nervenzellen heranwachsen zu lassen. Doch wenn der Stresszustand beendet ist,
werden auch wieder neue Nervenzellen gebildet. Für den Einzelnen stellt sich nun also konkret die Frage, wie man aus dieser Stressfalle herauskommt.
Ein interessanter Ansatz dazu findet sich im neuen Werk aus dem BLV Buchverlag: Das Buch von Siegbert Engel „Qi Gong: Innere Ruhe und Energie für den
Alltag“ verspricht bereits im Titel viel. Engel stellt dem Leser einen fernöstlichen Ansatz vor, der auf der – auch in unseren Landen bekannten –
traditionellen chinesischen Medizin beruht. Es geht um „Qi Gong“, eine Jahrtausende alte chinesische Bewegungs- und Meditationstherapie. Ihr Ziel ist es, den
Praktizierenden wieder zu einem inneren Gleichgewicht zu verhelfen, in dem der Lebensenergie-Fluss (sog. Qi Fluss) austariert wird. Dem Westen ist in diesem Zusammenhang
besonders die Akupunktur bekannt, die dieselbe Ausgeglichenheit im Körper erzielen will. Dort versucht der Arzt mit Nadeln zum Ziel zu kommen; im „Qi Gong“
werden bestimmte Bewegungsabläufe und Konzentrationsschulungen gelehrt. Zur Herkunft und Entwicklung im „Qi Gong“ lässt sich für Einsteiger das erste Kapitel
Engels empfehlen. Anfangsfragen sollten dort alle beantwortet werden. Anschließend kommt der Autor zu der eigentlichen Praxis des Qi Gong. Hier werden viele Übungen
anschaulich vorgestellt und genau erklärt: Die korrekte Haltung im Sitzen oder Stehen, die richtige Abstimmung mit dem Atem, der im „Qi Gong“ eine zentrale Rolle
spielt, Akupressur und Selbstmassagen werden im Detail erläutert. Die Übungsreihen, um Energie aufzusammeln und wieder „in den Fluss zu bringen“, sind
verständlich geschrieben und können leicht befolgt werden.
Positiv anzumerken sind auch die vielen Illustrationen, die dem Buch Leben einhauchen. Generell ist es ist bei Büchern – im Vergleich zu einem Übungsvideo –
nicht immer einfach allen Übungen zu folgen. Allerdings erhält der Leser gute Anhaltspunkte durch viele Abbildungen, so dass keiner abgeschreckt sein sollte.
Gesamteindruck:
Wer sich für traditionelle chinesische Medizin interessiert, hat sicher schon einmal von „Qi Gong“ gehört. Wer dazu ein gutes Einsteigerbuch sucht, dem kann
Engels „Qi Gong: Innere Ruhe und Energie für den Alltag“ nur empfohlen werden. Der Leser erhält eine solide Basis zum Grundlagenwissen sowie einen guten
Einblick in einzelne Übungsabläufe der chinesischen Bewegungslehre. Für die ersten Schritte ins „Qi Gong“ ist man bei Engels bestens aufgehoben.
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