Thilo Schulz
10.05.2005
Wissen übersichtlich organisieren
Eine Rezension zu:
Nückles / Gurlitt / Pabst / Renkl
Mind Maps & Concept Maps
1. Auflage
dtv, München 2004, 153 Seiten, 9,50 €
ISBN 3-406-52096-0
http://www.beck.de
Wissen ist im 21. Jahrhundert zum zentralen Kapitalfaktor geworden. Wer das individuell oder im Unternehmen vorhandene Wissen gezielt strukturiert und organisiert und neues
Wissen zugänglich macht, gewinnt. Es gibt allerdings zwei Hindernisse. Das ist zum einen die schiere Menge der zugänglichen Informationen. Zum anderen stellt die Komplexität
des vorhandenen Wissens eine Herausforderung dar. Sowohl das Mengen- als auch das Komplexitätsproblem müssen bewältigt werden, um Wissen nutzbar zu machen. Die Ausbildung in
Schule und Universität bereitet darauf nur unzureichend vor. Dort steht traditionell die Wissensvermittlung im Vordergrund. Was der Einzelne dann mit der Fülle von
Informationen anfangen soll, bleibt sein Problem.
Da Wissensvermittlung immer an den menschlichen Wahrnehmungsapparat gebunden ist, hat sich die Psychologie der Erforschung verschiedener Arbeitstechniken zur effizienteren
Vermittlung und Organisation von Wissen angenommen. Am bekanntesten sind Mind Maps und Concept Maps. Es handelt sich dabei zwar keineswegs um Wundermittel, wie manchmal von
dubiosen Trainern behauptet wird. Vielmehr stellen sie nützliche Werkzeuge dar. Damit kann man vorhandenes Wissen ordnen, zugänglich machen oder verbreiten. Daneben lässt
sich auch neuen Wissen unter Einsatz dieser Arbeitstechniken leichter erwerben. Die Autoren sind Psychologen und möchten mit ihrem Buch Anregungen zum sinnvollen Einsatz von
Mind Maps und Concept Maps geben.
Zunächst geben sie einen kurzen Überblick, welche Aufgaben man mit Mind Maps und Concept Maps erledigen kann. Das Spektrum reicht dabei von der Ideensammlung im Rahmen eines
Brainstorming über Vortragsmitschriften, Vortragsplanung oder Projektplanung bis zum Führen von Beratungsgesprächen. Anschließend werden die Konzepte des Mind Mapping und
Concept Mapping vorgestellt und Gemeinsamkeiten und Unterschiede erläutert. Beide ergänzen sich hervorragend: Während das Mind Mapping eher assoziatives Denken fördert, ist
das Concept Mapping für eine geordnete Darstellung komplexer Sachverhalte und logischer Beziehungen verschiedener „Wissenselemente“ geeignet.
Nach diesem kurzen theoretischen Teil geben die Autoren eine praxisnahe Anleitung, wie man selbst Mind Maps und Concept Maps erstellen kann. Positiv fällt auf, dass häufig
auftretende Probleme (z.B. Überfrachtung der Darstellung, unübersichtliche Schaubilder o.ä.) angesprochen und Gegenmittel vorgestellt werden. Der Hauptteil des Buches möchte
das konkrete Vorgehen beim praxisnahen Einsatz der beiden Arbeitstechniken vermitteln. Beispiele wären etwa die Brainstorming, Zusammenfassen von Texten, Gruppenarbeit,
Projektplanung.
Es gibt bereits seit Jahren Software, mit denen man Mind Maps und Concept Maps am Computer erstellen kann. Deshalb runden die Autoren ihre Darstellung mit einigen
Anmerkungen zu den gängigsten Programmen ab. Wer das Theme weiter vertiefen möchte, kann auch dem kleinen Linkverzeichnis am Ende des Buches nachgehen.
Gesamteindruck:
Die Autoren werden ihrem selbstgesteckten Ziel hervorragend gerecht. Sie geben dem Leser auf wenig Raum eine praktische Anleitung zum Anfertigen eigener Mind Maps und
Concept Maps. Ausschweifende theoretische Ausführungen gibt es nicht. Wer die vorgestellten Arbeitstechniken konsequent einübt, wird in Studium und Beruf davon erheblich
profitieren.
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