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Artikel 8335
Jochen Barchewitz

Gute Alternative zu den klassischen Einführungen in die Rechtswissenschaft

Eine Rezension zu:

Manfred Rehbinder

Rechtssoziologie


5. Auflage

C.H. Beck, München 2003, 286 Seiten, 24,80 €
ISBN 3-406-51226-7

http://www.beck.de


Dieses Buch ist unter den Top 10 in meinem juristischen Bücherregal gelandet. Wie es das geschafft hat, werde ich nach einer allgemeinen Beschreibung kurz näher erläutern.

In der von den Juristischen Kurzlehrbüchern aus dem Beck-Verlag gewohnt äußerlich sehr ansprechenden und inhaltlich sehr konzentrierten Darstellungsweise werden die Grundzüge des weiten Feldes der Rechtssoziologie einprägsam vermittelt. Untersuchungsgegenstand der Rechtssoziologie ist das Recht in seiner sozialen Wirklichkeit. Dabei wird eine doppelte Sichtweise verfolgt, denn Recht und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig. So wie das Recht durch den gesellschaftlichen Prozess beeinflusst und gewandelt wird, so hat auch das Recht wiederum Einfluss auf den gesellschaftlichen Prozess.

Das vorliegende Buch behandelt in 10 Kapiteln neben den Arbeitsinstrumenten dieser Wissenschaft, das Verhältnis von Rechtsstruktur und Gesellschaftsstruktur, die gesellschaftlichen Funktionen des Rechts, die Effektivität des Rechts in der sozialen Wirklichkeit sowie die Soziologie von Justiz, Verwaltung und Gesetzgebung. Dabei wird neueren rechtlichen Erscheinungsformen wie dem Modell des New Public Management besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Gerade für die Wahlfachkandidaten dürfte dieses Buch aufgrund seines mit 286 Seiten überschaubaren Umfangs das ideale Werk zur Examensvorbereitung sein. Aber auch Studenten in jüngeren Semestern, die Rechtssoziologie als Grundlagenfach hören, ermöglicht dieses Buch einen schnellen und strukturierten Zugang zur Materie.

Unter die Top 10 hat es dieses Buch bei mir (Student im 4. Semester - zur Zeit mit ERASMUS in Leuven/Belgien) deshalb geschafft, weil es mir ein Stück weit mehr den Überblick und das tiefere Verständnis vom Recht vermittelt hat, den ich zwar in den Rechtsphilosophie-Vorlesungen des 1. Semesters etwas erahnt habe, der mir aber durch die rein rechtstechnische Beschäftigung mit den üblichen BGB, ÖR und StGB Gesetzestexten wieder abhanden gekommen ist.

Wer sich für Fragen interessiert wie: "Wie kommt es eigentlich, dass sich fast jeder ständig an das Recht hält, ohne jemals in seinem Leben ins BGB, StGB, Grundgesetz oder sonstigen Gesetzestext geschaut zu haben?" oder "Warum brauchen wir eigentlich Recht - d.h. welche Funktionen kommen dem Recht in unserer Gesellschaft zu?", der findet hier reichlich Antwort.

Ein weiterer Vorteil des Buches besteht darin, dass jedes Kaptitel für sich eine in sich schlüssige Einheit bildet, so dass man nicht chronologisch vorgehen muss, sondern sich je nach Interesse einzelne Kapitel gezielt herausgreifen kann und danach das Gefühl hat, man hat ein bisschen mehr davon verstanden, was das Recht mit uns und wir mit dem Recht machen.

Gesamteindruck:
Dieses Buch ist einfach gut und sollte für alle, die den Anspruch haben, ihr Studium und ihre Rechtskenntnisse auf eine breitere Grundlage zu stellen, zur Pflichtlektüre gehören. Es ist eine echte Alternative bzw. Ergänzung zu den klassischen Einführungen in die Rechtswissenschaft.
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