Das Dateiformat pdf als platformunabhängiges Vehikel zur Anzeige von Dokumenten in Verbindung mit dem Acrobat Reader von Adobe dürfte nicht wenigen Leuten bekannt sein.
Sicherlich ebenfalls nicht unbekannt und nur selbstverständlich ist die Möglichkeit, diese pdfs mit Mitteln aus dem Hause Adobe zu erstellen.
Weitaus weniger bekannt, aber de facto erheblich interessanter, ist die Möglichkeit, pdfs auch ohne die sehr teure Software von Adobe zu erstellen. Das Softwareunternehmen G
DATA bietet mit dem Tool PowerPDF eine solche Möglichkeit und das noch zu dem attraktiven Preis von € 39,95. Jetzt wird man sich natürlich sofort fragen, was denn ein
solches Produkt taugen kann, wenn das Programm Acrobat 5 von Adobe hingegen schlappe € 358,44 im Adobe-Shop kostet! Man muß allerdings gleich sagen, daß natürlich
Acrobat 5 vom Umfang her erheblich mehr bietet als PowerPDF, das alleine dazu da ist, PDF zu erstellen und nicht mehr. Nur: Ist es nicht eigentlich genau das, was die
meisten wollen? Zumindest hat man nun die Wahl, und das finde ich persönlich schon mal gut!
Nun aber zum eigentlichen Test der Software PowerPDF von G DATA. Die Verpackung verspricht viel: "Mit PowerPDF erstellen Sie aus jedem Windows-Programm heraus in nur drei
Schritten einfach und kostengünstig PDF-Dokumente und HTML eMails.". Aha, das wollen wir dann doch mal sehen. Zuerst muß natürlich das ganze installiert werden. Allerdings
ist das wirklich das übliche Kinderspiel: CD rein, Setup-Programm starten, Standard-Antworten/-Buttons klicken und fertig. Nervig ist die Tatsache, daß man den Rechner neu
starten muß, doch kann da die Software nix für, denn das ist ein Problem von Windows. Es wird von PowerPDF ein neuer "Drucker" namens PowerPDF erstellt und das verlangt eben
einen Neustart. Nachdem das erledigt ist, öffne ich doch gleich mal ein Worddokument mit verspielten Schriftarten und ein paar bunten Bildchen drin. Und nun? PowerPDF
funktioniert so, daß es die Daten aus z.B. Word "abfotografiert" und durch einen "Drucker" schickt, nämlich eben den oben schon erwähnten PowerPDF-Drucker. Durch diesen
"Drucker" erfolgt die Umwandlung in das PDF-Dateiformat. Fangen wir also mal an zu zählen, drei Schritte sollen es laut Ankündigung sein.
1. Schritt: Ich gehe auf "Drucken", wähle dort den Drucker PowerPDF aus und klicke auf drucken.

2. Schritt: Ein neues Fenster geht auf. Dort bekommt man die Möglichkeit zwischen einem "Farbdruck" (für
Dokumente mit z.B. bunten Grafiken oder farbigen Schriften) und dem Schwarz-Weiß-Druck. Weiter kann man den Dateinamen und den Ort auswählen, an dem die Datei gespeichert
werden soll. Denn es wird ja nicht tatsächlich auf Papier gedruckt, sondern es soll ja eine Datei mit der Endung *.pdf erstellt werden. Auch besteht die Möglichkeit, das
erstellte PDF gleich in eine Mail einzufügen als Anhang, so daß man nur noch die Empfängeradresse einfügen muß (sogar den Mailtext könnte man hier schon festlegen). Weiter
kann man hier Dokument-Infos einfügen (Titel, Thema, Autor, Schlüsselworte) und das Dokument signieren. Für letzteres nennt G DATA im mitgelieferten gedruckten
Benutzerhandbuch als Beispiel ein eingefügtes Bild als digitalen Stempel. Hat man nun alle Einstellungen vorgenommen (das ist in der Regel eigentlich nur der Dateiname),
klickt man auf OK, es wird kurz gedruckt und voilà: am angegebenen Ort findet sich die Datei als PDF-Dokument.
3. Schritt: Den gibt es eigentlich nicht, denn das Dokument ist ja schon erstellt. Wollte man es jetzt noch mit z.B. dem Adobe Acrobat Reader betrachten, bedürfte es noch
des Ausführens - naja... Ich bin also der Meinung, daß es sogar nur 2 Schritte sind.
Standardmäßig werden die Dokumente in einer Auflösung/Qualität von 200 DPI erstellt. Persönlich bevorzuge ich allerdings 300 DPI, die Darstellung ist dann einfach ein
bißchen sauberer. Ändern kann man das bei den Optionen des PowerPDF-Druckers, dort hat man die Wahl zwischen 75, 200 und 300 DPI. Für zukünftige Versionen wären vielleicht
noch 600 DPI nicht schlecht, etwa für Dokumente mit feinen (Farb)grafiken.
Zu erwähnen bleibt nun noch die Funktion "HTML-eMails erstellen". Dafür gibt es einen Extra-Drucker, PowerPDF Mail. Die Erstellung funktioniert vom Ablauf her genauso wie
die Dateierstellung. Es soll dann eine HTML-Mail erstellt werden mit dem PDF als Inhalt. Ich konnte das leider nicht testen, da diese Funktion nur mit Microsoft Outlook
Express 5.0 oder höher zur Verfügung steht.
PowerPDF bietet also tatsächlich auf einfachste Weise eine kostengünstige Möglichkeit, PDF-Dokumente zu erstellen. Die wirklich einfache Handhabung wird durch ein einfaches,
wenn auch kurzes (was nicht wirklich schlecht sein muß) aber ausreichendes Handbuch ergänzt. An dessen Ende finden sich sogar noch ein paar Standardfragen und Antworten
dazu. Negativ fällt auf, daß G DATA zwar eine Support-Hotline bietet, diese aber nur werktags von 09:00-17:00 erreichbar ist und dazu noch unglaubliche € 1,86 / min
kostet! Das einzig tröstliche daran ist, daß das Produkt so einfach und unproblematisch zu handhaben ist, daß man (gerade auch in Verbindung mit den Antworten am Ende des
Handbuchs) wohl kaum jemals gezwungen sein wird, dort anzurufen. Und: wenn man sich überlegt, was man gegenüber etwa dem Adobe Acrobat 5.0 gespart hat, könnte man sogar bei
diesem Minutenpreis eine Weile telefonieren und hätte trotzdem noch was gespart...
Resultat: PowerPDF ist genau das, worauf viele User gewartet haben dürften. Die einfache Handhabung und die guten Ergebnisse werden es bei dem Preis für viele zu einem Tool
machen, das (fast) täglich zum Einsatz kommen wird. Gerade für Leute, die auf einfache Weise Dokumente - seien es Emails, seien es Worddokumente - platzsparend und sicher
archivieren wollen, ist das sicherlich eine der einfachsten Wege, um die zu tun (was natürlich kein Backup ersetzt). Gäbe es jetzt noch die Möglichkeit, Dokumente mit einem
Passwortschutz zu versehen und Extrahieren von Text sowie das Drucken des PDF zu verbieten, wäre es perfekt. Hoffen wir mal, daß G DATA das in der nächsten Version einbaut,
denn dann gäbe es wirklich keinen Grund mehr, zum Acrobat 5.0 zu greifen und so erheblich viel mehr zu zahlen.
09.06.02