Patrick Mensel
02.06.2009
Schreiben, bloggen, WordPress
Eine Rezension zu:
Vladimir Simovic
WordPress
Das Einsteigerseminar
1. Auflage
bhv, Redline GmbH, Heidelberg 2007, 303 Seiten, 12,95 €
ISBN 978-3-8266-7460-0
http://www.it-fachportal.de/7460
sowie
Vladimir Simovic / Thordis Bonfranchi-Simovic
WordPress
Das Praxisbuch
2. Auflage
mitp, Redline GmbH, Heidelberg 2008, 447 Seiten, 29,95 €
ISBN 978-3-8266-5502-9
http://www.it-fachportal.de/5502
Gemessen an seiner Verbreitung steht WordPress unter den Webblog-Softwaren unangefochten an der Spitze. Keine andere Software hat so rasant schnell Anklang gefunden wie
WordPress. Dies mag viele verschiedenartige Gründe haben. Einer der wichtigsten ist wohl ihr Open Source Charakter. Eine kostenlose Software mit offenem Code kann schnell
eine ganze Online-Gemeinde begeistern. Externe Entwickler haben unzählige Erweiterungen erstellt. Bis zum heutigen Tag zählt man jeweils fast 1.000 Plugins und Themes
(Layout-Vorlagen).
Es ist vor allem die übersichtliche Schlichtheit, die WordPress so attraktiv macht: Die strikte Einhaltung des Webstandards nach dem World Wide Web Consortium, die sofort
einsetzbare Kommentarfunktion, der Linkmanager, diverse Importtools und eine Suchmaschinen-Optimierung lassen auch einen Anfänger in schwierigen Bereichen nicht verzweifeln.
Im Verlauf seiner Entwicklungszeit hat WordPress den Wandel vom reinen Blog-System zum multifunktionsfähigen Redaktionssystem vollbracht, mit dem man es auch ganz
komfortabel als reines Content Management System einsetzen kann. Gründe für die Verwendung von WordPress gibt es also genug. Daher erstaunt es umso mehr, dass im
deutschsprachigen Raum bisher nur wenige Bücher zu dieser Software erschienen sind. Der Fachbuchautor Vladimir Simovic, Spezialist für WordPress, XHTML und Css,
schließt diese Lücke mit zweien seiner Bücher.
Das Einsteigerseminar: WordPress
Wie alle Bücher aus der Reihe „Das Einsteigerseminar“ aus dem bhv Verlag richtet es sich an Anfänger, die bei ihren ersten Schritten mit WordPress eine
ausführliche Einleitung zu Rate ziehen wollen. Das didaktische Konzept dieser Reihe aufgreifend, gliedert sich das Buch in drei große Abschnitte: Lernen, Üben, Anwenden.
Damit sind trockene, ellenlange Ausführungen ohne Lernzweck von vornherein ausgeschlossen.
Nach einigen grundlegenden Informationen zu der Welt von Webblogs folgt das Kapitel über WordPress. Hier wird dem Einsteiger alles Wichtige zu WordPress und dessen
Admin-Oberfläche anhand von zahlreichen Screenshots erklärt. Einige kleinere Konfigurationen wie die Anpassung der Permalink-Struktur beschließen das Kapitel. Danach folgt
der Teil über das eigentliche Bloggen. Hier wird in anschaulicher Weise die alltägliche Arbeit mit WordPress dargelegt. Das Erstellen von Beiträgen und Pages, das Einbinden
von Bildern sowie die Verwaltung und Pflege werden für Anfänger verständlich erläutert. Darüber hinaus werden auch gute Anregungen zum Erweitern und Ändern des eigenen Blogs
gegeben. So wird das Interesse des Einsteigers nach dem Kapitel „Eigenes Theme erstellen“ sicher geweckt. Hier können natürlich nur kurze Grundlagen und Skizzen
gegeben werden, da eine ausführliche (X)HTML- und Css-Darstellung weder Sinn noch Zweck dieses Buches ist. In „Tipps und Tricks“ lassen sich sinnvolle Hinweise,
so z. B. zum Update oder Domain-Umzug, finden. Im Abschnitt „Üben“ kann der interessierte Leser Wiederholungsfragen aller Kapitel durchgehen, um sein gefestigtes
Wissen im Anwendungsteil unter Beweis zu stellen.
WordPress: Das Praxisbuch
Das Praxisbuch zu WordPress richtet sich an fortgeschrittene Nutzer. Will man alle Kapitel des Buches nachvollziehen und selbst umsetzen können, sind gefestigte (X)HTML- und
Css-Kenntnisse sowie Basis-Verständnis in PHP unabdingbar. Angesichts der Fülle an guter Ausbildungsliteratur in diesen Bereichen sollte dies für Lernwillige kein allzu
großes Problem darstellen.
Nach der Lektüre der ausführlichen Grundlagen, die den ersten Teil des Buches ausmachen, wird WordPress im Themes-Kapitel fein säuberlich seziert. Das dreigliedrige
Template-System von WordPress wird in allen seinen Einzelheiten beleuchtet. Anhand des Classic- und des Default-Themes wird weiter in die Materie eingetaucht. Dabei wird
didaktisch klug erst das Classic-Theme behandelt, das schon in der WordPress Version 1.0 veröffentlicht wurde und dabei um einiges einfacher gestrickt ist als das heutige
Default-Theme, das mit fortgeschrittenen Techniken arbeitet. Vorteilhaft ist auch, dass der Autor selbst Betreiber eines Webblogs ist und dieses im Detail praxisorientiert
vorstellt. Das Kapitel „WordPress als klassisches CMS“ ist der neueren Entwicklung der Software geschuldet. Anhand von zwei Projekten wird dargelegt, wie
WordPress auch bei der Erstellung von statischen Seiten souverän eingesetzt werden kann. Eine Übersicht interessanter Dienste und hilfreicher Plugins sowie eine
Referenzliste zu den einzelnen Template-Tags runden das Angebot ab.
Gesamteindruck:
Wer sich ernsthaft mit WordPress auseinandersetzen will, wird um die Bücher von Simovic nur schwerlich herumkommen. Dafür sind andere Angebote zu spärlich und das
von Simovic zu überzeugend. Man muss beim Praxisbuch zwar zuvor schon einige Kenntnisse gesammelt haben. Dafür kann man dann aber auch in die wirklichen Strukturen
von WordPress eintauchen und sich den Wunsch eines eigenes Layouts erfüllen, mit dem man seinem Blog die – im Dschungel des Web 2.0 so dringend benötigte –
individuelle Note verleiht.
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