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Artikel 1144
Thomas Franosch

Musik im Internet

Eine Rezension zu:

David Dangel

MP3
Musik aus dem www holen, speichern, spielen


1. Auflage, München: C.H. Beck, Februar 2000, 224 Seiten, DM 19,50
ISBN 3-423-50233 9

http://www.beck.de http://www.dtv.de


Das Dateiformat MP3 ist in letzter Zeit in allen Medien besprochen worden. Gerade ist der Fraunhofer Gesellschaft erst der Deutsche Zukunftspreis für MP3 verliehen worden. Doch was ist MP3 wirklich? Das erklärt David Dangel im ersten Abschnitt seines Buches. Er erklärt anschaulich die Entstehung von MP3 sowie dessen Funktionen und Vorteile. Auf die Frage, wie sich die Qualität einer MP3-Datei von der einer CD oder besserer Medien unterscheidet, geht der Autor nicht ein. Dieses ist jedoch auch in der Literatur eine kontroverse Diskussion geworden (c't 3/2000).

Im nächsten Abschnitt geht der Autor auf die Softwaredecoder ein. Es werden lediglich die Softwaredecoder Winamp und Sonique vorgestellt, was vor allem in Anbetracht der unzähligen auf dem Markt existierenden Softwaredecoder mehr als sinnvoll ist. Winamp hat sich im Internet wohl auch als gängiger Decoder durchgesetzt. Dabei wird sowohl die Installation, die Bedienung und das Anpassen an die eigenen Bedürfnisse beschrieben. Dieses geschieht durchgehend anhand von Screenshots in einer sehr detaillierten Art und Weise. Die Beschreibung von Winamp stellt eine ausführliche Anleitung für Anfänger dar. Es wird sogar erklärt, wie sich das Erscheinungsbild von Winamp verändern und selbst gestalten lässt.

Die Beschreibung der vorgestellten standalone und transportable MP3-Player kann inzwischen nur noch als veraltet angesehen werden. Die an sich gute Vorstellung der einzelnen Player hilft daher wohl nur noch bei der Schnäppchenjagd oder für den Gebrauchtkauf im Internet. Es bleibt dabei zu hoffen, dass der neue Nuon Chipsatz für DVD Player bald jedes der standalone Geräte zum MP3 Abspieler verwandelt. Die Auswahl der Modelle ist jedoch für den Zeitpunkt der Drucklegung als aktuell anzusehen. Der ganz aktuelle Überblick ist jedoch wohl nur im Internet oder in Zeitschriften möglich. Vielleicht gibt es demnächst auch die ersten Tests von MP3-Handys, die inzwischen verstärkt auf den Markt strömen. Lediglich die Vorstellung von Auto MP3-Playern hätte bereits integriert sein können.

Das Kapitel zum Erstellen vom MP3 Dateien kann dagegen wieder überzeugen. Die zwei vom Autor ausgewählten und vorgestellten Programme (Cdex u. MusicMatch Jukebox) können als sehr gut angesehen werden. Der Umgang mit den Programmen wird anhand weiterer Screenshots erklärt, so dass die Anwendung keine Probleme bereiten dürfte.

Im folgendem geht der Autor auf das Setzen und Benutzen von ID3-Tags sowie auf das Brennen von CDs ein. So kann der Mp3-Neuling direkt den gesamten "Umfang" nutzen. Der Autor zeigt auch, wie MP3s über Suchmaschinen zu finden sind. Dabei werden jedoch keine grundlegenden Neuigkeiten vermittelt.

Interessant ist jedoch das Kapitel über Napster und Scour Exchange. Auch wenn Napster ab Mitte 2001 nur noch für zahlende Empfänger nutzbar sein soll, bietet die Technik im Moment noch die Möglichkeit zur einfachen Musiksuche. Gerade in diesem Zusammenhang ist das Kapitel "Copyright" nicht ganz unbeachtlich. So muss dem Benutzer auch klar sein, dass es sich bei MP3 nicht grundsätzlich um freie Musikstücke handelt.

Insgesamt vermag das Buch den MP3-Anfänger zu überzeugen. Ob sich ein Kauf jedoch aufgrund der sich schnell ändernden Thematik lohnt, bleibt dem Käufer überlassen. Sicherlich sind die Informationen auch im Internet zu bekommen, sofern sich der Benutzer mit der englischen Sprache anfreunden kann. Schön wäre eine CD als Beilage gewesen. Die angesprochenen Tools müssen so erst im Internet gesucht und heruntergeladen werden. Lediglich die Qualität der Grafiken muss als wirklich schlecht bezeichnet werden. Das Fehlen eines Glossars fehlt dagegen kaum ins Gewicht.
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