Vorbemerkung
Computerviren sind ein ständiges Risiko für jeden Computernutzer. Das Risiko der "Infektion" des Rechners ist durch jeden ungeprüften Dateiimport potentiell gegeben, bereits
beim Zugriff auf eine nicht virengeprüfte Diskette, meist unbekannter Herkunft, aber auch durch den Zugriff auf eine neue CD kann sich ein Virus in das Rechnersystem
einnisten. Dieses Risiko steigt für jeden Computernutzer sehr stark durch die Nutzung des Internets und insbesondere der damit verbundenen und kaum mehr wegzudenkenden
Möglichkeiten der Kommunikation per E-Mail. Letzteres ist die häufigste Ursache für den Befall mit Viren oder anderen schädlichen Programmen wie Backdoor-Programmen und
Trojanern. Diese haben in der Regel "nur" zerstörerische Wirkungen, indem sie Dateien bis hin zum gesamten Betriebssystem zerstören oder manipulieren, doch besteht auch die
Gefahr, durch derartige Programme ausspioniert zu werden. Aber auch das Herunterladen von Dateien verschiedenster Formate aus dem Internet birgt derartige Risiken in
sich.
Es ist jedoch auch so, daß es kein Antiviren-Programm gibt, welches alle bekannten Viren, geschweige denn neue, bisher unbekannte Typen, erkennt. Man kann das Risiko der
"Infektion" nur minimieren. Dieses geschieht am komfortabelsten durch die Installation eines Virenschutzprogramms.
Die Installation von mehreren Virenscannern ist nicht zu empfehlen, da dieses häufig zu Konflikten zwischen den Programmen führt und wahrscheinlich dann keines der
Schutzprogramme mehr richtig funktioniert. Wichtig ist es, die eingesetzte Virenschutz-Software regelmäßig zu aktualisieren, um neue Virustypen erkennen zu können; nach
seriösen Schätzungen werden monatlich ca. 600 – 800 neue Virentypen in Umlauf gebracht. Derartige Aktualisierungen (Updates) finden sich auf den WWW-Servern der
entsprechenden Hersteller, sind aber überwiegend nur für registrierte, und damit zahlende Nutzer abrufbar.
Im Handel bzw. als Download im Internet, teilweise sogar als Shareware, sind die verschiedensten Virenschutz-Programme erhältlich. Hierbei sollte grundsätzlich bedacht
werden, daß insbesondere bei Verwendung von Shareware oder kostenlosen Programmen keine oder eine nur sehr eingeschränkte Haftung der Programmanbieter gegeben ist. Auch die
regelmäßige Aktualisierung ist bei derartigen Programmen nicht gewährleistet. Zudem befinden sich die Anbieter oftmals im entfernten Ausland, so daß gegebenenfalls
Regreßansprüche nur äußerst mühsam durchsetzbar sind. Demgegenüber stehen die unten genannten Kosten für eine Programmlizenz eines renommierten Softwareanbieters mit Sitz in
Deutschland und die jährlich zu entrichtenden Gebühren für die regelmäßig zur Verfügung gestellten Updates eigentlich in keinem nennenswerten Verhältnis. Einer dieser
renommierten Softwarehersteller mit Sitz in Deutschland ist Steganos.
Zur Software AntiVirus 5 und AntiDialer:
Systemvoraussetzungen
Laut Angaben des Benutzerhandbuches sind Mindestvoraussetzung ein CD-ROM-Laufwerk für die Installation von CD, min. Pentium-Prozessor oder vergleichbare CPU, mind. 32 MB
RAM, ca. 50 MB freier Festplattenplatz, eine Bildschirmauflösung von min. 640 x 480 bei einer Farbtiefe von min. 256 Farben, Einstellung: kleine Schriftarten, Maus oder
anderes Windows-kompatibles Zeigegerät und für Online-Updates: Internetzugang. Betriebssysteme: Windows 95, 98, ME, NT 4 (SP 4), 2000, XP.
Funktionsumfang
Besonders erwähnenswert ist, daß vor einer Erstinstallation der Software von CD sämtliche auf dem Rechner vorhandenen Dateien und Sektoren durch die bootfähige CD auf
bereits vorhandene Viren überprüft werden können. Hierzu muß lediglich vor einem Neustart des Systems die CD ins Laufwerk eingelegt werden. Diese Basis-Virenanalyse kann je
nach vorhandener Datenmenge einige Zeit (ca. 22 min für 76.000 Dateien / ca. 10 GB) in Anspruch nehmen. Sie ist aber in jedem Fall empfehlenswert, um zu prüfen, ob das
System bereits von einem bisher nicht bemerkten Virus befallen ist. Das Ergebnis des Checks kann nach Ablauf mittels der vom Programm angebotenen Optionen bearbeitet
werden.
Durch Einlegen der Programm-CD bei laufendem Rechnerbetrieb startet die Programminstallation automatisch und ist nach der üblichen Bestätigung der Lizenzbedingungen und
Auswahl des gewünschten Setuptyps innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen. Zur Installation der Anti-Dialer-Software sind lediglich die Lizenzbedingungen zu bestätigen.
Natürlich kann gewählt werden, in welches Verzeichnis die Installation vorgenommen werden soll.
Für einen optimalen Schutz sollte man AntiVirus 5 und AntiDialer gleichzeitig mit Windows starten lassen. Sie werden dann in der Taskleiste ständig angezeigt
<(Erinnerungsfunktion), und das Programm schützt den PC permanent durch den Virenwächter und erkennt (hoffentlich!) alle eintreffenden Viren, Trojaner und Backdoors.
Darüber hinaus soll umfassender Schutz vor Skript-, Makro-, Datei- und Bootsektorviren bestehen. Ob die vom Hersteller hervorgehobene "heuristische Technologie", mit der
sogar bisher unbekannte Viren erkannt werden sollen, funktioniert, konnte während der Erprobungszeit von 15 Tagen nicht überprüft werden, da zum Glück kein Angriff mit einem
neuen Virus erfolgte.
Bedienerführung
Die Bedienerführung ist sehr übersichtlich und einfach, die Menüpunkte erklären sich überwiegend selbst und enthalten einen Überblick über den Status des Systems, mögliche
manuelle Aktionen, Zeitplan-Übersichten für automatische Updates und automatische Virenscans, die "Quarantäne"-Station und Ergebnisprotokolle. Der E-Mail-Virenwächter
überprüft je nach Einstellung in den Optionen gegebenenfalls manuell oder automatisch alle neuen E-Mails auf Viren. Eine Integration in Outlook und weiteren
E-Mail-Programmen ist möglich. Sobald infizierte oder verdächtige Dateien gefunden werden, werden diese entweder vernichtet oder in "Quarantäne" geschickt. Das Menü
ermöglicht das Erstellen eines flexiblen Zeitplans für die einzelnen Komponenten und das automatische Herunterladen und Anwenden der Updates der Antiviren-Datenbank via
Internet.
Scanleistung
Die Scanleistung ist als sehr hoch einzuschätzen, da die Software auf die KAV Engine von Kaspersky Labs, Moskau aufgesetzt ist. Kaspersky Labs ist seit Jahren in der
Entwicklung von Virenschutz-Software etabliert, wenn nicht sogar marktführend.
Die Priorität des Scanners sollte bei automatischen und manuellen Scans, falls man parallel in anderen Programmen weiterarbeiten will, in den Optionen unbedingt auf niedrig
eingestellt sein, damit das Programm nicht zuviel Arbeitsspeicher bindet. Nur dann sind beispielsweise Textverarbeitungsprogramme parallel zum Virencheck ohne nennenswerte
Leistungseinbußen benutzbar. Generell empfiehlt es sich daher, den Virenscan über die Zeitplan-Funktion z.B. in der Mittagspause automatisch zu starten, da nur hierdurch
eine regelmäßige Überprüfung gewährleistet ist. Bei automatischen Scans ohne parallele, andere Arbeiten am Rechner sollte die Scannerpriorität auf hoch eingestellt werden,
damit es schneller geht. Die akustische Wahrnehmung der Scanaktivitäten parallel zur Arbeit in anderen Programmen kann je nach eingesetzter Hardwareausstattung und Art der
Arbeiten lästig werden. Interessant und empfehlenswert ist der mitgelieferte AntiDialer, dieser soll wirksamen Schutz vor teuren 0190-Einwahlen bieten und sogar vor CAPI-
und TAPI-Dialern, also solchen, die direkt das Modem oder die ISDN-Karte ansprechen ohne auf dem Bildschirm zu erscheinen, schützen.
Service/Support
Steganos bietet kostenlose Updates der Antiviren-Datenbanken über das Internet. Tägliche Aktualisierung der Virendefinitionen bzw. -signaturen. Darüber hinaus erhält man
Unterstützung bei bisher unbekannten Viren, die aus der "Quarantäne" zu Steganos gesandt werden können, von wo dann innerhalb weniger Tage ein spezielles Gegenmittel
zurückgesandt werden soll. Hierbei ist sicherlich die Zusammenarbeit von Steganos mit Kaspersky Labs von erheblichem Wert. Schließlich erhält man nach Eintragung der
E-Mail-Adresse in den Newsletter-Service regelmäßig den Steganos Security Newsletter, der über Updates, neue Produkte und besondere Angebote informiert.
Kosten
Das Programm ist überall im Handel, oft auch über ebay, sowie direkt beim Hersteller, auch als Download, erhältlich und die Preise bewegen sich ca. zwischen 15,00 Euro und
25,00 Euro und beeinhalten i.d.R. kostenlose Updates für ein Jahr. Ein Preisvergleich kann sich also lohnen. Aber besonders sollte auf die Updatemöglichkeit geachtet
werden.
Fazit
Das Virenschutz-Programm und natürlich das Anti-Dialer-Programm von Steganos erhöhen die Sicherheit der Datenbestände und schützen vor versehentlichen oder unbemerkten
Installationen von schädlichen Programmen, welche bei wichtigen Daten, wie bspw. Hausarbeiten, Dissertationen oder auch anwaltlicher Korrespondenz, erhebliche Werte
vernichten können. Dennoch sollte man sich nicht der Illusion hingeben, einen 100%igen Schutz zu haben, diesen gibt es nicht. Der regelmäßige Virenscan mit aktuellen
Virensignaturen erhöht den Schutz jedoch erheblich. Diese Maßnahme ist mit der untersuchten Software komfortabel und durch die regelmäßigen Updates relativ sicher
durchzuführen. Erwägenswert ist sicherlich auch die Kombination mit anderen Produkten der Fa. Steganos, wie beispielsweise die Verschlüsselung vertraulicher Daten, wodurch
ein Zugriff unbefugter "Hacker" vermieden oder zumindest erheblich erschwert werden kann, sowie die Verwendung von "Spam"-Filtern zur E-Mail-Reduzierung, insbesondere von
potentiell virenverseuchten Mails (vgl. hierzu Rezension von Michael Ludwig:
"Mail CleanUp 5" von Steganos).
Die einfachsten vorbeugenden Maßnahmen gegen Computerviren und deren Folgen sind und bleiben jedoch die systematische und regelmäßige Sicherung der Daten auf externen Medien
und der Verzicht auf unbekannte Programme. Der Wert einer Datensicherung wird leider erst offensichtlich, wenn ein Virus die Daten vernichtet oder unbrauchbar gemacht hat.