Jurawelt

Artikel 11146
Richterin Katja Weidner
30.06.2006

Verkehrs-OWi-Recht für Anfänger und Profis

Eine Rezension zu:

Detlef Burhoff (Hrsg.)

Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren


1. Auflage

ZAP-Verlag, Münster 2005, 1.087 Seiten plus CD-ROM, 89,- €
ISBN 3-89655-189-2

http://www.zap-verlag.de


Die Handbücher von Detlef Burhoff zum strafrechtlichen Ermittlungsverfahren und zur Hauptverhandlung sind insbesondere in Anwaltskreisen bestens eingeführt. Mit dem Pendant zum verkehrsrechtlichen OWi-Verfahren ist ihm abermals ein großer Wurf gelungen. Im Gegensatz zu den strafrechtlichen Handbüchern bedient sich Burhoff eines erlesenen Teams von sechs Mitstreitern aus Justiz und Anwaltschaft und gewährleistet damit eine präzise und aktuelle Aufbereitung der mitunter schwierig zu erfassenden materiell-rechtlichen, verfahrensrechtlichen, aber auch technischen Themen durch einen jeweils ausgewiesenen Kenner der Materie.

Konzeptionell hält Burhoff an der bewährten Form eines alphabetisch geordneten Stichwort-Kommentars fest, beginnend mit der "Ablehnung eines Richters" und endend mit dem "Zwischenverfahren". Übersichtlich und instruktiv werden die in der Praxis bedeutsamen Problemkreise erläutert. Häufig werden Informationen auf überschaubarem Raum zusammengetragen, deren anderweitige Beschaffung der regelmäßig zeitlich gedrängte Arbeitsalltag kaum ermöglichen würde. Dabei stehen die verfahrensrechtlichen Fragen im Zentrum. In diesem Bereich dürften Wünsche kaum offen bleiben. Zum materiellen Recht erfolgt hingegen – wohl auch zur Wahrung der Handlichkeit und Praxistauglichkeit des Buches – eine Schwerpunktsetzung auf die in der Praxis bedeutsamsten Fragen. Insgesamt ruht das Augenmerk der Autoren stets auf der Praxistauglichkeit ihrer Ausführungen. Zumeist wird diesen das "Wichtigste in Kürze" vorangestellt, bevor systematisch und mit zahllosen Verweisen auf die einschlägige, stets aktuelle Rechtsprechung versehen die unerlässlichen Rechtsfragen des jeweiligen Stichworts vorgestellt werden. Besonders zu beachtende Passagen werden durch Unterlegung in grau und einen erhobenen Zeigefinger hervorgehoben. Unzählige Übersichten, Praxistipps, Formulierungshilfen und Checklisten erhöhen den Wert des Buches zusätzlich und lassen den Nutzer vom Erfahrungs- und Kenntnisreichtum der Autoren profitieren. Entsprechendes gilt für die beigefügte CD-ROM, auf der die im Werk enthaltenen Antragsmuster abrufbar sind.

Gesamteindruck:
Insgesamt können Autoren und Verlag nur beglückwünscht werden. Ihnen ist es unbestreitbar gelungen, ein aufgrund der alphabetischen Ordnung leicht zugängliches, informatives und zuverlässiges Handbuch zum straßenverkehrsrechtlichen Ordnungswidrigkeitenverfahren vorzulegen, das zumindest in seiner Form seinesgleichen suchen dürfte und jedem gelegentlich oder häufig mit dem Ordnungswidrigkeitenrecht befassten Juristen nur empfohlen werden kann.
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